Autofahrer standen 2019 in Bayern über 630 Tage im Stau

Vermissen Sie schon ein bisschen das Gefühl, im Stau zu stehen? In Corona-Zeiten klingt das nach einem Zustand von anno dazumal. Doch fürs vergangenen Jahr sprechen die Zahlen eine eindeutige Sprache.
| AZ/dpa
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Bayern
Sina Schuldt/dpa

München - Auf rund 73.500 Kilometern haben Fahrer im vergangenen Jahr auf bayerischen Autobahnen im Stau gestanden. Sie mussten deshalb 15.300 Stunden warten, wie das Bayerische Verkehrsministerium auf eine Anfrage der SPD mitteilte. Umgerechnet macht das über 637 Tage.

Landtags-Vizepräsident: "Autobahnstau reicht zweimal um den Globus"

"Der bayerische Autobahnstau reicht zweimal um den Globus", kritisierte Landtags-Vizepräsident Markus Rinderspacher (SPD). Die bayerischen Autobahnen seien "chronisch überlastet." Die Staatsregierung habe es versäumt, den Verkehr auf die Schienen zu verlagern.

Besonders lange im Stau standen Auto- und Lastwagenfahrer den Angaben nach auf der Autobahn 3 mit 3.477 Stunden. Auch die Staus auf den Autobahnen 8 und 9 kamen auf eine Dauer von mehr als 3.000 Stunden. Hauptursache seien Unfälle und Baustellen, heißt es in der Anfrage. In den vergangenen beiden Jahren seien in Bayern rund 550 Millionen Euro investiert worden, um Staus zu vermeiden.

Laut ADAC waren die Staus 2019 noch deutlich länger

Nach Angaben des ADAC waren die Staus in Bayern 2019 sogar noch deutlich länger: Demnach standen Fahrer 266.869 Kilometer im Stau. Dafür hätten sie 83.455 Stunden benötigt. "Weder unsere noch die Zahlen des Freistaates sind falsch, nur die Grundlage ist eine andere", erklärte ein Sprecher des Verkehrsclubs.

Während der ADAC jede Verkehrsmeldung zu Staus oder stockenden Verkehr aufnimmt, bemisst das Ministerium Staus mithilfe von stationären Detektoren. Diese Detektoren sind an besonders befahrenen Straßen aufgestellt. Ein Stau nach einem Unfall auf einer weniger anfälligen Strecke fließt dementsprechend nicht in die Statistik ein.

Die Staubilanz diesen Jahres wird nach Prognosen des ADAC geringer ausfallen. Wegen der Corona-Krise sei die Anzahl der Staus im Vergleich zu Anfang März schon um mehr als 75 Prozent zurückgegangen.

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