Aschermittwoch 2019: Zwischen Groko-Krise und Europawahl

Mal wieder steht der politische Aschermittwoch im Zeichen einer anstehenden Wahl. Dieses Mal ist es die Europawahl, die die Redner in ganz Deutschland in Wallung bringen wird. Aus sehr unterschiedlichen Gründen.
| dpa
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München - Markus Söder, Annegret Kramp-Karrenbauer, Katharina Barley, Gregor Gysi, Annalena Baerbock, Jörg Meuthen, Nicola Beer: Knapp drei Monate vor der Europawahl bringen sich die Parteien auf dem politischen Aschermittwoch in Stellung für den heißen Wahlkampf. Dank der aufgeladenen politischen Stimmung in Deutschland und Europa dürften die Frontlinien bei den meist zeitgleich stattfindenden Fernduellen nicht immer so ganz einfach auszumachen sein. Klar ist nur eines: Das letzte Wort hat am Abend CDU-Chefin "AKK" bei ihrer persönlichen Premiere im mecklenburgischen Demmin, die damit auch hier in die Fußstapfen von Kanzlerin Bundeskanzlerin Angela Merkel tritt.

Bis sich am Mittwochabend aber die Augen nach Demmin richten, liegt der Fokus erstmal ganz klar auf Niederbayern. Alleine die CSU erwartet rund 6000 Menschen zur mit Abstand größten Veranstaltung in Passau. Neben Neu-Parteichef und Ministerpräsident Söder will hier auch der gemeinsame Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei, CSU-Vize Manfred Weber, sprechen. Im Falle eines guten Abschneidens bei der Europawahl darf sich Weber berechtigte Hoffnungen auf den Posten des EU-Kommissionspräsidenten machen.

Bundesjustizministerin Katharina Barley hat da ganz andere Sorgen - wie bei den vergangenen Wahlen in Deutschland droht ihrer SPD bei der Europawahl die nächste schwere Pleite. Und nicht nur das, nicht wenige in der SPD sehen den Ausgang der Europawahl als wichtige Messlatte für die Zukunft der großen Koalition im Bund. Eine schwere Wahlniederlage könnte die GroKo-Kritiker in der SPD so unter Druck setzen, dass das schwarz-rote Bündnis in Berlin platzen könnte.

Mit Spannung erwartet wird auch in Osterhofen an der Donau die AfD-Veranstaltung, immerhin fordern die Rechtspopulisten in ihrem Europawahl-Programm den EU-Austritt Deutschlands, falls der Staatenverbund nicht bis 2024 umgebaut wird.

Der politische Aschermittwoch feiert in diesem Jahr seinen 100. Jahrestag. Als offizielle Geburtsstunde gilt der 5. März 1919. Im Vilshofener Konzertsaal polterte damals der Bayerische Bauernbund, gegen Adel, Beamtentum und Klerus.

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