Vatikan zeigt Martin-Scorsese-Doku über Papst Franziskus

Ein Jahr nach dem Tod von Papst Franziskus zeigt der Vatikan eine Dokumentation, die Filmemacher Martin Scorsese produziert hat. Der Film enthält das letzte ausführliche Kamera-Interview des verstorbenen Pontifex' sowie bisher unveröffentlichte Gespräche mit Scorsese.
(dr/spot) |
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Martin Scorsese (r.) mit dem mittlerweile verstorbenen Papst Franziskus bei einer Audienz im Vatikan im Jahr 2023.
Martin Scorsese (r.) mit dem mittlerweile verstorbenen Papst Franziskus bei einer Audienz im Vatikan im Jahr 2023. © imago/Bestimage / Agence / Bestimage

Am 21. April 2026 - auf den Tag genau ein Jahr nach dem Tod von Papst Franziskus (1936-2025) - öffnet der Vatikan seine Pforten für eine besondere Vorführung. Gezeigt wird "Aldeas", ein Dokumentarfilm, den Hollywood-Legende Martin Scorsese (83) produziert hat. Die Privatvorführung findet unweit des Ortes statt, an dem Franziskus lebte und starb - ein bewusst gewähltes Symbol des Gedenkens, wie der Vatikan laut übereinstimmenden Medienberichten mitteilte.

Bei dem Film handelt es sich nicht um eine klassische Würdigung im Stil eines Nachrufs. "Aldeas" begleitet das gleichnamige Gemeinschaftskino-Projekt von Scholas Occurrentes, der globalen Bildungsbewegung, die Franziskus selbst gegründet hatte. Die Initiative bringt lokale Gemeinschaften in aller Welt dazu, eigene Kurzfilme zu drehen - als Ausdruck ihrer Identitäten, Geschichten und Werte. Der Dokumentarfilm folgt dieser Arbeit auf drei Kontinenten: in Italien, Indonesien und Gambia.

Martin Scorseses und das letzte Wort des Papstes

Besonders bemerkenswert ist, dass Scorsese selbst vor der Kamera erscheint. Er kehrt in der Doku in das sizilianische Dorf seines Großvaters zurück und arbeitet dort mit Jugendlichen an einem eigenen Kurzfilm. Noch bedeutsamer ist jedoch, was der Film aus dem Vatikan selbst mitbringt: das letzte ausführliche Interview, das Franziskus kurz vor seinem Tod vor der Kamera gegeben hat, welches exklusiv für dieses Projekt aufgezeichnet wurde. Dazu kommen bisher unveröffentlichte Gespräche zwischen dem Pontifex und dem Oscarpreisträger.

"Dieser Film ist eine Hommage an den Heiligen Vater", erklärte Scorsese in einem Statement laut "The Hollywood Reporter". "Er ehrt sein Andenken, indem er den Geist seines Dienstes und seinen Traum verkörpert, eine immer menschlichere Kultur zu schaffen. In diesem Moment der Geschichte glaube ich, dass das nicht nur ein Traum ist, sondern eine Notwendigkeit."

Scorsese und Franziskus: eine lange Freundschaft

Die Verbindung zwischen dem Filmemacher und dem Papst reicht tiefer als dieses Projekt. Scorsese, der in seiner Jugend Priester werden wollte, traf Franziskus im Laufe der Jahre mehrfach - darunter auch im Januar 2024 zu einer Privataudienz im Vatikan. Nach dem Tod des Papstes im April 2025 fand Scorsese bewegende Worte: "Er war in jeder Hinsicht ein bemerkenswertes menschliches Wesen. Er erkannte seine eigenen Schwächen an. Er strahlte Weisheit aus. Er strahlte Güte aus. Er hatte ein eisernes Engagement für das Gute."

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