Radioshow mit Thomas Gottschalk auf Bayern 1: Die AZ-Kritik

Thomas Gottschalk auf Sendung: Am Sonntagabend war der Showmaster wieder im Radio zu hören. Die AZ-Kritik zur Radioshow auf Bayern 1.
| Christoph Pauli/Cara Zimmermann/AZ
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Am Sonntag war Thomas Gottschalk (l.) erstmals wieder im Radio auf Sendung. Die AZ-Kritik des Pianisten Christoph Pauli.
BR/ho/AZ Am Sonntag war Thomas Gottschalk (l.) erstmals wieder im Radio auf Sendung. Die AZ-Kritik des Pianisten Christoph Pauli.

Thomas Gottschalk auf Sendung: Am Sonntagabend war der Showmaster wieder im Radio zu hören. Die AZ-Kritik zur Gottschalk-Radioshow auf Bayern 1.

München - Gestern Abend war ich ihm dann auf einmal wieder ganz nah. Drei Stunden mit Tommy am Radio – wie vor 30 Jahren. Da gibt es ohnehin einige Parallelen in unseren Lebenswegen: Wie ich wuchs Thomas Gottschalk in einem religiös geprägten Elternhaus auf – er war Ministrant, später in der Kinder- und Jugendarbeit der Kirche aktiv, ich wuchs in einem Pfarrer-Haushalt auf.

"Hier stehe ich, ich kann nicht anders"

Entgegengesetzt dazu keimte bei uns beiden schon früh der Wunsch auf, Rock'n'Roller zu werden. Wie Thomas die Kirche hinter sich ließ, sich aus den starren Zwängen befreite und Rock'n'Roll lebte – das hat mich immer fasziniert. Nie hätte ich gedacht, dass ich eines Tages eng mit ihm zusammenarbeiten würde: In seiner Late Night Show wurde ich später Bandleader und Pianist. In einer Rock'n'Roll-Band! Da ging dann also auch mein Traum in Erfüllung.

Wie passend, dass er sein Comeback gestern Abend auf Bayern 1 mit einem Luther-Zitat eröffnete: "Hier stehe ich, ich kann nicht anders". Und es stimmt, er kann wirklich nicht anders. Das ist ja das Großartige an ihm: Er lässt sich nicht davon abbringen, zu tun, was er liebt. Den Spaß, den er hat, will er vermitteln. Häme und Spott prallen an ihm ab. Diese Leidenschaft, mit der er sich gestern vor allem an seine Fans und Hörer von damals richtete, ist echt. Thomas war einfach schon immer ein Vollblutentertainer, und da ist es ganz egal, ob er vor einem Mikrofon im Radio sitzt oder auf einer großen Fernsehstudiobühne steht. Das Umwerfende daran ist vor allem, dass er völlig frei von Arroganz ist, immer war. Für uns als Band war er immer da, er spricht mit den größten Tieren des Showbusiness genauso wie mit der Nachbarin von nebenan, auch wenn sie nicht gerade Miley Cyrus heißt. Die, das erzählte er gestern Abend im Radio, hat gerade sein Haus in Los Angeles gekauft.

Darum will Thomas Gottschalk nicht Bundespräsident werden

Was für eine Erleichterung, als ich hörte, dass ihm sein Witz, sein loses Mundwerk, die Intelligenz und Schlagfertigkeit nicht abhanden gekommen sind. Ich werde nie die legendäre Anmoderation einer "Pop nach 8"-Sendung, dem Vorläufer der "B3 Radioshow", vergessen, vor der in den Nachrichten über einen anstehenden Papstbesuch in Deutschland berichtet wurde. Tommys trockener Kommentar: "Kein Problem, dann heißt die Sendung jetzt eben "Pope nach 8".

An jedem ersten Sonntag im Monat wird er jetzt die "Gottschalk – Die Bayern 1 Radioshow" moderieren. "Es ist wie Nachhausekommen", sagte er. Und auch für mich waren die Stunden mit ihm im Radio gestern wie ein Nachhausekommen – in ein längst vergessenes Gefühl, durchzogen von süßer Wehmut. Man nennt das wohl Nostalgie.

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