Quoten-Einbruch: Wird "RTL-Direkt" mit Jan Hofer abgesetzt?

Desaströse Quoten fuhr am Dienstagabend RTL mit seinem neuen Nachrichtenformat "RTL-Direkt" mit Moderator Jan Hofer ein. Die Verantwortlichen dürften jetzt schon über das mangelnde Zuschauerinteresse verwundert sein.
| Steffen Trunk
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Jan Hofer moderiert "RTL-Direkt".
Jan Hofer moderiert "RTL-Direkt". © TVNOW / Jörg Carstensen

Am Montag hatte Jan Hofer (71) bei RTL seinen ersten Auftritt als Anchorman absolviert. "Guten Abend. Hier ist die erste Ausgabe von 'RTL-Direkt', dem neuen Nachrichtenformat bei RTL", begrüßte er das TV-Publikum. Der frühere "Tagesschau"-Chefsprecher trug dunklen Anzug, aber keine Krawatte. Er hatte den Schlips bei seinem ARD-Abschied im Dezember vor den Augen von fast 15 Millionen Zuschauern symbolisch für immer abgenommen.

"RTL-Direkt" ist am Montag gestartet: Kritik an Jan Hofer

In der ersten Ausgabe war die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock zu Gast, die auch wegen Hofers "Let's Dance"-Teilnahme spottete. Die Einschaltquote war zum Auftakt immerhin solide. 1,87 Millionen (9,1 Prozent) schalteten ab 22.15 Uhr ein. Zum Vergleich: Die ARD-"Tagesthemen" sahen ab 22.30 Uhr 2,06 Millionen (11,6 Prozent). Doch die Zuschauerkritik war bereits am Montagabend vor allem auf Twitter wenig wohlwollend.

Miese Quoten: Wenig Interesse am neuen RTL-News-Format

Am gestrigen Dienstag folgte der Quoten-Einbruch. Nur 1,1 Millionen schauten zu, das war ein Rückgang von 770.000 im Vergleich zum Vortag. Der Marktanteil beim Gesamtpublikum sackte auf 4,7 Prozent ab. Bei den 14- bis 49-Jährigen wurden nur sehr schwache 5,4 Prozent erzielt, das berichtet "DWDL". Das wird Sender und Verantwortliche ziemlich verwundern; haben sie doch mit einem neuen News-Format und der Hofer-Personalie auf hohes Zuschauerinteresse gehofft.

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Wird "RTL-Direkt" aus dem Programm genommen?

Jetzt müssen die Chefs und das News-Team reagieren und den schwachen Quoten entgegensteuern. Sollte der Marktanteil weiterhin so gering bleiben, wird sicherlich über eine Sendeplatzveränderung oder eine Kürzung nachgedacht. Vier Folgen pro Woche sind montags bis donnerstags eigentlich vorgesehen. Der Worst Case für den Kölner Privatsender: Wenn man schon jetzt (intern) über eine komplette Absetzung von "RTL-Direkt" diskutiert. Wie man die Quoten steigen lassen möchte? Eine AZ-Anfrage an RTL blieb dazu bislang unbeantwortet.

Es wäre nicht die erste Absetzung, die Top-Promis oder Sendergesichter bei RTL treffen würde. Der Sender schmiss im vergangenen Jahr "Die Quarantäne-WG" mit Günther Jauch, Thomas Gottschalk und Oliver Pocher nach nur drei Tagen aus seinem abendlichen Programm. 

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