"Moonbase 8": Launige Serie um eine Astronauten-WG

Eine Astronauten-WG treibt sich langsam in den Wahnsinn. "Moonbase 8" ist eine amüsante Comedy-Serie, die - wie "Stromberg" - meist an einem Arbeitsplatz spielt.
| Florian Koch
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Drei Typen tanken Eigen-Urin: Rook (Tim Heidecker), Cap (John C. Reilly) und Skip (Fred Armisen).
Drei Typen tanken Eigen-Urin: Rook (Tim Heidecker), Cap (John C. Reilly) und Skip (Fred Armisen). © Foto: Showtime / Sky / Amazon Prime

Die Kombination aus Wollen und Können, aus Idealismus und Wissenschaft. Sie fand am 21. Juli 1969 bei der ersten Mondlandung ihren Höhepunkt. Dass dabei auch noch viel Kalte-Kriegspolitik im Spiel war, im Kräftemessen zwischen den USA und der Sowjetunion, wissen wir nicht erst seit heute. Der Reiz an der bemannten Raumfahrt hat trotz aller Kritik an Kostenexplosionen über die Jahre nicht groß gelitten, so treibt Unternehmer wie Elon Musk sogar zu privatisierten Mondmissionen an - wie auch ambitionierte Filmemacher zu philosophischen Arbeiten ("Ad Astra" oder "Gravity") oder komödiantischen Serien.

"Moonbase 8": Sechs Episoden auf einer NASA-Forschungsbasis

"Moonbase 8" ist eine amüsante "Working Place"-Astronautenserie, die - wie "Stromberg" - zumeist an einem Arbeitsplatz spielt. Das Büro ist hier eine NASA-Forschungsbasis, die von drei Möchtegernraumfahren bewohnt wird. Gemessenen an ihren überschaubaren Fähigkeiten wäre eine Mondmission wohl ein kleinerer Schritt für die Menschheit als ein Sprung für Cap (John C. Reilly, "Gott des Gemetzels"), Rook (Tim Heidecker) und Skip (Fred Armisen).

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Im Lauf der sechs kurzen Episoden wird bald klar, dass diese so völlig gegensätzlichen Männer das Trainingscamp eher dafür nutzen, um den irdischen Pflichten und Ansprüchen zu entfliehen als mal irgendwann auf einer Mondbasis zu leben. Cap, der Chef, ist hoch verschuldet, geschieden und so besessen davon, es allen recht zu machen, dass fast alles schief geht. Der streng religiöse Rook hingegen möchte vor allem "Gottes Botschaft mit dem Universum teilen" und wird von seiner schwangeren Frau und elf Kindern per Videobotschaft für seine Abwesenheit gefeiert. Nervenbündel Skip, der einzige Wissenschaftler, lebt im Schatten seines Vaters, eines berühmten Astronauten.

Komischer WG-Alltag mit sympathischen Bewohnern

Die Kabbeleien des sympathisch-unfähigen Trios und ihr unspektakulärer, aber in den Details komischer WG-Alltag (wie kann ich Wasser rationieren, wenn Eigenurin dann doch nicht in Frage kommt) sind es auch, die "Moonbase 8" von anderen, ambitionierteren Projekten wie "Space Force" unterscheidet. Das Zusammenspiel der drei im wirklichen Leben befreundeten Hauptdarsteller und Co-Autoren kommt besonders zur Geltung, wenn äußere Ereignisse eine Gegenreaktion erfordern.

So wenn ein Team von Elon Musks SpaceX direkt neben der NASA-Basis ein viel besser ausgestattetes Camp errichtet. Was in Cap dann auch den Ehrgeiz weckt, die vom Staat geförderte NASA mit dem Privatunternehmen zu fusionieren. Und selbst auf den aktuell besonders leidigen Umgang mit dem Thema Quarantäne findet "Moonbase 8" in Form von Schwitzhütten, die aber auch Skorpionen gefallen, eine witzige Antwort.


Alle sechs Folgen sind auf Sky Atlantic oder Sky Ticket zu sehen.

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