Einer der größten Stars der Formel 1 - und einer ihrer größten Kritiker

"Ich wollte gewinnen, das war mein Antrieb", blickt Sebastian Vettel in einer neuen ARD-Dokuserie auf seine äußerst erfolgreiche Rennfahrer-Karriere zurück. Er hat viel gewonnen, 53 Rennsiege in der Formel 1 bei 299 Starts, vier Weltmeistertitel - noch mehr schafften nur Fangio (fünf), Schumacher und Hamilton (jeweils sieben). Aber war das genug? Und waren all diese Titel und Triumphe überhaupt irgendwie wichtig oder bedeutend? Fest steht: Seinen "Antrieb" findet Vettel inzwischen weit weg von den Rennstrecken dieser Welt.
"Being Sebastian Vettel" ist der neueste Beitrag einer hochwertigen ARD-Dokureihe, die gezielt auf deutsche Sportlerpersönlichkeiten blickt - neben Jan Ullrich, Katarina Witt, Jérôme Boateng und Franziska van Almsick war auch Michael Schumacher schon dran. Über vier Folgen von je 25 Minuten blickt Sportjournalist Andreas Troll nun auf den sportlichen Werdegang von Sebastian Vettel, aber auch auf die Person hinter Helmvisier und Rennfahrer-Overall. Gerade im Privaten erwies der 39-jährige Heppenheimer sich in den letzten Jahren immer wieder als echter Sonderfall, wenn man ihn mit anderen F1-Ikonen vergleicht.
Vettel fragt nach dem "Sinn des Lebens"
Sebastian Vettel feierte mit Red Bull Racing gigantische Erfolge in der Königsklasse des Motorsports, verwirklichte irgendwann auch seinen Traum, für Ferrari zu fahren, und beendete seine aktive Karriere 2022 als einer der erfolgreichsten Formel-1-Piloten aller Zeiten. Zu dem Zeitpunkt hatte er aber auch schon mehrfach Kritik an dem Hochleistungs-Rennzirkus geäußert und sich selbst als "Heuchler" bezeichnet. Das spitzbübische Lächeln seiner Anfangstage wich einem neuen Ernst, der Superstar begann mit dem eigenen Sport zu fremdeln, in den Fokus rückten zunehmend Themen, die viel größer sind als jeder Grand Prix - allen voran der Klimawandel. In der Doku fragt Vettel nach dem "Sinn des Lebens".
"Being Sebastian Vettel" zeigt zahlreiche Archivaufnahmen sowie spannende persönliche Einblicke von Sebastian Vettel - die Fans wird es freuen, an der Formel-1-Strecke hat ihr Held sich seit dem Ende seiner Karriere schließlich nicht mehr oft blicken lassen. Darüber hinaus kommen diverse hochkarätige Kommentatoren zu Wort, darunter etwa Vettels langjähriger Rivale Lewis Hamilton, sein Red-Bull-Ziehvater Helmut Marko und der ehemalige Grünen-Spitzenpolitiker Robert Habeck. Die ersten beiden Folgen von "Being Sebastian Vettel" sind im Anschluss an die DFB-Pokal-Übertragung (ab 20.15 Uhr) im Ersten zu sehen. Die vollständige Dokureihe ist bereits eine einige Tage vor TV-Ausstrahlung (ab 22. Oktober) in der Mediathek abrufbar.
Being Sebastian Vettel - Mi. 28.10. - ARD: 23.45 Uhr