Collien Fernandes bei "Caren Miosga": Ulmens Anwalt kritisiert NDR

Am Sonntagabend widmet sich Caren Miosga dem Thema digitaler Gewalt gegen Frauen. Als Gast dabei: Collien Fernandes, die ihrem Ex-Ehemann Christian Ulmen schwere Vorwürfe macht. Dessen Anwalt bezeichnet die Sendung bereits im Vorfeld als "eklatant rechtsstaatswidrig".
von  (ncz/spot)
Collien Fernandes ist am Sonntagabend bei "Caren Miosga" zu Gast.
Collien Fernandes ist am Sonntagabend bei "Caren Miosga" zu Gast. © imago/Panama Pictures/Sascha Schuermann

Am Sonntagabend thematisiert die Talkrunde "Caren Miosga" ein hochaktuelles gesellschaftliches Problem: die digitale Gewalt gegen Frauen und die daraus resultierenden Schutzlücken im deutschen Recht. Im Zentrum der Sendung steht die Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes (44), deren persönlicher Fall in den vergangenen Tagen eine bundesweite Debatte ausgelöst hat.

Collien Fernandes wirft ihrem Ex-Ehemann Christian Ulmen (50) unter anderem vor, mutmaßlich über Jahre hinweg Fake-Profile in ihrem Namen betrieben und pornografische Inhalte verbreitet zu haben, die offenbar den Eindruck erwecken sollten, dass sie darauf zu sehen wäre. Während die Ermittlungsbehörden den Fall prüfen, nutzt Fernandes ihre mediale Plattform, um etwa auf die Lage bezüglich sexualisierter Deepfakes, Identitätsbetrug und gesetzliche Schutzlücken aufmerksam zu machen.

Scharfe Kritik von Christian Ulmens Anwalt

Christian Schertz, der Anwalt von Christian Ulmen, kritisiert die Zusammensetzung der "Caren Miosga"-Gästeliste gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" scharf. "Das Fernsehgericht tagt mit der höchsten Vertreterin der Justiz in Deutschland und der Anzeigenerstatterin", sagt Schertz. Neben Fernandes sind in der Talkshow am Sonntagabend Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) und Ronen Steinke, leitender Redakteur für Rechtspolitik bei der "Süddeutschen Zeitung" zu Gast.

Dass dies bei einem gerade erst eingeleiteten Ermittlungsverfahren gegen einen Beschuldigten geschehe, hält der Jurist für "eklatant rechtsstaatswidrig". Schertz gab zudem an, er habe selbst angeboten, in die Sendung zu kommen, was jedoch mit dem Hinweis abgelehnt wurde, dass die Runde bereits feststehe.

NDR weist die Vorwürfe zurück

Der für "Caren Miosga" zuständige NDR weist diese Vorwürfe gegenüber der "F.A.Z." entschieden zurück und beruft sich auf die Pressefreiheit. Die Redaktion erklärte, dass der prominente Fall lediglich als Ausgangspunkt diene, um strukturelle Mängel in der Prävention und im Strafrecht zu beleuchten.

Man habe der Gegenseite vorab ein Konfrontationsschreiben mit detaillierten Fragen zukommen lassen und werde in der Sendung die Unschuldsvermutung für Herrn Ulmen ausdrücklich wahren. Ziel der Sendung sei es primär, das gesellschaftspolitische Problem der digitalen Gewalt und die Arbeit der Justiz zu beleuchten, weshalb auch Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) geladen ist.

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