Er bekam sogar einen Brief von Obama: Kenny ist die Berühmtheit von Winston-Salem

Die DFB-Reporter Maximilian Koch und Patrick Strasser sind für die AZ beim DFB. In ihrem WM-Tagebuch erzählen sie von ihren Erlebnissen rund um das Turnier.
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Die AZ-Reporter Patrick Strasser und Maximilian Koch sind für die AZ in Nordamerika.
Die AZ-Reporter Patrick Strasser und Maximilian Koch sind für die AZ in Nordamerika. © AZ-Montage

"Dancing Kenny" und der Brief von Obama

Der Film-Klassiker Dirty Dancing von 1987 ist weltberühmt. Patrick Swayze und Jennifer Grey schrieben mit ihrer Hebefigur Filmgeschichte. Obwohl der Film in den Catskill Mountains in New York spielt, wurden viele die ikonischen Szenen hier in North Carolina gedreht – in der aktuellen Wahlheimat der deutschen Nationalmannschaft während dieser WM. Die Hauptdrehorte für Dirty Dancing befanden sich in Lake Lure und der umliegenden Region im Rutherford County.

Kenny erkennt man an der Warnweste

Ob ich die Originalschauplätze mal besuche? Je nach Verkehr auf den Highways sind es von Winston-Salem, dem Ort des DFB-Basecamp, zwischen zwei und zweieinhalb Stunden Fahrt. Für hiesige Verhältnisse und Entfernungen ein Katzensprung. Dancing Kenny war noch nicht vor Ort. Sollte er aber mal. Denn Kenny gilt in Winston-Salem als lokale Berühmtheit obwohl er aus dem Nachbarort Kernersville stammt.

Es ist ein Privileg, den Mann auf einem Nachmittagsspaziergang durch Downtown zu treffen – das wird einem im Gespräch schnell klar. Kenny wirkt zunächst unheimlich happy, Reporter aus Deutschland zu treffen, da er "excited" ist, dass die Nationalelf in seiner Heimat North Carolina untergekommen ist. Sein Job? Auf Highways oder in der Stadt versucht er in einer neon-gelben Warnweste mit Werbeschildern, Vorbeifahrende oder Passanten in bestimmte Shops zu lotsen.

Ein Star in Winston-Salem: Dancing Kenny.
Ein Star in Winston-Salem: Dancing Kenny. © Patrick Strasser

Kenny hofft auf Ruhm durch deutsche Medien

Weil er – was einen im Rückblick verwundert – zunächst schüchtern wirkt, muss er sich von einer Bekannten überreden lassen, über sein Talent zu sprechen. Kenny ist Tänzer, nicht irgendeiner. Er ist "Dancing Kenny". Voller Stolz zeigt er auf seinem Handy einen TV-Beitrag von vor ein paar Jahren, der über ihn gedreht wurde. Angeblich habe er einst, so erzählt er, einen Brief voller Anerkennung aus dem Weißen Haus bekommen – von Barak Obama, kein Wunder.

Und jetzt kommt der Fame, der Ruhm, dazu, den ihm deutsche Medien geben. Hofft Kenny. Und dann lässt er sich am helllichten Tag in der Fourth Street nicht zweimal bitten. Schnelle Drehungen, die Füße steppen, die Arme fliegen. Gute Moves, guter Vibe. Fast schon Moonwalk-mäßig. Michael Jackson wäre stolz sicher stolz auf ihn. Patrick Swayze sowieso.

Ihr Patrick Strasser

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