Interview

Türkgücüs Vollath im AZ-Interview: "Kapitäne müssen nicht überall ihren Senf dazugeben"

Türkgücüs René Vollath spricht in der AZ über das Duell mit Dresden und Ex-Trainer Schmidt.
| Krischan Kaufmann
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Türkgücü-Torhüter René Vollath
Türkgücü-Torhüter René Vollath © firo/Augenklick

München - AZ-Interview mit René Vollath: Der 31-jährige Oberpfälzer (Amberg) ist seit dieser Saison bei Türkgücü und wurde in der Rückrunde sogar zum Kapitän ernannt.

AZ: Herr Vollath, am vorletzten Spieltag gastieren Sie und Ihre Kollegen bei Dynamo Dresden und Ihrem Ex-Trainer Alexander Schmidt. Noch dazu können die Sachsen mit einem Sieg den Aufstieg endgültig klar machen. Man könnte meinen, der Fußball-Gott hat ein Faible für Dramatik, oder?
RENÉ VOLLATH: Anfang der Woche kam mir mal der Gedanke, was für ein Spiel das wäre, wenn Fans im Stadion zugelassen wären. Das wäre eine unfassbare Geschichte. Ist jetzt leider nicht so, aber für Dresden ist es natürlich trotzdem ein brutales Spiel. Und das Alex Schmidt jetzt dort Trainer ist, ist natürlich auch eine besondere Konstellation.

"Ich gönne Alex Schmidt  diesen Erfolg"

Um die Sicherheit rund um das Spiel zu gewährleisten, wurde die Partie wegen mehrerer Anti-Corona-Demos extra von Samstag auf Sonntag verlegt, bleibt da ein mulmiges Gefühl?
Das wurde ja gemacht, damit am nächsten Tag mehr Polizei-Kapazität vorhanden ist. Klar, unser Bus ist natürlich auffällig, aber ich glaube, dass schon alles gut gehen wird.

Wenn man die Zahlen betrachtet, hat sich der Trainerwechsel von Schmidt zu Serdar Dayat, der bei Türkgücü ja auch schon wieder Geschichte ist, nicht wirklich ausgezahlt.
Wenn man nur auf die Ergebnisse schaut, ist das nicht von der Hand zu weisen. . .

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Hat es Sie überrascht, dass Alex Schmidt Dynamo in dieser Rekordzeit wieder flottbekommen hat?
Nein, defensiv war ja Dynamo schon unter Markus Kauczinski sehr stabil und von Alex Schmidt weiß man ja, dass er eine offensive Ausrichtung bevorzugt. Diese Mischung hier in Dresden passt jetzt schon sehr gut. Und natürlich gönne ich Alex Schmidt auch diesen Erfolg.

Angesichts seines Erfolgs bei Dresden wird es noch schwieriger nachzuvollziehen, warum er im Winter bei Türkgücü gehen musste, oder?
Aus diesen Dingen halte ich mich raus.

"Ich bin kein Freund davon, wenn Kapitäne meinen, überall ihren Senf dazugeben zu müssen"

Aber Sie sind der Kapitän.
Ja, ich bin verantwortlich für die Einstellung und Kommunikation in der Mannschaft, habe auch eine Vorbildfunktion. Aber alles andere gehört nicht zu meinem Kompetenzbereich - und ich bin auch kein Freund davon, wenn Kapitäne meinen, überall ihren Senf dazugeben zu müssen.

Im Sommer steht bei Türkgücü der nächste große personelle Umbruch an. Machen Sie sich keine Sorgen, dass der Verein scheinbar nie zur Ruhe kommt?
Fußball lebt von Emotionen und da wäre ja komplette Ruhe auch irgendwie komisch, oder? Es ist doch eigentlich bei allen Vereinen so, dass man fünf, acht oder zehn Neuzugänge holt. Außerdem haben wir ja zwölf Spieler unter Vertrag, es wird also kein kompletter Umbruch werden.

Auf welchen Positionen sehen Sie für die nächste Saison Handlungsbedarf?
Da sind wir wieder beim Thema Kompetenzbereich. Aber sagen wir mal so: Auch wenn wir zuletzt ein paar Gegentore zu viel bekommen haben - das tut mir als Torwart auch ganz persönlich weh - standen wir in dieser Spielzeit defensiv eigentlich ganz gut.

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