Rolle rückwärts bei Türkgücü München: Warum bleibt Präsident Kivran?

Der Mäzen will jetzt doch bei Aufsteiger Türkgücü an Bord bleiben. Weil die Stadt München nun auf seinen Wunsch nach einem NLZ eingeht?
| Krischan Kaufmann
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Überraschender Rückzug vom Rückzug bei Türkgücü: Hasan Kivran (l.).
Überraschender Rückzug vom Rückzug bei Türkgücü: Hasan Kivran (l.). © imago images/Passion2Press

München – War am Ende alles nur ein großer Bluff ? Der angekündigte Abschied von Mäzen und Präsident Hasan Kivran bei Türkgücü und seine nun am Wochenende verkündete Rolle rückwärts deuten in diese Richtung.

Der Unternehmer nennt schließlich selbst als Hauptmotivation für seine - in diesem Fall dann gar nicht mehr so überraschende - Kehrtwende neben dem Zuspruch der Fans vor allem die Aussicht auf ein eigenes Nachwuchsleistungszentrum im Südosten von München. "Es gibt eine Nachricht von der Stadt München. Diese hat mich sehr gefreut. Wir sind zu diesem Thema eine lange Zeit mit dem Kopf gegen die Wand gelaufen", so Kivran gegenüber Sport 1.

NLZ als Grundvoraussetzung? Kivran sieht sich als "Entwickler dieses Vereins"

Und weiter: "Ich rede seit drei Jahren mit der Stadt. Eins ist klar: Ohne NLZ kommst du nicht hoch, und wir wollen aufsteigen. Ich habe immer gesagt, dass ich nicht der Verwalter, sondern der Entwickler dieses Vereins bin."

Das wird er dank des Entgegenkommens der Stadt nun bleiben. Sehr zur Erleichterung von Geschäftsführer Max Kothny - und natürlich auch der Mannschaft. "Hasan Kivran hat seine Entscheidung am Samstag dann auch in der Kabine verkündet", sagt Kothny der AZ und schiebt hinterher: "Und das Feedback der Spieler war darauf sehr positiv."

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Logisch, schließlich bedeutet Kivrans Abschied vom Abschied doch für Spieler, Trainerteam und Vereinsverantwortliche finanzielle Sicherheit - zumindest bis Saisonende.

Dafür wird der Präsident laut Kothny bereits in den nächsten Tagen durch eine weitere Kapitalmaßnahme bei der Türkgücü München Fußball-GmbH, an der er 89 Prozent der Anteile hält, sorgen.

Türkgücü-Geschäftsführer: Gehälter sind sicher

Denn die Zeit drängt. Bis zum 21. Januar muss der Verein eine Liquiditätslücke, die Kothny zuvor mit einer Summe im "siebenstelligen" Bereich beziffert hatte, schließen und beim DFB nachweisen, dass er die Dritte Liga in den nächsten Monaten wirtschaftlich stemmen kann.

Die Chancen dafür stehen gut. Denn Kothny verspricht im Gespräch mit der AZ: "Kein Spieler muss sich Sorgen machen, dass sein Gehalt nicht bezahlt wird." Auch sonstige Kosten wie Stadionmiete oder Versicherungen seien damit bis zum Saisonende "komplett gedeckt". Mehr noch: Das negative Ergebnis aus der Regionalliga-Saison (1,9 Millionen Euro) sowie das Minus aus der bisherigen Drittliga-Spielzeit habe der Präsident längst aus eigener Tasche ausgeglichen.

Und dass mit fünf Spielern (Tom Boere, Ermre Kurt, Thomas Haas, Marco Holz und Marco Raimondo-Metzger) die Verträge aufgelöst wurden, dürfte ebenfalls ein wenig zur finanziellen Gesundung des Vereins beigetragen haben.

Das alles führt dazu, dass sich Trainer Alexander Schmidt und sein Team nach Wochen des Bangens und Zitterns nun rechtzeitig zum Re-Start wieder auf ihre eigentliche Aufgabe, den Fußball, konzentrieren können. Besser so. Montagabend (19 Uhr, MagentaSport) gastiert schließlich Spitzenreiter Dynamo Dresden im Grünwalder Stadion.

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