Nur 64 Tage Türkgücü: Wie es nach dem Hyballa-Rauswurf jetzt weitergeht

Die "türkische Kraft" wirft Trainer Hyballa nach nur sieben Spielen wieder raus. "Es geht immer weiter", schreibt der 45-Jährige der AZ. Geschäftsführer Kothny fordert "gemeinsam eine Reaktion".
| Matthias Eicher
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Schon wieder Geschichte bei Türkgücü: Peter Hyballa, im Sommer EM-Experte, ist seinen neuen Trainerjob nach nur sieben Spielen los.
Schon wieder Geschichte bei Türkgücü: Peter Hyballa, im Sommer EM-Experte, ist seinen neuen Trainerjob nach nur sieben Spielen los. © imago images/Passion2Press

München - Am 20. September stellte Türkgücü - mal wieder - einen neuen Trainer vor. "Ich freue mich auf die anstehende Aufgabe und darauf, mit der Mannschaft unsere ehrgeizigen Ziele in Angriff zu nehmen", sagte Peter Hyballa voller Tatendrang. 64 Tage später ist er schon Geschichte.

"Die Resultate der vergangenen Spiele sowie das Tabellenbild, das sich zuletzt entwickelt hatte, haben uns dazu bewegt, an dieser Stelle den gemeinsamen Weg mit Peter Hyballa zu beenden. Wir danken Peter für seinen unermüdlichen Einsatz und wünschen ihm alles Gute und viel Erfolg für die Zukunft", erklärte Geschäftsführer Max Kothny die Entscheidung in einer Pressemitteilung.

Türkgücü hat schon wieder den Schleudersitz betätigt

Besagtes Drittliga-Tableau ordnet den hochambitionierten Klub des türkischen Investors Hasan Kivran nach Hyballas vierter Pleite in Serie mit nur 18 Zählern auf Rang 16 ein, nur hauchdünn über dem Strich.

Der Schleudersitz-Klub hat also mal wieder den Schleudersitz betätigt. Die AZ fragte nach beim Leidtragenden. "Es geht immer weiter", antwortete Hyballa, wollte sich aber darüber hinaus nicht äußern. Doch wie soll es nun weitergehen beim notorisch nervösen Verein, der seine Trainer so schnell zu wechseln pflegt wie kaum ein anderer Klub in der Dritten Liga?

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"In den kommenden Tagen werden wir uns intensive Gedanken über die Marschroute der anstehenden Wochen und Monate machen, um so einen geeigneten Nachfolger präsentieren zu können, sagte Kothny, der verlängerte Arm Kivrans, zur bestens bekannten Türkgücü-Routine: der Trainersuche.

Als Nachfolge-Kandidaten gelten Reiner Maurer, Alexander Schmidt, Serdar Dayat und Petr Ruman. Halt, Moment, irgendetwas ist doch an dieser Aufzählung falsch!? Ah ja, richtig: Es handelt sich nicht um Hyballas mögliche Nachfolger, sondern um die Vorgänger. Um diejenigen Übungsleiter, die Türkgücü seit Sommer 2020 bereits verschlissen hat.

Trauern die Türkgücü-Fans Ex-Coach Schmidt nach?

Viel Zeit, um eine zumeist aus vielen Einzelkönnern zusammengekaufte Mannschaft rund um den begnadeten, aber zuletzt wenig effektiven Superstar Sercan Sararer zu entwickeln, blieb keinem Coach. Zur Erinnerung: Maurer musste trotz des Aufstiegs in die Dritte Liga gehen.

Was die dritthöchste Spielklasse anbelangt, dürfte die Amtsenthebung von Ex-Löwe Schmidt rückblickend möglicherweise den ein oder anderen Türkgücü-Fan schmerzen: Schließlich lag der Kivran-Klub unter Schmidt auf Tabellenplatz sieben, und zwar als Aufsteiger. Damals langte schon die Negativ-Bilanz von zwei Remis und drei Pleiten. Bekanntlich ist der Ex-Trainer im späteren Saisonverlauf mit Dynamo Dresden in die Zweite Liga aufgestiegen.

Hyballas Bilanz: Fünf Pleiten in acht Spielen

Hyballa lieferte zuletzt eine vergleichsweise besorgniserregende Bilanz: In den acht Spielen unter Hyballa setzte es nach dem gelungenen Einstand gegen Borussia Dortmund II (2:1) - mit Ausnahme des mühsamen 1:0-Sieges gegen Wehen Wiesbaden in doppelter Überzahl - satte fünf Niederlagen. Kein Wunder also, dass dem ehrgeizigen Geldgeber Kivran erneut die Hutschnur platzte.

Kurios: Kothny schickte nebst Hyballas Rauswurf einen Appell "an die Mannschaft und das gesamte Umfeld des Vereins" hinaus: "Wir müssen uns gemeinsam der Brisanz der aktuellen sportlichen Situation bewusst sein und auch gemeinsam eine Reaktion zeigen, uns herauskämpfen und wieder Punkte holen." Das Wort "gemeinsam" stand in großen Lettern. Für die Gattung Trainer scheint es nicht zu gelten...

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