Darum ist Türkgücüs Drittliga-Lizenz in Gefahr

Ohne Rasenheizung im Oly keine Zulassung zur Dritten Liga. Hält die Stadt ihre Zusage ein?
| Krischan Kaufmann
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Das Münchner Olympiastadion ist in die Jahre gekommen. (Archivbild)
Das Münchner Olympiastadion ist in die Jahre gekommen. (Archivbild) © Sven Hoppe/ dpa

München - Da schau her, Türkgücü: Zwei Siege im Toto-Cup plus die Aussicht auf den DFB-Pokal, dazu noch der erste Liga-Dreier von Trainer Serdar Dayat - sportlich gesehen läuft's gerade wieder beim Aufsteiger.

Mit 43 Punkten und dem damit so gut wie sicheren Klassenverbleib könnte der Drittliga-Neuling den achtteiligen Saisonendspurt, der am Samstag mit der Partie bei Mitaufsteiger FC Saarbrücken (14 Uhr, MagentaSport) startet, also ganz locker angehen - wenn da nicht dieser bange Blick in die Zukunft wäre.... Womöglich ist die starke Premieren-Saison am Ende sogar Makulatur - nämlich, wenn Türkgücü vom DFB nicht die Lizenz für die kommende Drittliga-Spielzeit erhält. Genau da hakt es aktuell gewaltig. Da der DFB eine komplette Saisonnutzung von drei Vereinen (Türkgücü, TSV 1860 und FC Bayern II) im Grünwalder Stadion nicht erlaubt, musste Türkgücü erneut das Olympiastadion als Ausweichspielstätte für acht Liga-Partien angeben.

Problem für Türkgücü: Keine Rasenheizung im Olympiastadion

Der Haken daran: Das Oly verfügt nach wie vor über keine Rasenheizung, die aber eine Grundbedingung zur Erfüllung der Lizenzauflagen ist. Für die laufende Saison hatte der Verband ein Auge zugedrückt, ein weiteres Mal wird dies kaum passieren. Nach AZ-Informationen hatte die Betreibergesellschaft des Olympiastadions, deren Aufsichtsratsvorsitzende Sportbürgermeisterin Verena Dietl ist, Türkgücü deshalb zugesichert, dass eine Rasenheizung rechtzeitig eingebaut werde. Nur ist bislang nicht einmal der entsprechende Beschluss im Stadtrat dazu gefallen, dass die Planungskosten von rund 150.000 Euro auch übernommen werden. Nun läuft Türkgücü die Zeit davon.

Im Lizenzierungsverfahren müssen in den nächsten Wochen alle nötigen Unterlagen wie auch der Stadionmietvertrag abgegeben werden - dies ist allerdings momentan nicht möglich, da zur Rasenheizung keine Planungssicherheit besteht. Im Zweifel müsste dann der Zulassungsbeschwerdeausschuss des DFB darüber entscheiden, ob Türkgücü trotzdem eine Ausnahmegenehmigung erhält. Ausgang äußerst ungewiss. Bei der Stadt München ist man sich des Problems immerhin schon mal bewusst. Auf AZ-Anfrage erklärt das zuständige Referat für Bildung und Sport: "Es besteht ein ständiger Austausch mit den Verantwortlichen des DFB, der DFL und der Vereine. Der Zeitplan zur Herstellung aller notwendigen Lizenzierungs-Voraussetzungen ist ebenfalls im Blick aller Beteiligten. Die Beschlussfassung wird in der nächsten Sitzung erfolgen."

Hat die Stadt Versprechen an Türkgücü nicht eingehalten?

Diese soll angeblich am 5. Mai über die Bühne gehen. Da könnte es aber schon zu spät sein, denn die Lizenzerteilung durch den DFB erfolgt in der Regel zum selben Zeitpunkt. Zu Details der Angelegenheit möchte sich Türkgücüs Geschäftsführer Max Kothny gegenüber der AZ nicht explizit äußern, allerdings betont er vielsagend: "Ich würde mir wünschen, dass Versprechungen der Stadt eingehalten werden und Türkgücü München nicht immer als einziger Klub um seine Lizenz bangen muss."

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Was Kothny in Sachen Olympiastadion ebenfalls wichtig ist: "Die Mietmehrbelastung, die sich in dieser Saison auf rund 100.000 Euro beläuft, weil wir die Situation im Grünwalder Stadion freiwillig entlasten, können wir in der kommenden Saison nicht mehr weiter tragen." Hier hoffen die Türkgücü-Macher auf ein Entgegenkommen von Dietl & Co. - ebenso wie beim Thema NLZ, wo der Austausch mit der Stadt laut Kothny aktuell aber ins Stocken geraten ist. Und was sagt die Sportbürgermeisterin dazu? "Ich freue mich, dass wir drei Münchner Fußballvereinen die Möglichkeit geben können, hochklassig in unserer Stadt zu spielen. Um Türkgücü gute Voraussetzungen für den Sportbetrieb zu geben, untersuchen wir intensiv alle Belange des Vereins." Hoffentlich ist es dann nicht schon zu spät. . .

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