"Wir werden nächstes Jahr Regionalliga spielen": Zwangsabstieg des TSV 1860 perfekt

Der TSV 1860 stürzt in die Regionalliga Bayern ab, die für die Drittliga-Lizenz notwendigen 2,7 Millionen Euro konnten bis zur Frist am Mittwochabend nicht vorgewiesen werden. Die Löwen-Führung äußert sich zur dramatischen Entwicklung.
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Der Absturz ist perfekt: Der TSV 1860 spielt kommende Saison in der Regionalliga.
Der Absturz ist perfekt: Der TSV 1860 spielt kommende Saison in der Regionalliga. © IMAGO

Dunkle Wolken ziehen über Giesing, der TSV 1860 steht vor dem Absturz in die Viertklassigkeit. Dem Klub ist es nicht gelungen, dem DFB die für die Drittliga-Lizenz notwendige Liquidität bis Mittwoch um 17 Uhr nachzuweisen. Um 17.13 Uhr antworte Löwen-Investor Hasan Ismaik auf Nachfrage der AZ vielsagend lediglich mit "Sad day", also "ein trauriger Tag". Um 17.48 Uhr folgte dann auch die offizielle Pressemitteilung mit dem Titel "TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA kann Lizenzbedingungen nicht erfüllen".

Wenig später traten 1860-Präsident Gernot Mang und der Aufsichtsratsvorsitzende Herbert Bergmaier vor die an der Geschäftsstelle warten Fans und Medienvertreter. "Jetzt stehen wir da wie 2017", sagte Mang einleitend und kam direkt zum Punkt: "Ich sag' es gleich: Wir haben die Lizenz nicht bekommen. Das heißt, wir werden nächstes Jahr Regionalliga spielen. Wir sind jetzt dran, Lösungen zu suchen und zu finden, wie es hier weitergeht."

1860-Präsident Mang: "Es kann eine Chance für den gesamten Verein sein"

Es sei enttäuschend, da man Tag und Nacht verhandelt, aber keine Einigung erzielt habe. "Ich kann nur sagen, dass wir jetzt einen Weg gehen werden, den Verein aufstellen und wirklich nach vorne schauen", so Mang weiter: "Ich glaube, es kann eine Chance für den gesamten Verein sein."

"Es gab leider keine Einigung für eine Finanzierung der 3. Liga", so Bergmaier, "daher bleibt nur 4. Liga, bzw. was der Bayerische Fußball-Verband dann entscheidet." Der hat sich bereits gegenüber BR24 positioniert und in Person von Geschäftsführer Jürgen Igelspacher bestätigt, dass der TSV 1860 in der Regionalliga Bayern spielen wird, die wohl von 18 auf 20 Vereine aufgestockt wird.

Laut Aussagen der Verantwortlichen hätten am Schluss zwei Verträge unterschriftsreife Verträge vorgelegen. Das Problem laut Bergmaier: "Der eine war akzeptabel für den e.V., der andere war akzeptabel für die HAM. Beide waren akzeptabel für die KGaA." Alle drei Parteien konnten sich aber nicht auf einen Vertrag einigen.

1860-Torwart Dähne hat keinen Vertrag für die Regionalliga

Sechzig fehlten bis zuletzt rund 2,7 Millionen Euro. Das Finanzloch soll unter anderem durch die erhöhten Kaderkosten entstanden und bereits im Mai 2025 bekannt gewesen sein, am 21. Mai hatte Ismaik schließlich einen bestehenden Darlehensvertrag gekündigt. Anschließend hatte der Investor, der seine Anteile am Klub weiterhin gerne verkaufen würde, angekündigt, dass er grundsätzlich die Bereitschaft zu einer weiteren Unterstützung habe, dafür aber Bedingungen seitens 1860 zu erfüllen seien

Nach 1982 und 2017 steht nun der dritte Zwangsabstieg der Vereinsgeschichte fest, die Löwen stehen vor einem Scherbenhaufen. In den kommenden Tagen gibt es zahlreiche Fragen zu klären, denn nur acht Spieler sollen einen für die Regionalliga gültigen Vertrag besitzen. Torhüter Thomas Dähne gehört nach AZ-Information nicht dazu. 

Auch die geplanten Transfers von Julian Guttau und Dennis Dressel, die nach AZ-Information wegen der Finanzlage ins Stocken geraten sind, dürften nicht stattfinden. 

Löwen stürzen in die Regionalliga: Die Pressemitteilung im Wortlaut

Die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA wird aufgrund eines nicht fristgerecht erbrachten Liquiditätsnachweises die erforderliche Zulassung für die 3. Liga durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) nicht erhalten. Ursächlich dafür ist eine nicht erfüllte Finanzierungszusage unseres Gesellschafters Hasan Ismaik und der mit ihm verbundenen Unternehmen.

Die Geschäftsführung der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA arbeitet eng mit erfahrenen Sachverständigen und Beratern aus den Bereichen Insolvenzrecht zusammen. Ziel ist es, den Geschäftsbetrieb unter Wahrung der Rechte und Interessen der Gesellschaft geordnet aufrechtzuerhalten und gemeinsam mit unseren Sponsoringpartnern eine tragfähige Perspektive für die Zukunft zu entwickeln.

Manfred Paula, Geschäftsführer der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA, sagt: "Ich bedauere die Nichteinhaltung der Finanzierungszusage durch den Gesellschafter HAM International. Bis zuletzt war ich fest davon überzeugt, dass eine Lösung im Interesse der Profifußball-Gesellschaft gefunden werden kann. Dieser Wunsch hat sich leider nicht erfüllt. Wir werden nun all unsere Energie darauf verwenden, einen schlagkräftigen Kader für die kommende Saison in der Regionalliga Bayern aufzustellen."

Gernot Mang, Präsident des Muttervereins TSV München von 1860 e. V. sagt: "Diese Entwicklung ist besonders enttäuschend, da sowohl die Geschäftsführung als auch die Vertreter des Muttervereins auf die Einhaltung der getroffenen Zusage vertraut haben. Wir haben uns als Vereinsvertreter immer kompromissbereit gezeigt, können uns aber nicht über satzungs- und verbandsrechtliche Vorgaben hinwegsetzen."

Herbert Bergmaier, Vorsitzender des Aufsichtsrats der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA, erklärt: "Ich bedauere, dass nach der Kündigung der Darlehen keine Einigung zwischen den Gesellschaftern über eine Finanzierung der 3. Liga erzielt werden konnte."

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  • Knoedel vor 3 Stunden / Bewertung:

    Mein Vorschlag:
    den Verein auflösen, das Stadion abreißen und dort Wohnungen hinbauen, und die Fans auch wenns größtenteils Unterschichtler sind, können zum FC Bayern rüberschwenken. Dort kann man wenigstens Erfolge feiern.

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  • MonacoFranze vor 8 Stunden / Bewertung:

    Vielen Dank. Sie bringen die Sache auf den Punkt!
    Die Sache ist doch die: Natürlich hat der Verein missgewirtschaftet, natürlich hat der Verein Schulden, die lange bekannt sind. Aber den Verein wiederholt im Stich zu lassen, genau dann wenn es brennt, ist eines „Investors“ unwürdig! Er kam und kommt mit der 50+1 Regel nicht klar, die ihm die volle Kontrolle über den Verein ermöglicht hätte. Ja, er ist ein kleiner Despot.
    Aber der Zwangsabstieg kann auch einen Vorteil haben: Ein Verein in der 4. Liga wird schlicht „billiger“, wenn er weiterhin vor hat seine Anteile zu verkaufen. Einzig der Investor fehlt. Was ich in dem Zusammenhang jedoch nicht verstehe, ist: Warum wird die Stadt hier nicht ausnahmsweise tätig, und kauft seine Anteile? Wie viel will er dafür haben? Auch die Stadt sollte ein Interesse daran haben 60 zu erhalten. Danach kann man in aller Ruhe einen neuen Investor suchen. Aber Hauptsache der Verein wird den Möchtegern-Scheich endlich los, und kann neu anfangen.

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  • Chris_1860 vor 9 Stunden / Bewertung:

    Ismaik hat uns jetzt wirklich zum zweiten Mal in die "4" geschickt. So viel zum „GröLFaZ“ (größter Löwen-Fan aller Zeiten). Trotzdem verteidigen immer noch welche diesen windigen Geschäftsmann und bezeichnen ihn als „Investor“. Unglaublich.

    Ismaik ist kein Partner, er ist ein Despot, der nur Unterwürfigkeit ihm gegenüber akzeptiert, ein arabischer Mini-Trump mit Allmachtsphantasien.

    Das einzig sinnvolle Ziel kann es jetzt nur noch sein, diesen Schmieren-Komödianten endlich und endgültig loszuwerden, egal ob in der vierten oder fünften Liga. Hauptsache endlich ein Neuanfang ohne diese Figur, die weit überwiegende Zahl der Löwen-Fans geht diesen Weg dann gerne sicherlich mit.

    Zupf Di endlich, Hasan, Freiheit für Sechzge.

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