Achtung, Löwenfans: Das sagen die OB-Kandidaten zum Grünwalder Stadion
Dominik Krause lebt in der Nachbarschaft des Grünwalder Stadions. "Spieltage sind Feiertage", schwärmt er, als die AZ ihn danach fragt. "Da bebt das ganze Viertel. Ich liebe diese Atmosphäre, besonders um die Tela und das Stadion." Fußballfan ist der grüne OB-Kandidat eigentlich nicht, aber letzte Woche gegen Aue war er im Stadion. "Die Stimmung war super, ein rundum gelungener Abend," sagt Krause. Er könne sich Giesing ohne das Grünwalder gar nicht vorstellen. "Das gehört zur DNA unseres Viertels."
Giesing und das Stadion: So sieht es OB-Kandidat Dominik Krause
Krause sieht das Stadion auch als ein Bollwerk gegen die Aufwertung. Er sagt: "Giesing ist nicht so geschleckt, noch sehr münchnerisch. Daran hat das Stadion einen großen Anteil, es wirkt ins ganze Viertel hinein."
Neben der Sympathie für das Ereignis Fußball mitten in der Stadt ist dieser Tage natürlich auch interessant, wie Krause politisch zum Stadion und dessen Ausbau steht. Seine Position dazu ist kaum bekannt, für die Grünen sprachen stets andere zum Thema, für die Stadt-Spitze Sport-Bürgermeisterin Verena Dietl und OB Dieter Reiter (beide SPD).
Was Krause davon hält, dass die Sechzger gerne 40 Millionen Unterstützung von der Stadt hätten, auch wenn sie das Stadion in Erbpacht ausbauen (AZ berichtete exklusiv)? "Ich will keine Versprechen machen, die ich später nicht halten kann", sagt Krause. "Aber wenn wir als Stadt eine hohe Summe Steuergeld investieren, dann muss am Ende auch eine moderne Spielstätte stehen."
Was Dominik Krause zum Erbpacht-Modell sagt
Das Erbpacht-Modell - das die SPD und die Löwen aktuell favorisieren - nennt auch Krause den "richtigen Weg". Doch nun müsse man erst abwarten, was die Machbarkeitsstudie ergebe.
Krause verweist darauf, dass München weiter wächst. "Da brauchen wir mehr moderne Sportstätten und nicht weniger. Wenn wir das erste klimaneutrale Stadion Münchens hinkriegen, wäre das natürlich auch cool." Auch für die Zusammenarbeit mit den Sechzgern als OB hätte Krause sich schon etwas vorgenommen: "Ich werde mit den Löwen auf Augenhöhe sprechen," sagt er, "vertraulich und wertschätzend."
Eben das ist zuletzt nach jahrelangem gegenseitigem Gegrummel auch Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) gelungen. Er selbst, aber auch Löwen-Präsident Gernot Mang sprachen in den vergangenen Monaten zufrieden über atmosphärische und inhaltliche Fortschritte beim Projekt Grünwalder-Ausbau, Reiter nannte einen Ausbau auf 25.000 Zuschauer in der Hand der Löwen, wie vom TSV 1860 favorisiert, gar seine "Lieblingslösung".
"Selbstverständlich": So sieht Dieter Reiter aktuell die Stadion-Debatte
Am Mittwoch äußerte sich Dieter Reiter von der AZ angefragt erneut zur Stadiondebatte. "Meine favorisierte Lösung für das Grünwalder Stadion bleibt die Erbpacht, weil sie dem TSV 1860 München langfristige Planungssicherheit gibt und gleichzeitig das Stadion in städtischer Hand bleibt", sagte er.

"Gleichzeitig habe ich immer gesagt: Wenn eine Erweiterung rechtlich möglich ist, unterstützt die Stadt den TSV 1860 München selbstverständlich dabei."
Reiter sagte, er begrüße sehr, "dass der Verein jetzt eine Machbarkeitsstudie auf den Weg gebracht hat. Das zeigt, dass die Verantwortlichen das Sechzgerstadion als Heimat der Löwen weiterentwickeln wollen." Wenn sich dabei rechtlich und baulich neue Möglichkeiten eröffnen, sei er "zuversichtlich, dass wir gemeinsam gute Lösungen finden können".
Bei allem Optimismus klang Reiter zuletzt beim Thema aber weiter etwas ungeduldig. Zum x-ten Mal gibt man den Löwen mehr Zeit. Im Dezember nannte Reiter für 2026 eines seiner großen Ziele, endlich eine Lösung für die Zukunft des Stadions zu finden. Sonst würde, heißt es aus der Verwaltung, irgendwann sogar drohen, dass Bereiche gesperrt werden müssen, weil sie zu baufällig sind. 2026 wird also wahrscheinlich tatsächlich das Jahr der Entscheidung - mit welchem Oberbürgermeister auch immer.

