Verletzungsmisere beim TSV 1860: Wann sich die Personallage endlich bessern soll

Rot-Weiss Essen (1:1) und VfL Osnabrück sind überstanden, wenngleich das Ergebnis des zweiten Duells des noch jungen Fußball-Jahres 2026 noch nicht feststeht. Klar ist aber: Die Verletzten-Lage wird beim TSV auch am dritten Rückrunden-Spieltag nicht besser.
Kauczinskis Durchhalteparole
"Ich bin seit vielen, vielen Jahren Trainer. Und was mache ich? Ich mache das Beste draus! Es ist mein Job, mit allem, was gerade los ist - und es ist immer irgendwas los – einfach das Beste daraus zu machen", sagte Cheftrainer Markus Kauczinski über die beispiellose Verletzungsmisere seiner Mannschaft, die der routinierte Coach so gelassen zur Kenntnis nimmt wie nur irgend möglich und von allen beteiligten fordert: "Wir müssen noch drei, vier Wochen durchhalten."Kauczinskis weiß-blaue Durchhalteparole.
Elf Ausfälle hatte der TSV 1860 gegen RWE zu beklagen, gegen den VfL Osnabrück waren es "nur" noch zehn. Elf, zehn … gemäß dieses Countdowns wären es im anstehenden, wichtigen Heimspiel gegen Kellerkind Alemannia Aachen (Samstag, 14 Uhr, im AZ-Liveticker) immer noch ganze neun Kicker, oder?
Die Verletztenliste des TSV 1860
Und tatsächlich: Laut Kauczinski wird der Großteil der unpässlichen Giesinger weiterhin passen müssen und voraussichtlich nur ein einziger zurückkehren. Inzwischen gilt es, diese in drei Kategorien einzuteilen.
Als da wären: "Die Langzeitverletzten", die Kauczinski da aufzählte: Tunay Deniz (Kreuzbandriss), Max Christiansen (Hüft-OP) und Sigurd Haugen (Kieferbruch). Dazu kommt "die zweite Gruppe" um Kapitän Jesper Verlaat, Sean Dulic, Manuel Pfeifer (alle Muskelfaserriss), Samuel Althaus (muskuläre Probleme am Hüftbeuger), Morris Schröter (Trainingsrückstand) und Florian Niederlechner (Muskelverletzung). Allesamt nicht oder nicht mehr in die Kategorie der Dauer-Ausfälle zu packen, aber im Aufeinandertreffen mit Alemannia Aachen laut Kauczinski noch nicht wieder einsatzbereit. Auf die Frage, wer zurückkommen könnte, blieb dem TSV-Trainer also nur einzig und allein die Antwort: "Maxi Wolfram!"
Hoffnung auf Rückkehrer
Und wie schaut’s danach aus? In den folgenden Wochen hofft der TSV-Trainer durchaus darauf, dass die Herren Verlaat, Dulic, Pfeifer, Althaus, Schröter rund Niederlechner zurückkehren werden. Wobei gerade Dauer-Sorgenkind Schröter Rätsel aufgibt: Der Routinier ist nach monatelanger Auszeit zwar schon eine ganze Weile wieder im Trainingsbetrieb. Er hatte bisher aber "nicht das Gefühl, der Mannschaft helfen zu können." Theoretisch könnte das beschriebene Gefühl in den nächsten Tagen zurückkehren, doch ob Schröter überhaupt nochmal an seine alte Form anknüpfen kann und falls ja, wann?
Klar ist auch: Die Sechzger sollten sich hüten, neue angeschlagene oder gar verletzte Spieler anzusammeln. "Viel darf nicht mehr passieren", gab auch Kauczinski zu, da er weiß, dass es eine ausgedünnte Mannschaft umso mehr Substanz kostet, den kräfteraubenden Drittliga-Alltag ohne die gesamte Kaderbreite des TSV bewältigen zu müssen.
Für die Junglöwen um Damjan Dordan (23), Loris Husic (18) oder Noah Klose (20) sei es eine Chance, um auf sich aufmerksam zu machen und zu Einsätzen zu kommen, doch allzu viele Wechseloptionen hat der Trainer-Routinier nicht mehr auf seiner Ersatzbank sitzen.

Junge Talente im Fokus
Und die, die er hat, die etwa Angreifer Noah Klose, Sohn von Weltmeister Miroslav Klose, denen müsse er "noch etwas den Jugendfußball austreiben". Na dann: Erfolgreiches Durchzählen, gelungenes Austreiben – und gutes Durchhalten!