Uduokhai, Boenisch und Co.: Das Mauer-Werk der Löwen

Von Uduokhai bis Boenisch und Mauersberger: Die AZ analysiert die aktuelle Abwehrsituation beim TSV 1860 München.
| Matthias Eicher
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Das Top-Talent des TSV 1860: Felix Uduokhai (M.) im Löwen-Trainingslager.
sampics/Augenklick Das Top-Talent des TSV 1860: Felix Uduokhai (M.) im Löwen-Trainingslager.

Troia - Große Bayern, kleine Hachinger – oder doch die Löwen? Felix Uduokhai hatte als zehnjähriger Bursche bei allen drei Münchner Vereinen ein Probetraining. "Ich hätte auch zu Bayern gehen können, aber ich wollte zu Sechzig – da hat’s mir besser gefallen", sagt der Verteidiger. Es sei harmonischer und weniger anonym zugegangen. Und so kam es, dass sich jener Spieler, der aktuell als größtes Junglöwen-Talent gilt, für die Blauen entschied.

Trotz der Tatsache, dass Ex-Bayer Zé Roberto als sein Vorbild gilt und er sich am liebsten von Bayerns aktuellem Innenverteidiger-Duo Jérôme Boateng und Mats Hummels etwas abschaut, reifte Uduokhai nach den Stationen Annaberg-Bochholz und Erzgebirge Aue auf Giesings Höhen zum Profi, schaffte in der Hinserie den Durchbruch. "Wenn ich höre, dass man mich Shootingstar nennt, lässt mich das natürlich nicht kalt. Es ist eine Bestätigung, dass man vieles richtig macht", erklärt der 19-Jährige bei seiner ersten Presserunde am Wochenende, "ich denke, ich hab’s bisher ganz ordentlich gemacht." Ein Ligatreffer (gegen Sandhausen), ein verwandelter Strafstoß beim Elfmeterkrimi in Würzburg und meist souveräne Leistungen in neun Spielen – so lesen sich Uduokhais Erfolge, "und das waren auch meine Highlights", sagt er.

Alle Infos zum Trainingslager gibt's hier im AZ-Newsblog

Nun hat der ruhige Youngster, der "Forrest Gump" als Trainingslager-Lektüre liest und sich "schöne Sprüche aus Büchern" festzuhalten pflegt, auch beste Chancen, in der Rückrunde unter dem neuen Chefcoach Vitor Pereira eine tragende Rolle zu spielen. Eine solche wünscht sich auch Sebastian Boenisch, der sein bisheriges Wirken bei 1860 im Gegenteil zu Uduokhai als "unglücklich" bezeichnet. "Mir wurde kein Gefallen getan", sagt er über die Einschätzung von Ex-Sportchef Thomas Eichin, dass er sofort weiterhelfen werde – prompt folgten zwei Muskelfaserrisse. "Ich laufe lieber über den Platz und habe Spaß mit den Jungs, als bei irgendwelchen Ärzten zu sein", so der Außenverteidiger, "aber jetzt bin ich fit."

Die AZ zeigt, gegen wen sich das Duo im Kampf um die (Abwehr-)Plätze behaupten muss.

Rechtsverteidigung: Neuzugang Filip Stojkovic durfte auf rechts am häufigsten ran und hat sich nach seiner Verletzung auch noch am besten dort angestellt. Fanol Perdedaj wurde des Öfteren umfunktioniert, agierte aber durchwachsen. Eine weitere kampfstarke, aber nicht die schnellste Option wäre Milos Degenek. Und, wie Boenisch selbst sagt: "Ich bin Rechtsfuß, das kann ich auch spielen." Vieles spricht dafür, dass Stojkovic die besten Karten hat.

AZ-Interview mit Stefan Aigner:

Innenverteidigung: "Am Anfang musste ich mich gedulden", sagt Uduokhai, der beim 2:1 in Nürnberg einen Zwei-Minuten-Kurzeinsatz feiern durfte und danach mit Patellasehnenproblemen pausieren musste. Zuletzt hatte er sich mit sieben Einsätzen über je 90 Minuten an der Seite von Vize-Kapitän Jan Mauersberger festgespielt. "Ein gestandener Zweitligaspieler bin ich noch lange nicht", sagt Uduokhai zurückhaltend und spricht umso forscher über seine Zukunft: "Ich habe bis 2019 Vertrag bei Sechzig und kann nicht sagen, ich bleibe bis 2022. Das ist im Fußball heutzutage nicht mehr so." Doch erst gelte: "Ich konzentriere mich voll und ganz auf die Rückrunde. Es kommt darauf an, wie sie läuft." Nebenmann und Ex-Bayer Mauersberger gibt sich derweil entspannt: "Es heißt zwar: Neuer Trainer, neues Glück, aber ich denke, ich habe bis auf ein, zwei Spiele eine ordentliche Hinrunde gespielt." Weitere, unwahrscheinlichere Kandidaten: Degenek, Rodnei, Kai Bülow. Und Boenisch: "Ich kann auch dort spielen."

Linksverteidigung: Hier ist Maxi Wittek der Platzhirsch, aber trotz starker Anlagen und seines Status als Urlöwe mangels Konstanz nicht unumstritten. Die Chance für Boenisch – auf seiner favorisierten Position. "Ich habe dort weit über 100 Bundesligaspiele gemacht, das ist meine Lieblingsposition." Die Schluss-Weisheit gehört dem Neu-Student Mauersberger (hat sich kürzlich für Kommunikations- und Medienmanagement eingeschrieben): "Es wird sicher noch der ein oder andere Neuzugang mit uns um die Plätze kämpfen."

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