TSV-1860-Trainer Kayabunar reagiert auf Mangs Aufstiegsversprechen

Im Spitzenspiel gegen den TSV Buchbach will der TSV 1860 nicht nur Tuchfühlung zur Tabellenspitze halten, er hat auch noch eine Rechnung offen. Die die Aufstiegs-Ansage des Präsidenten sieht der Trainer als "gutes Zeichen".
von  Matthias Eicher
1860-Präsident Gernot Mang (l.) und Cheftrainer Alper Kayabunar.
1860-Präsident Gernot Mang (l.) und Cheftrainer Alper Kayabunar. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON

Der 1. September 2026 war ein historischer Tag für Sechzig: Die ausgegliederte Profifußballabteilung ging offiziell in die Insolvenz, das achteckige Löwen-Wappen wanderte dabei direkt nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens überraschend schnell zum Mutterverein zurück.

Mit diesem vereinspolitischen Rückenwind wollten die Sechzger, inzwischen in ihrer neuen Fußballfirma organisiert, den Regionalliga-Spitzenreiter TSV Buchbach im Totopokal weghauen und mussten eine böse 1:3-Heimpleite einstecken – nun ist es an der Zeit, die offene Rechnung zu begleichen ...

Dennis, diesmal jubeln wir: 1860-Trainer Alper Kayabunar (Mitte) mit Kapitän Dressel (l.) beim verlorenen Toto-Pokal-Duell mit Buchbach am 1. September.
Dennis, diesmal jubeln wir: 1860-Trainer Alper Kayabunar (Mitte) mit Kapitän Dressel (l.) beim verlorenen Toto-Pokal-Duell mit Buchbach am 1. September. © sampics

Freitagabend, Flutlicht, schnelle Neuauflage des Duells im Grünwalder Stadion: Die Buchbacher schauen nun am 17. Spieltag der Regionalliga Bayern zum nächsten Duell mit dem  TSV 1860 auf Giesings Höhen vorbei (19 Uhr). Servus zurück, Pokalschreck! Die Giesinger wollen die Buchbacher nach der Pokal-Pleite unbedingt ohne Punkte wieder nach Hause schicken. Und zwar mit einem beherzten: Servus, Pokalschreck!

Im Pokal waren die Vorzeichen für 1860 äußerst ungünstig

Für Cheftrainer Alper Kayabunar findet das Viertliga-Duell unter "anderen Voraussetzungen" statt, denn: "Buchbach hatte damals einen Tag länger Pause und konnte mit der Top-Mannschaft spielen. Wir hatten nicht den gesamten Kader zur Verfügung", meinte der 40-Jährige mit Verweis auf die damalige, für 1860 ungünstige Terminierung keine 48 Stunden nach dem Landsberg-Spiel (1:1).

Was wie eine Ausrede klingen mag, zwang Kayabunar damals zur Rotation. Aktuell kann er dagegen mit Ausnahme der Langzeitausfälle Tunay Deniz, Mark Gevorgyan und Eric Uhlmann aus dem Vollen schöpfen.

"Diese Woche konnte jeder mittrainieren", sagte Kayabunar und zeigte sich selbstbewusst: "Wir haben uns auf jeden Fall weiterentwickelt, haben andere Spielmuster und sind besser eingespielt. Wir wollen auf jeden Fall die drei Punkte holen!" Recht gibt Kayabunar, der in den letzten fünf Spielen drei Siege, ein Remis und "nur" die bittere 2:4-Pleite gegen den FC Bayern II einfuhr, zuletzt der dreckige 2:0-Arbeitssieg bei Heim-Spitzenreiter VfB Eichstätt.

Bei Buchbach ging die Formkurve zuletzt nach unten

Tabellarisch betrachtet ist das Duell zwischen Sechzigs (Vierter, 27 Punkte) und Buchbach (Zweiter, 29 Zähler) das erste echte Spitzenspiel der laufenden Spielzeit 2026/27. Gut gerüstet, Herr Kayabunar? "Ja, ich sehe uns gut gerüstet", stellte der Coach auf AZ-Nachfrage klar.

Buchbach hat im Vergleich zu 1860 eine umgekehrte Leistungskurve zu verzeichnen: In den vergangenen fünf Partien setzte es für den anfangs souveränen und ungeschlagenen Tabellenführer drei Pleiten und zwei Remis.

"Buchbach hat trotz der Form, die sie zuletzt hatten, eine sehr kampfstarke Mannschaft, die schon lange in der Regionalliga spielt", warnte Kayabunar: "Ich kenne viele Spieler und weiß, dass ihnen das Grünwalder Stadion genau gar nichts macht, sondern sie beflügelt." Trotz der mahnenden Worte des TSV-Trainers also keine ganz schlechten Voraussetzungen, um den kleinen Dorfverein mit einem Heim-Dreier zu verabschieden – und damit in der Tabelle zu überholen.

Kayabunar reagiert auf Aufstiegs-Ansage von Präsident Mang

Dass Sechzig auch am Saisonende ganz oben in der Regionalliga-Tabelle steht und via Relegation in den Profifußball zurückkehrt, darüber wollten die weiß-blauen Vereinsfunktionäre bislang spärlich bis gar nicht sprechen. Vereinspräsident Gernot Mang erklärte der AZ nun allerdings, dass ein Aufstieg wirtschaftlich und organisatorisch ohne neue Schulden machbar sei – wobei man sich schon fragt, ob dazu nicht neue Investoren vonnöten wären und dies mit den Machtverhältnissen der neuen Löwen überhaupt vereinbar ist.

Kayabunar jedenfalls sagte, als ihn die AZ auf die Aufstiegs-Ansage des Oberlöwen ansprach: "Das ist ein gutes Zeichen vom Verein. Aber ich stehe auch dazu, dass wir weiter von Spiel zu Spiel denken und wissen, wo wir herkommen, welche Schwierigkeiten wir im Sommer hatten."

Von daher gilt das weiß-blaue "Auf Wiedersehen" erst mal Pokalschreck Buchbach – und im Sommer 2027 dann hoffentlich der Liga.

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