TSV 1860 München: Was eine Petition gegen DFB und DFL für die Löwen bedeuten würde

Der TSV 1860 spielt in der Regionalliga Bayern um die Meisterschaft. Gleichbedeutend mit einem Aufstieg in die 3. Liga wäre diese jedoch nicht. Weil dieser Modus ungerecht sei, richtet das Fußballmagazin 11Freunde eine Petition an DFB und DFL. Für die Löwen könnte sich eine wegweisende Veränderung ergeben.
| Patrick Mayer
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Heimstätte des TSV 1860: die Löwen im Grünwalder Stadion.
imago/MIS Heimstätte des TSV 1860: die Löwen im Grünwalder Stadion.

München - FC Viktoria Köln, SV Waldhof Mannhein, SV Elversberg - so hießen die Teams, die in der Relegation um den Drittliga-Aufstieg im Sommer scheiterten. Dabei waren die Kölner Meister der Regionalliga West, und Elversberg Meister der Regionalliga Südwest. Der Mdous des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für den Aufstieg in die 3 Liga sieht jedoch drei Relegationsduelle mit je Hin- und Rückspiel vor, die über den wahren Ertrag und Erfolg einer Saison entscheiden.

Das findet das Kult-Fußballmagazin 11Freunde höchst ungerecht - und fordert per Petition eine Reform des Aufstiegsmodus. Demnach soll es künftig drei statt fünf Regionalligen geben, eine Regionalliga Nord/Nordost, eine Regionalliga West/Südwest - und eine Regionalliga Süd, in der auch die Regionalliga Bayern aufgehen würde.

Meisterschaft würde 1860 nicht reichen

Genau hier kommt der TSV 1860 ins Spiel und Deutsche Fußball Liga (DFL) gerichtete Petition sieht weiter vor, dass die jeweiligen Meister direkt aufsteigen würden und die drei Vizemeister wiederum in einer Relegationsrunde einen vierten Aufsteiger ausspielen würden. Voraussetzung wäre, dass es in der 3. Liga einen vierten Absteiger geben würde.

Was Löwen-Fans nun wissen müssen: Selbst wenn Tabellenführer Sechzig am Ende in der Regionalliga Bayern Meister wird, müssen die Giesinger eben erst noch die Aufstiegsrelegation gegen einen Vertreter aus der gut besetzten Regionalliga Südwest (Kickers Offenbach, 1. FC Saarbrücken, SV Waldhof Mannheim, SV Elversberg, SSV Ulm 1846, Stuttgarter Kickers usw.) spielen. Eben jene Relegation könnte Daniel Bierofka und seine Spieler dann um den Lohn einer ganzen Saison bringen. Vorausgesetzt, die Löwen werden tatsächlich Meister.

Regionalliga-Klubs reagieren begeistert

11Freunde nennt diesen Modus im aktuellen Heft die "größte Ungerechtigkeit, die es im Ligensystem des deutschen Fußballs gibt: nämlich die, dass fünf Regionalligen lediglich drei Aufsteiger ausspielen, was zu Duellen führt, in denen am Ende die Tagesform darüber entscheidet, ob es eine grandiose Saison war oder eben doch eine desaströse".

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Das Magazin schrieb sämtliche Regionalligisten an. Knapp dreißig Vereine haben demnach bis Redaktionsschluss geantwortet, "von denen ungefähr drei Viertel dem Konzept ganz oder überwiegend zugestimmt haben", erklärte 11Freunde. "Einige Reaktionen waren regelrecht euphorisch." Rocco Teichmann, Sportdirektor des Nordost-Regionalligisten FC Viktoria Berlin, wird etwa zitiert: "Top aufgeschlüsselt. Genau so sind meine Gedanken."

"Alles ist besser als der Status quo", sagte Michael Welling von Rot-Weiss Essen. "Ich begrüße Ihren medialen Druck ausdrücklich", antwortete demnach Philipp Herrnberger, Geschäftsführer des VfB Oldenburg, dem Magazin. "Es kann nicht sein, dass der letzte Elfmeter über Wohl und Wehe einer ganzen Saison entscheidet.“

Solidarfonds in der Regionalliga?

Markant: DFB und DFL hatten die Regionalliga einst weiter zerstückelt, weil viele Klubs finanziell an ihre Grenzen gerieten. Zuvor war die Regionalliga von 2008 bis 2012 in drei Ligen aufgeteilt. Auch Klubs aus Bayern, wie, mit Verlaub, der SV Seligenporten, der TSV Buchbach oder der TSV Rosenheim, dürften bei einer sportlichen Qualifikation eine dreigleisige Regionalliga mit deutlich weiteren Fahrten und vermehrt Hotelübernachtungen kaum stemmen können.

Das Magazin schlägt nun vor, dass die Zweitvertretungen der Profiklubs nicht diesen drei Regionalligen angehören sollen. Und weiter: "Um die höheren Reisekosten in einer Regionalliga mit drei Staffeln aufzufangen, stiften DFB und DFL aus ihren Einnahmen einen Solidarfonds. Dessen Ausschüttung erfolgt über einen 'Entfernungsschlüssel', der für jeden Verein festgelegt wird."

Ein hehrer Gedanke, dessen Umsetzung aber einen großen Richtungsstreit nach sich ziehen dürfte. 11Freunde will zumindest eine Diskussion über das Thema anregen. Rechtsvebindlich ist eine solche offene Internet-Petition ohnehin nicht. Die Löwen dürften dennoch aufmerksam die Entwicklung verfolgen - außer, sie steigen im kommenden Sommer direkt in die 3. Liga auf.

Lesen Sie hier: Löwen-Spiel gegen FC Ingolstadt II nicht bei Sport1

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