TSV 1860 München patzt in Regionalliga Bayern beim SV Seligenporten

Beim SV Seligenporten kommen die Löwen nicht über ein 0:0 hinaus, vergeben reihenweise gute Chancen. „Es ist Wahnsinn, was wir hier liegen lassen haben“, schimpft Trainer Daniel Bierofka.
| Patrick Mayer
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Heftige Gegenwehr: Beim SV Seligenporten spielt der TSV 1860 um Daniel Wein (Mitte) nur remis.
imago Heftige Gegenwehr: Beim SV Seligenporten spielt der TSV 1860 um Daniel Wein (Mitte) nur remis.

Seligenporten/München - "Uns will jeder verlieren sehen, damit müssen wir leben." Daniel Bierofka war unter Hochspannung. Im Trainer der Löwen arbeitete es, nachdem seine Mannschaft nicht über ein 0:0 bei Abstiegskandidat SV Seligenporten hinausgekommen war. Es war der zweite Löwen-Dämpfer nach der Pleite beim TSV Buchbach (0:1). Die Sechzger hatten in der Oberpfalz reihenweise Chancen liegen gelassen.

"Wir sind das ganze Spiel angerannt, hatten viele klare Torchancen. Der Torwart ist über sich hinausgewachsen", meinte Bierofka nach der Nullnummer auf Nachfrage der AZ. "Ich habe oft erlebt, dass du solch ein Spiel dann auch noch verlierst. Zu Null ist okay. Aber vorne haben wir so viele Chancen vergeben, das ist ja der Wahnsinn. Ich weiß gar nicht, wie viele. Ich hatte aufgehört, mitzuzählen." 

1860 rennt sich im Abwehrbollwerk fest

Vor allem in der zweiten Halbzeit scheiterten die Giesinger in Reihe: Sascha Mölders (46. Minute), Nico Karger (72.), Christian Köppel (76.), Markus Ziereis (79.) und wieder Karger (86.) vergaben beste Chancen. "Wir haben uns in vielen Momenten falsch entschieden. Heute wollte der Ball ums Verrecken nicht rein. Oft haben wir den eigenen Abschluss gesucht, anstatt dass wir querspielen", meinte Ziereis.

Und Routinier Timo Gebhart, der selbst schwach spielte, monierte: "Wir hatten am Anfang viele Chancen. Wenn du deine Tore nicht machst, wird es immer schwerer. Seligenporten hat richtig Gas gegeben." Gas gaben im Gegensatz zu ihm einige seiner Kollegen – vielleicht zu viel.

Denn: Sechzig rannte sich im Bollwerk der Oberpfälzer fest. "In der zweiten Halbzeit sind wir zu hektisch geworden. Es ging zu viel rauf und runter, da hätten wir auch mal auf den Ball draufsteigen müssen, um Ruhe reinzubringen, das Spiel mehr zu kontrollieren", schilderte Bierofka. "Aber wie gesagt: Es ist Wahnsinn, was wir hier liegen lassen haben.“

Gegenwehr gegen TSV 1860 wird heftiger

Dennoch bescheinigte der 38-Jährige seiner Mannschaft Charakter. "Sie hat versucht, selbst in der 90. Minute, alles rauszuhauen“, sagte er und mahnte mit Blick auf das Ergebnis: "Wir müssen das sachlich sehen, dürfen nicht emotional damit umgehen." Sachlich betrachtet ist neben dem Tabellenzweiten SpVgg Bayreuth (16 Punkte) der 1. FC Schweinfurt 05 (15) nach einem 3:1 gegen den FC Memmingen bei einem Spiel weniger an die Sechzger (19) herangerückt.

Die Einzelkritik zur Nullnummer in Seligenporten

Dass mit dem FC Bayern II der vermeintliche Meisterschaftskonkurrent wieder gehörig patzte (1:5 beim FC Augsburg II), blieb ungenutzt. "Ich ziehe ein Resümee nach dem zehnten Spieltag, wenn alle Teams ungefähr dieselben Spiele hinter sich haben", erklärte Bierofka. "Schweinfurt ist jetzt an uns dran, aber wir haben die bessere Tordifferenz." In der Tat: Mit plus 16 Treffern haben die Löwen die mit Abstand beste Torbilanz.

Doch Seligenporten bewies: Die Gegenwehr wird heftiger. "Wenn immer von außen erzählt wird, wir müssten durchmarschieren – so ein Käse", sagte Bierofka. In Seligenporten hatte es derweil vereinzelte Häme von der Tribüne gegeben. "Solange das mit Respekt abläuft und keiner persönlich beleidigt wird, müssen wir drüberstehen", meinte der Löwen-Coach dazu. Seine junge Mannschaft wird lernen müssen, Rückschläge zu verarbeiten – wie den Dämpfer beim Abstiegskandidaten.

Lesen Sie hier: 1860-Trainer ist sauer - Bierofka beklagt Druck aus Umfeld:

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