TSV 1860 München im Abstiegskampf: Jetzt braucht es erfahrene Löwen

Aigner, Bierofka, Wittek und Co: Im Endspurt setzt Pereira wieder auf erfahrene Sechzger. "Wir dürfen keinen Millimeter nachlassen", so Urlöwe Aigner.
| Matthias Eicher
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Sollen die Löwen zum Klassenerhalt in Liga zwei bringen: Stefan Aigner und U21-Coach Daniel Bierofka, der gegen Dynamo Dresden auf der Bank saß.
Rauchensteiner/Augenklick Sollen die Löwen zum Klassenerhalt in Liga zwei bringen: Stefan Aigner und U21-Coach Daniel Bierofka, der gegen Dynamo Dresden auf der Bank saß.

München - Vitor Pereira. Luis Miguel. Filipe Almeida. Pedro Ribeiro. Alex Allegro. Ricardo Matos. So heißen der portugiesische Trainer und seine Assistenten, die im Winter einen großen Umbruch beim TSV 1860 eingeleitet haben.

Mit Torjäger Christian Gytkjaer, Abwehrchef Abdoulaye Ba und Co. kamen fünf Neuzugänge mit fünf verschiedenen Nationalitäten, um Sechzig aus dem Keller zu schießen. Die internationalen Löwen sollten es richten, doch der Kampf um den Klassenerhalt, er zog und zieht sich in die Länge. Bis Pereira erkannte: Es geht nicht nur mit den neuen, sondern eben auch nicht ohne die alten Löwen.

Bierofka gegen Dresden auf der Bank

Vor dem Auswärtsspiel der Sechzger bei Dynamo Dresden (2:1) am vergangenen Freitag überraschte der 48-Jährige mit einer neuen Maßnahme: Daniel Bierofka, Urlöwe und Retter in der Vorsaison, saß erstmals auswärts auf der Trainerbank. "Biero ist ein Freund, der versucht zu helfen. Wir brauchen momentan alle Freunde", rechtfertigte der 48-Jährige die "Nominierung" des U21-Coaches. Es war eine Aktion, die zeigen sollte: Wir brauchen jeden, der irgendwie helfen kann im zunehmend nervenaufreibenden Abstiegsrennen. Vielleicht sogar besonders die alten Recken und Vollblutlöwen.

Für Stefan Aigner, Bierofkas Kollege im Urlöwen-Verbund, war es "definitiv ein guter Schachzug". Der 29-Jährige, teils wegen seiner Innenbandverletzung, teils wegen Unmut über die plötzlich anderen Voraussetzungen international ausgerichteter Sechzger als Kapitän zurückgetreten, erklärte am Dienstag im Gespräch mit der AZ über Bierofka: "Es ist schön, so einen wie den Biero dabei zu haben. Mich persönlich freut es natürlich besonders, weil wir uns schätzen und ich ja noch mit ihm gespielt habe." Vielleicht zeichnet sich nun doch ein Ebenbild von der letzten Saison ab: Mit Biero auf der Bank zum Klassenerhalt! Nur, dass der diesmal in Pereira eben noch einem Cheftrainer unterstellt ist.

Pereira überrascht mit Personalie Aycicek

Doch auch Aigner selbst ist den blauen Zusammenhalt derzeit unverzichtbar, trotz miserabler Chancenverwertung vor zwei Wochen gegen Braunschweig (1:2). "Ich bin ein Typ, der nie aufsteckt. Ich versuche, immer Gas zu geben und mit meiner kämpferischen Einstellung voranzugehen", so der Flügelflitzer, der sich bei erst zwei Saisontoren nicht mehr ob der vielen ungenutzten Möglichkeiten grämt: "Ich sehe es nicht so dramatisch, dass ich das Tor nicht getroffen habe. Schlimmer wäre, keine Chancen zu haben." So wisse Aigner, "dass ich irgendwann wieder treffe."

Am besten im kommenden Heimspiel am Sonntag gegen den VfL Bochum, wenn unter Umständen der Klassenerhalt fixiert werden kann. Doch Aigner warnt: "Wir dürfen keinen Millimeter nachlassen." Man müsse "genauso marschieren" wie zuletzt, sagt er und appelliert an das Zusammengehörigkeitsgefühl, "damit wir als Mannschaft erfolgreich sind". Zamhoitn, so heißt der Slogan für’s Sechzger-Phrasenschwein.

Pereira überraschte zudem mit der Hereinnahme von Hinrunden-Siegtorschütze Levent Aycicek. In der Hinrunde stark, unter Pereira fast in Vergessenheit geraten – prompt steuerte Aycicek in Dresden das 2:0 bei. Aigners Lob: "Er hat super gespielt." Was wiederum diesen freute, denn so durfte der Rechtsaußen auf der angestammten Position ran. Kam nicht von ungefähr, dass Pereira zuletzt zugunsten von Aigner auf den anfangs gesetzten, aber formschwachen Amilton verzichtete.

In der Abwehr heißt der Ersatzkandidat gegen Bochum Marnon Buschs Platzverweis wohl Maximilian Wittek. Aigner: "Er hat Riesen-Qualitäten, auch als Kämpfer. Er wird seine Sache sicher gut machen." Er hat ja auch was mit Bierofka und Aigner gemeinsam, dieser Wittek: Er ist einer derer, ohne die es nicht geht: ein Urlöwe.

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