TSV 1860 München: Gerhard Mey will Meisterschaft wiederholen

Der Milliardär träumt vom Titel für die Löwen und einem Stadion-Neubau: Der Himmel ist das Limit für 1860. Nur: Mit dem Verein und Investor Ismaik
| Matthias Eicher
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Will beim TSV 1860 im ganz großen Stil einsteigen: Der Milliardär Gerhard Mey (Mitte).
Rauchensteiner/Augenklick Will beim TSV 1860 im ganz großen Stil einsteigen: Der Milliardär Gerhard Mey (Mitte).

Der Milliardär träumt vom Titel für die Löwen und einem Stadion-Neubau: "Der Himmel ist das Limit für 1860." Nur: Mit dem Verein und Investor Ismaik hat er über seine Pläne noch nicht gesprochen.

München - Lange hat er geschwiegen. Vor vier Wochen brachte sich der Münchner Milliardär Gerhard Mey als Geldgeber des TSV 1860 ins Spiel. Nun hat er seine Vorstellungen konkretisiert. In bester Hasan-Ismaik-Manier spricht er von der Meisterschaft – und einem neuen Stadion.

"Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass wir die Meisterschaft von 1966 wiederholen können", erklärte der Miteigentümer des Fahrzeug-Zulieferers Webasto der SZ. Und schwärmte: "Der Himmel ist das Limit für 1860." In einem "richtigen Männergespräch" wolle er dem in Ungnade gefallenen Ismaik gegenübertreten und den Investor zum Verkauf seiner Anteile bewegen.

Was die beiden schwerreichen Finanziers nebst großspuriger Ambitionen vereint: der Traum von einer eigenen Spielstätte. "Ich sage es in aller Deutlichkeit: Wir bauen ein Stadion für den TSV 1860 München!", so Mey. Größenordnung? Zwischen 35.000 und 40.000 Zuschauer. Bleibt festzuhalten: Ein Traum, forsche Übernahmepläne trotz eines verkaufsunwilligen Hauptanteilseigners, ein neuer Löwen-Käfig – das alles bei jeder Menge ungeklärter Fragen.

Kein Wunder, dass sich der Verein nicht über Dinge äußern wollte, die er erst aus der Zeitung erfährt. Geschäftsführer Markus Fauser gab auf AZ-Anfrage keine Stellungnahme ab, Präsident Robert Reisinger erklärte lapidar: "Mey ist ein netter Kerl – und hat ein nettes Interview gegeben." Gespräche mit dem e.V. gab es nach AZ-Informationen jedoch noch nicht.

"Momentan total unrealistisch"

Blieb einmal mehr die Vereinsikone, momentan der Mann für alles bei Sechzig: Daniel Bierofka. "Klar würde ich mich freuen, wenn Herr Mey sich dazu entschließen könnte, uns zu unterstützen", so der Trainer. Der 61-Jährige sei "jemand aus der Region, der den Verein und München kennt, der gut vernetzt ist und die Möglichkeiten hat, uns zu unterstützen". Er wisse jedoch angesichts der "Hürde" Ismaik: "Man braucht nicht von irgendwelchen Sachen zu sprechen, die momentan total unrealistisch sind."

Meys Pläne stellen sich wie folgt dar: Im August sei sein Team damit beschäftigt, Ismaik einen Vorschlag zu unterbreiten. Er sehe "bei der Geschichte drei Zahnräder ineinandergreifen". Das erste sei "der gegenwärtige Investor". Er verdiene Respekt, die Frage sei aber auch, "wie werthaltig das Investment" in Liga 4 noch sei. Man müsse sehen, ob ein Verkauf "überhaupt möglich" sei – bisher hatte der Jordanier stets erklärt, unter keinen Umständen auszusteigen.

Bessere Strukturen finden

Mey dazu: "Wir können von Herrn Ismaik nicht erwarten, dass er Geschenke verteilt." Es müsse "eine Win-win-Situation" sein, etwa durch "immaterielle Dinge. Eine Würdigung seiner Verdienste beispielsweise." Sollte "der sportliche Erfolg eines Tages zurückkehren", werde Ismaik "selbstverständlich auch materiell profitieren". Mey nennt dabei sogenannte Besserungsscheine (etwa Geld im Aufstiegsfall), die man klar definieren müsse.

Das zweite Mey‘sche Zahnrad: "Wir müssen eine bessere Struktur für 1860 finden." Hierbei müssten "die Mitglieder abstimmen: Wenn die nicht wollen, wird es nichts." Im September wolle er mit Sechzig sprechen: "Ich jedenfalls habe bis dahin ein geschlossenes Konzept. Das sollen sich alle einfach mal durchlesen. Und dann kann man sagen: Nein, das gefällt uns nicht, wir wollen weiterwurschteln wie bisher." Oder, nach einer Diskussion über konkrete Details das andere Wort sagen: Ja!

Rädchen Nummer drei: "Wer sind die handelnden Personen?" Dabei müssten an den "richtigen Stellen die richtigen Personen" sitzen. Und als Investor müsse man "bei wesentlichen Punkten Einspruchsmöglichkeiten" haben. Bierofka brachte es mit dem Pragmatismus eines Regionalliga-Trainers auf den Punkt: "Markus Fauser kann ja mal anrufen und fragen, ob er uns ein paar Spieler schenkt." 

Lesen Sie hier: Ziereis und Steinhart: Doppelte Löwen-Heimkehr?

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