TSV 1860 München: Das sagt Wolfgang Schellenberg zu seinem möglichen Aus

Ausgerechnet der Leiter des Nachwuchszentrums, Wolfgang Schellenberg, soll gehen. "Wir versuchen, eine einvernehmliche Lösung zu finden", sagt der Talentförderer der AZ.
| Patrick Mayer
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Schellenberg Fauser
imago/MIS Schellenberg Fauser

Ausgerechnet der Leiter des Nachwuchszentrums, Wolfgang Schellenberg, soll gehen. "Wir versuchen, eine einvernehmliche Lösung zu finden", sagt der Talentförderer der AZ.

München - Der TSV 1860 muss weiter kräftig sparen. Doch das Wie wirft Fragen auf. Nun muss sogar ein Intimus von Chefcoach Daniel Bierofka weichen: NLZ- Leiter Wolfgang Schellenberg. Im Nachwuchsleistungszentrum leistete der 46-Jährige jahrelang hervorragende Arbeit, er brachte jetzige Nationalspieler wie Julian Weigl, die Zwillinge Lars und Sven Bender sowie Kevin Volland hervor.

Kein Platz mehr in KGaA des TSV 1860

Und: Im Sommer brachten die Transfers der Talente Felix Uduokhai (zum VfL Wolfsburg) und Marin Pongracic (zu Red Bull Salzburg) dem Klub jeweils rund eine Million Euro Ablöse. Es waren überlebenswichtige Einkünfte. Schellenberg war durch seine Arbeit maßgeblich daran beteiligt.

Doch in der Profi-KGaA ist wohl kein Platz mehr für ihn. Zuerst hatte der Münchner Merkur von einer bevorstehenden Trennung berichtet. "Die Gespräche über eine Vertragsauflösung laufen. Wir versuchen, eine einvernehmliche Lösung zu finden, auch, wie es möglicherweise weitergehen kann", sagte der Talentförderer der AZ.

Lesen Sie hier: Wettberg im AZ-Interview: Dank Bierofka lebt Sechzig

Dass Geschäftsführer Markus Fauser auf ihn zugekommen sei, um ihm zu erklären, dass die KGaA nicht mehr mit ihm plane, widersprach Schellenberg nicht. Zwar stiegen die U17 und die U19 jeweils aus der Bundesliga ab. Doch sportliche Gründe dürften zweitrangig sein. Derzeit klopft Fauser vielmehr ab, wie er den von ihm erstellten Wirtschaftsplan durchbringen kann.

Klammes Budget beim TSV 1860

Der Schwabe und die Sechzger bewiesen angesichts des klammen Budgets Kreativität. So wurde der vom FC Bayern zurückgeholte stellvertretende NLZ-Leiter Jürgen Jung zum Chefscout und Kaderplaner umfunktioniert. Jung ist, wohlgemerkt, beim Verein angestellt. Die Frage ist, wie sinnvoll einzelne Einsparungen sind. Und wie gerecht. Schon auf der Geschäftsstelle wurden mehrere Jobs nach einer Kündigungswelle nicht neu besetzt. Mit Christian Wörns holten die Löwen dagegen einen Ex-Nationalspieler als Jugendtrainer. Der frühere Dortmunder dürfte kaum für eine Aufwandsentschädigung coachen.

Auferstanden! Das war das Regionalliga-Jahr der Löwen

Und Schellenberg? Seine Aussage, wie es "möglicherweise weitergehen kann", wollte der Talentsichter nicht präzisieren. Läuft es wie bei Jung? Arbeitet Schellenberg in anderer Position der KGaA zu? Über deren Fortbestand sprach derweil der Löwen-Präsident.

"Sollte die 50+1-Regelung im deutschen Fußball fallen, gilt bereits als vereinbart, dass die Geschäftsführungs-GmbH von der HAM International Limited zu einem Symbolpreis übernommen werden kann", sagte Robert Reisinger dem Wochenanzeiger.

KGaA ginge an Ismaik

Heißt: Die KGaA ginge bei einer erfolgreichen Klage vor dem Bundeskartellamt gegen 50+1 an Kläger und Mehrheitseigner Hasan Ismaik. Profi-Fußball könnten die Sechzger indes auch als Verein spielen.

Der Kritik des Stillstands erwehrte sich Reisinger derweil vehement. "Noch spektakulärer und dynamischer als das, was dem TSV 1860 in den vergangenen acht Monaten widerfahren ist, kann es im Profifußball kaum zugehen", sagte der Oberlöwe. "Stillstand sieht für mich anders aus. Wenn jetzt leidenschaftlich über Zukunftskonzepte gestritten wird, ist das kein Zeichen für Chaos oder Machtkämpfe. Diese Diskussion ist nach dem Absturz überlebensnotwendig."

Überlebensnotwendig war lange auch NLZ-Boss Schellenberg.

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