TSV 1860 München: Das ging ab beim Run auf die Burghausen-Tickets

Riesen-Ansturm auf die letzten 1860-Tickets - was für ein Tag an der Grünwalder Straße. Meisterlöwe Grosser wütend: "Wie blöd muss ich sein, dass ich aus der Arena rausgehe?"  
| Matthias Eicher
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Hunderte Löwen-Fans in der Warteschlange: Die Tickets für das Freitagsspiel im Grünwalder sind begehrt – und mittlerweile alle vergriffen.
Lukas Schauer Hunderte Löwen-Fans in der Warteschlange: Die Tickets für das Freitagsspiel im Grünwalder sind begehrt – und mittlerweile alle vergriffen.

Riesen-Ansturm auf die letzten 1860-Tickets - was für ein Tag an der Grünwalder Straße. Meisterlöwe Grosser wütend: "Wie blöd muss ich sein, dass ich aus der Arena rausgehe?"

München - Um fünf Uhr morgens pilgerten die ersten Fans an die Grünwalder Straße. TSV 1860 gegen Wacker Burghausen hieß der Grund. Die Heimpremiere der Löwen in der Regionalliga Bayern, zugleich Rückkehr in die Heimat, löste einen Riesen-Ansturm aus.

Um neun Uhr startete der Vorverkauf der verbleibenden 1.000 bis 2.000 Tickets, schon vorher hatten sich eine lange Schlange, zeitweise bis raus aus dem Vereinsgelände gebildet. Irgendwann ging gar nix mehr. Das Heimspiel am zweiten Spieltag – nicht mehr in der Arena, sondern eben im Grünwalder Stadion – ist seit Mittwoch mit rund 12.500 Zuschauern restlos ausverkauft. Alle Infos zum heißen Löwen-Tag im News-Blog.

"Das ist der Wahnsinn, was hier los ist. Wir sehen die Begeisterung der Fans auch täglich beim Training. Das freut uns sehr", sagte Kapitän Felix Weber der AZ nach der (geheimen) Vormittagseinheit über den immensen Andrang. Seine Gefühlslage nach dem Auftakt-Dreier in Memmingen und vor dem ersten "echten" Heimspiel seit 22 Jahren: "Das ist einfach pure Freude."

Kein digitaler Spaß

Trainer Daniel Bierofka, der gegen acht Uhr gekommen war, schüttelte beim Anblick der Menschenmassen ungläubig, aber grinsend den Kopf. Und tatsächlich: Das weiß-blaue Heimkehr auf Giesings Höhen ist ein einziger (Ticket-)Wahnsinn.

Selbst gegen Mittag standen die Anhänger noch an, doch dank eines ausgelagerten Verkaufsstandes an einem Biertisch für Stehplatzkarten nur gegen Barzahlung war's zuvor flott vonstatten gegangen. "Hätte ich mir schlimmer vorgestellt", sagte ein Fan, zuvor "eine gute halbe Stunde" in der Schlange. Das Resultat: "Gott sei Dank hab‘ ich meine zwei Karten gekriegt."

Weniger erfreulich ging’s in der digitalen Welt zu, wo die Sechzger mit vielen wütenden Kommentaren konfrontiert wurden: Nach wenigen Minuten brach die Homepage ob des Runs auf die Online-Tickets zusammen. Ein weiteres Ärgernis: Die Ordner schickten viele Fans wieder nach Hause, da nur Mitglieder (je zwei) Karten kaufen konnten. Pech gehabt.

Heiß und Grosser murren

Wegen des Heim-Auftakts ließ sich auch ein bekanntes Gesicht blicken. Fredi Heiß. "Ich hab‘ zwei Stück zurückgegeben, die wir nicht brauchen", erklärt der Meisterlöwe (78) der AZ, "ich selbst werde aber kommen. Ich gehe genauso ins Sechzgerstadion wie in die Arena."

Dennoch teilt er die Bedenken seines Meisterlöwen-Kollegen Peter Grosser: "Wenn wir wieder zurück in den Profifußball wollen, wird es so verdammt schwierig", so Heiß.

Grosser, dem die altehrwürdige Spielstätte auf dem Giesinger Berg hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Kapazitäten missfällt, hatte am Mittwoch in der Sport Bild erklärt: "Wie blöd muss ich sein, dass ich aus dem schönsten Stadion Deutschlands, in dem ich sämtliche Annehmlichkeiten habe, rausgehe?" Am Freitag würden 10.000 Fans am Grünwalder "vor den Kassen stehen und nicht reinkommen".

Kleines Schlupfloch: Burghausen hat von 1.250 Gästetickets 300 Karten noch nicht abgerufen – vielleicht kommt es zu einer Mini-Fortsetzung des Tickets-Wahns.

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