TSV 1860 München: BFV-Boss Rainer Koch ist erleichtert über Löwen-Fans

Die Anhänger des TSV 1860 wischen in Memmingen alle Bedenken beiseite und sind schon jetzt eine Bereicherung für die Regionalliga Bayern. Im Interview mit der AZ spricht BFV-Präsident Rainer Koch über Sorgen im Vorfeld des Auftaktspiels, das riesige Polizeiaufgebot und drohende Sanktionen.
| Patrick Mayer
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"Die Stimmung war einmalig." - Löwen-Fans und die Mannschaft feiern den Auftaktsieg in Memmingen.
Rauchensteiner/Augenklick "Die Stimmung war einmalig." - Löwen-Fans und die Mannschaft feiern den Auftaktsieg in Memmingen.

AZ: Herr Koch, wie zufrieden sind Sie mit dem Regionalliga-Auftakt?
Rainer Koch: Ich glaube, jeder, der in Memmingen war, hat Lust auf mehr Regionalliga Bayern. Eine wunderbare Atmosphäre dank toller Fans, eine super Organisation des FC Memmingen und eine attraktive Partie! Der Sieg für Sechzig ist vielleicht ein Tor zu hoch ausgefallen. Gerade in der ersten Halbzeit war Memmingen sehr gut im Spiel.

War dieses Spiel auch ein Ideal-Beispiel dafür, wie sich die Löwen-Fans verhalten sollen?
Die Stimmung war einmalig. Es geht aber nicht darum, Lob zu verteilen. Ich versuche, die Ultras ernst zu nehmen, sie zu verstehen und zu respektieren. Umgekehrt erwarte ich das auch. Die ganze Liga setzt darauf, dass auch ihr Respekt entgegengebracht wird. Alle wollen dasselbe: Fußballfeste feiern. Der FC Memmingen hat den Löwen deutlich mehr Tickets zur Verfügung gestellt, als sie gemusst hätten. Ich nehme mit Freude zur Kenntnis, dass der Respekt, den der FC Memmingen den Fans von Sechzig entgegengebracht hat, erwidert wurde. Die Löwen-Fans haben ihre Bereitschaft gezeigt, diese Liga anzunehmen.

BFV-Boss lobt 1860-Fans

Es waren dennoch spektakuläre Bilder in Memmingen. Eine Hundertschaft hat die Ultras schon am Bahnhof in Empfang genommen, ein Polizeihubschrauber kreiste über der Stadt. Müssen sich alle Kleinstädte der Regionalliga Bayern jetzt auf sowas einstellen? War das nicht ein Tick zu viel?
Nein. Das war das erste Spiel nach Regensburg. Ich bin der Erste, der bereit ist, Dinge zu ändern, wenn einander Respekt entgegengebracht wird. Ich kann verstehen, dass sich der Eine oder Andere fragt, ob das zu viel war. Aber: Man muss schon auch berücksichtigen, dass das Regensburg-Spiel noch bei vielen im Kopf war.

Heißt?
Stadien, wie das hier in Memmingen, kannst du nicht zu Festungen ausbauen, wie vielleicht die Allianz Arena. Das ist nicht Sinn und Zweck des Regionalliga-Fußballs, wie wir ihn uns vorstellen. Deshalb haben wir seit Jahren klare Regelungen und hier in Bayern auch die wenigsten Vorfälle im bundesweiten Vergleich. Mein Ziel ist es, darauf hinzuwirken, dass wir die Liga sind, in der am wenigsten Polizei benötigt wird.

Wenn die Sechzger-Fans sich zusammenreißen.
Wichtig ist, dass man Vertrauen zueinander aufbaut. Wir reichen den Fans die Hand, dazu stehe ich. Wenn Stresssituationen entstehen, werden wir das gemeinsam regeln. Ich brauche keine Kriegserklärung. Ich freue mich, dass die Löwen-Fans jetzt anders in diese Liga eingestiegen sind.

Koch nennt strikte Sanktion

Die ganzen Richtlinien, die sie den Vereinen mit auf den Weg geben haben, bestätigen sich nun, nicht wahr? Die Klub-Bosse schildern von Ordnern von Auflagen.
Wir haben seit fünf Jahren ein klares Konzept. Das haben wir mit allen Beteiligten unter den neuen Rahmenbedingungen gemeinsam neu aufgesetzt. Insofern freue ich mich, dass in Memmingen keine Eskalationsstufen zum Tragen gekommen sind. Gegenseitiger Respekt heißt eben auch, dass Regeln akzeptiert werden.

Die BFV-Richtlinien sind sehr strikt. Wenn einzelne Bengalos brennen sollten, wird ein Spiel tatsächlich unterbrochen?
Falls ein Einzelner negativ auffällt, machen wir davon natürlich nicht das ganze Spiel abhängig. Aber grundsätzlich gilt: Solange es brennt, wird nicht gespielt.

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