TSV 1860: Kämpfen oder gehen - wie geht es mit Felix Weber weiter?

Unter Daniel Bierofka, dem ehemaligen Trainer der Sechzger, war Felix Weber als Spielführer gesetzt. Nachfolger Michael Köllner sieht das anders – und setzt den Ur-Löwen meist nur auf die Ersatzbank.
| Matthias Eicher
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Felix Weber fristet aktuell ein Reservisten-Dasein beim TSV 1860 - trotz Kapitänsbinde.
imago images / MIS Felix Weber fristet aktuell ein Reservisten-Dasein beim TSV 1860 - trotz Kapitänsbinde.

München - Als Dennis Erdmann im Heimspiel der Löwen gegen den Chemnitzer FC (4:3) verwarnt wurde, dürfte das vor allem ein Mann mit gesteigertem Interesse verfolgt haben: Felix Weber. Hashtag: Des einen Leid, des anderen Freud’.

Der Kapitän des TSV 1860 war unter Ex-Trainer Daniel Bierofka gesetzt, galt als Stammkraft in der Innenverteidigung sowie als verlängerter Arm von Sechzigs Vereinsikone gleichermaßen.

Beim neuen Coach Michael Köllner landete Weber schnell auf der Ersatzbank. "Es sind Nuancen", erklärte Köllner im Winter-Trainingslager über die Entscheidung gegen den 25-Jährigen. Vielmehr sollte es eine Entscheidung pro Aaron Berzel und Dennis Erdmann sein, Sechzigs neuem extrovertierten Mentalitäts-Duo in der Innenverteidigung.

Berzel und Erdmann sind in der Löwen-Abwehr gesetzt

Der Erfolg gibt Berzel und Erdmann bislang Recht: Die beiden überzeugenden Abwehrkämpfer zeigten sowohl durch ihre sportlichen Leistungen als auch ihre Stellung als Führungsspieler ihre Unverzichtbarkeit. Zuletzt zeigten sie sich regelmäßig in den Spielen als Garanten für die Fortsetzung von Sechzigs fast schon sensationeller Serie (14 Spiele in Folge unbesiegt). Doch nun, wo Erdmann aufgrund seiner zehnten Gelben Karte fehlt: immer noch kein Weber? Köllner entschied sich etwas überraschend für den gelernten Abräumer Daniel Wein, dem der 50-Jährige offenbar eine bessere Spieleröffnung attestiert.

Es scheinen wohl doch mehr als Nuancen zu sein, die Weber von einem Platz in der Startelf trennen. Allerdings weiß derzeit auch kein Mensch, wann mal wieder eine Startelf benötigt wird.

"Das Problem im Spitzensport ist immer: Wenn du auswählst, verletzt du Spieler. Ich muss elf Spielern sagen, dass es nicht reicht für den Kader", erklärte Köllner kürzlich seine Selektion für das 18-köpfige Aufgebot - und ergänzte in Richtung Weber, zuletzt chronischer Bankdrücker, und die restlichen Reservisten: "17 Spielern muss ich sagen, dass sie nicht in der Startelf stehen." Doch Köllner stellte auch mit Nachdruck klar: "Aber es müssen sich alle unserem Ziel unterordnen – und die Backen da hinten zusammenkneifen."

Verlängert Felix Weber beim TSV 1860?

Bitter sind solche Ansagen für allem für einen Mann wie Felix Weber, der sein Können als Spielführer und unangefochtener Stammspieler gleich in doppelter Hinsicht schon unter Beweis gestellt hat (18 Spiele, zwei Treffer in der laufenden Saison). "Ich bin eben kein Lautsprecher", sagte Weber zwar mehrfach zum Thema Anführer-Gen, doch sein ehemaliger Chef Daniel Bierofka schätzte neben der sportlichen Klasse des robusten Mannes seine besonnene, sympathische und verlässliche Art. Weber gilt als Ur-Löwe und Identifikationsfigur, der am liebsten mit 1860 dorthin zurückkehren würde, wo er kurz vor dem Abstieg 2016/17 bereits auf dem Rasen stand: in die Zweite Liga.

Doch jetzt muss sich der gebürtige Weilheimer angesichts seines zum Saisonende auslaufenden Vertrags fragen: den Konkurrenzkampf annehmen und verlängern?

Oder doch seinem Herzensverein Sechzig München erstmals den Rücken kehren? Felix Weber hat die Wahl: kämpfen oder gehen?

Lesen Sie auch: Corona-Krise - Übernimmt der Staat die Löwen-Gehälter?

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