„So viel Sexappeal bei Sechzig“

Passt der neue Hauptsponsor zu den Löwen? Vizepräsident Franz Maget sagt: „Als wir Löwenbräu hatten, wollte ja auch keiner, dass unsere Fans Alkoholiker werden."
| Marco Plein
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Der TSV 1860 München präsentiert den neuen Trikotsponsor Aston Martin in der Allianz Arena v.l. Geschäftsführer Jeffrey Scott, Benny Lauth, Präsdient Dieter Schneider, CEO r. Ulrich Bez, Robert Schäfer und Stefan Buck.
sampics/Matzke Der TSV 1860 München präsentiert den neuen Trikotsponsor Aston Martin in der Allianz Arena v.l. Geschäftsführer Jeffrey Scott, Benny Lauth, Präsdient Dieter Schneider, CEO r. Ulrich Bez, Robert Schäfer und Stefan Buck.

Die Löwen schwärmen noch von Aston Martin, dem neuen Hauptsponsor. Doch passt das wirklich? Vizepräsident Franz Maget sagt: „Als wir Löwenbräu hatten, wollte ja auch keiner, dass unsere Fans Alkoholiker werden."

Und plötzlich führten sich die Männer im gehobenen Alter auf wie kleine Kinder. Auf einmal fühlten sie sich in ihre Jugend versetzt, begannen zu träumen – von damals, als Autos noch erotisch waren und Filme noch Sensationen.

Ist ja auch kein Wunder. Mit einem Schlag haben die Löwen was von James Bond – auf einmal ist 1860 zu 186007 geworden. Schuld daran ist Aston Martin, jene britische Karossenmanufaktur, die sich ab sofort als Hauptsponsor des Zweitligisten die Ehre gibt. Und kein Löwen-Verantwortlicher, der nicht höchst amused darüber wäre. „Allein der Name verspricht Action und Faszination“, sagt etwa Vizepräsident Franz Maget. Dem sind zwar Statussymbole eher fremd und als Landtagsabgeordneter der SPD, mit Wohnsitz in Milbertshofen zumal, sollte er sich ja ohnehin dem Streben nach sozialer Gerechtigkeit verpflichtet fühlen, doch gegen Träume scheint auch Maget nichts zu haben. „Der neue Partner erlaubt Phantasie und Gedankenspielerei. Aston Martin ist pure Attraktivität. Seien wir ehrlich, so viel Sexappeal hätte den Löwen doch niemand zugetraut“, sagt Maget. Er im übrigen auch nicht. „Unwirklich“ ist ihm die Nachricht zunächst erschienen.

Allein beim Anblick des Logos des Werbepartners würde ihm „ganz warm ums Herz“ werden, so Maget. So groß ist die Faszination Aston Martin auf Maget, dass er gesteht: „Ich bin in letzten Jahren oft im Showroom am Odeonsplatz gewesen und habe ein bisschen geträumt. Ja, genau das ist Aston Martin. Eine Marke zum Träumen. Und das sind auch wir Löwen, ein Verein zum Träumen.“

Mit diesem Coup habe der neue Löwen-Vermarkter H.I. Squared bewiesen, dass es richtig sei, sich große Ziele zu setzen, erklärt auch Magets Vize-Kollege Wolfgang Hauner. Pro Jahr kassieren die Löwen drei Millionen vom Hauptsponsor. Aston Martin verspricht sich vom Geschäft, wie Vorstandschef Ulrich Bez im AZ-Interview erklärte, „unsere Sichtbarkeit in München“ zu erhöhen. Und wenn man die Reaktionen der Löwen-Bosse betrachtet, dürfte das funktionieren. Zumindest die Löwen-Bosse gerieren sich gerne als Marken-Verkäufer. „Unglaublich, Wahnsinn, wow. Das ist die Symbiose eines britischen Traumwagens mit Münchens großer Liebe. Das sind zwei Träume eines echten Mannes“, sagt etwa Vereins-Aufsichtsratschef Otto Steiner. Und weiter: „Aston Martin baut die schönsten Autos der Welt. Kraftvoll, dynamisch. Oberste Preisklasse, das könnte ich mir nicht leisten. Aber genau das ist der Punkt. Aston Martin ist ein Traum, und Träume haben auch wir Löwenfans. Und wenn ich an James Bond denke, denke ich an Autos mit Raketenwerfern und Wagen, die Wunderdinge draufhaben. Vielleicht gibt unseren Spielern das Logo auf der Brust ja auch Wunderkräfte.“ Steiner weiter: „Gut für Coach Maurer, dass die Autos keine Schleudersitze mehr haben, da wird er froh sein.“

Und doch haben sie bei den Löwen auch die kritischen Stimmen aus dem eigenen Lager vernommen; die, die meinen: „Aston Martin und Sechzig, das passt nicht. Die Autos kann sich kein Fan leisten." Steiner sagt: „Wir müssen dafür sorgen, dass wir zusammenwachsen. Dann hat keiner mehr was zu meckern.“ Und Maget findet: „Als wir Löwenbräu auf dem Trikot stehen hatten, wollte ja auch keiner, dass unsere Fans Alkoholiker werden." Und Meister-Löwe Fredi Heiß ergänzt: „An der Partnerschaft ist nichts negatives zu erkennen. Aston Martin hat ein wundervolles Image. Da dürfen wir stolz drauf sein.“

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