Selbst Erdogan bekommt es ab: Dressel mit Wutmonolog nach Pleite des TSV 1860

TSV-1860-Kapitän Dennis Dressel redet sich nach der ersten Liga-Pleite der Löwen in Rage: "Selber schuld, dass wir das Spiel nicht gewonnen haben."
von  Matthias Eicher
Erstmals in dieser Regionalliga-Saison verlassen die Löwen den Platz ohne Zähler. Entsprechend enttäuscht zeigen sich Kapitän Dennis Dressel, Raphael Wach und Lance Fiedler (v.l.).
Erstmals in dieser Regionalliga-Saison verlassen die Löwen den Platz ohne Zähler. Entsprechend enttäuscht zeigen sich Kapitän Dennis Dressel, Raphael Wach und Lance Fiedler (v.l.). © sampics

Auweh Dennis Dressel, auweh Sechzig München: Als die 90 Minuten rum waren in der Burghausener flatbuy-Arena an der Liebigstraße, musste der Kapitän zum Rapport. Wie erklärt man ein 1:3 beim SV Wacker Burghausen, das als Premieren-Pleite in die weiß-blaue Befreiungssaison eingehen wird, obwohl sich Sechzig das gänzlich anders vorgestellt und vorgenommen hatte, stattdessen einen Wiesn-Sechserpack einfahren und am Dienstag genüsslich auf dem Oktoberfest feiern wollte?

Burghausen feierte Sieg gegen Sechzig auf der Wiesn

Sechzigs Spielführer ließ seinem Frust daher freien Lauf – nicht zuletzt, weil das Duell durchaus hätte anders ausgehen können, wenn nicht müssen ...

"Die Niederlage war mehr als vermeidbar. Wir sind aber selber schuld, dass wir das Spiel nicht gewonnen haben", meinte der Abräumer des TSV 1860 nach der bitteren Auswärts-Niederlage bei wackeren Burghausenern, die beim vorentscheidenden 3:1 eine kleine Siegerparty auf dem Rasen veranstalteten, danach den Derby-Sieg feierten und nach AZ-Info tags darauf auf die Wiesn gingen.

Hier war noch alles gut: Dennis Dressel vor dem Spiel gegen Wacker Burghausen.
Hier war noch alles gut: Dennis Dressel vor dem Spiel gegen Wacker Burghausen. © IMAGO

Dressel: "Extrem bitter für uns, so auf die Wiesn zu gehen"

Und damit sogar den Plan klauten, den eigentlich die Sechzger hatten: "Manchmal ist es so im Fußball: Machst du vorne die Tore nicht, dann kriegst du sie hinten rein. Es ist extrem bitter für uns, so auf die Wiesn zu gehen. Es war eine vermeidbare Niederlage, die ärgert uns extrem."

Dressel hatte mit seiner Einschätzung aber noch nicht fertig, sondern gerade erst angefangen, seinen Frust in Worte zu packen. "Wir müssen die schon in der ersten Halbzeit killen, wir hatten Chancen für drei Spiele. Da musst du halt einfach mal die Tore machen. Und hinten lassen wir drei so Halbchancen zu und die machen drei Tore. Deswegen sind wir selber schuld, dass wir das Spiel verloren haben", lautete die aus Sechzger-Sicht nachvollziehbare Erklärung, die noch lange nicht zu Ende war.

Der TSV 1860 kassierte in Burghausen drei Gegentore.
Der TSV 1860 kassierte in Burghausen drei Gegentore. © IMAGO

Löwen-Kapitän bekommt sich nicht mehr ein

Mit etwas anderen Worten legte der 27-jährige Rückkehrer nach: "Ich hatte das Gefühl: Nach 30 Minuten waren die tot. Nach dem 1:1 waren die eigentlich tot! Wir sind selber schuld, wenn wir die Tore nicht machen."

Diese Sichtweise deckte sich auch mit dem Blick von der Tribüne: Nach dem Ausgleich schien es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis 1860 das Ding komplett dreht. Einzig: Es sollte anders kommen, weshalb Dressel am Ende einen Frust-Monolog loslassen musste und keine Sieger-Lobeshymnen.

Wacker stellt den besten Sturm der Regionalliga

Schon zu Spielbeginn hatte sich schnell abgezeichnet, dass es diesmal nicht nach dem zurechtgelegten Sechzger-Matchplan laufen sollte. "Wir sind eigentlich gut reingekommen und haben dann für 10 Minuten ein bisschen den Faden verloren", analysierte Dressel die etwas wilde Anfangsphase, in der 1860 wegen der Offensivstärke der Hausherren (mit 27 Toren bester Sturm der Liga) schon etwas wackelte: "Dann machen die natürlich direkt das Tor."

Besonders bitter für die Blauen, wie Dressel treffend erkannte: "Danach finde ich, war das mit unsere beste Saisonleistung! Wir haben richtig gut den Ball laufen lassen, machen unser erstes Tor, sind richtig gut im Spiel und dann musst du in der ersten Halbzeit noch eins machen. Dann kommen wir wieder gut aus der Halbzeit und müssen ein Tor machen."

Einziger Torschütze des TSV 1860 in Burghausen: Emre Erdogan.
Einziger Torschütze des TSV 1860 in Burghausen: Emre Erdogan. © IMAGO

Erdogan muss laut Dressel letzten Pass verbessern

Allen voran Emre Erdogan ist hier zu nennen, der Wirbelwind und Torschütze der Giesinger, der den Ausgleich mit einer starken Einzelaktion erzielte und gut und gerne einen Treffer und ein, zwei Assists hätte nachlegen können. Hätte, ja hätte er seine bärenstarken Dribblings besser gekrönt, wie auch Kollege Dressel erkannte: "Emre hat es super gemacht, das erste Tor macht es super. Er macht es prinzipiell phasenweise sehr, sehr gut. Manchmal hat man das Gefühl, dass der letzte Pass, die letzte Aktion, die letzte Entscheidung, die er vielleicht noch verbessern muss."

Nicht nur vielleicht, sondern ganz gewiss, wie die zahlreichen Frust-Gesten des Deutsch-Türken nach Ballverlusten zeigten. Nun gilt für Dressel, Erdogan und Co.: Mund abputzen, Frust-Maß trinken, weitermachen.

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