Sehnsucht nach Jovana

Aleksandar Ignjosvki galt lange als Verkaufsobjekt, nun kam mit ihm der Erfolg bei 1860 zurück. Hier erklärt der Serbe, warum er bei Sechzig so glücklich ist – und jetzt aufs Ende seiner Fernbeziehung hofft
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Glaubt weiter an seine Zukunft in Bremen: Aleks Ignjovski
Rauchensteiner/Augenklick Glaubt weiter an seine Zukunft in Bremen: Aleks Ignjovski

Aleksandar Ignjosvki galt lange als Verkaufsobjekt, nun kam mit ihm der Erfolg bei 1860 zurück. Hier erklärt der Serbe, warum er bei Sechzig so glücklich ist – und jetzt aufs Ende seiner Fernbeziehung hofft

AZ: Herr Ignjovski, Sie waren lange verletzt. Seit drei Spielen stehen Sie wieder in der Startelf, seitdem haben die Löwen nicht mehr verloren.

ALEKSANDAR IGNJOVSKI: Das ist fantastisch. Aber das ist die Leistung der ganzen Mannschaft, da möchte ich mich nicht rausnehmen, es ist nicht nur mein Verdienst.

Warum so bescheiden?

Das ist mein Naturell. Ich bin erst das dritte Jahr Profi, bin keiner, der große Sprüche raushaut, nur weil es gerade gut läuft. Ich freue mich natürlich, dass meine Rückkehr so toll geklappt hat und ich helfen kann. Ich bin aber weiter ein ganz normaler Junge. So bin ich erzogen worden.

Gibt es ein Geheimnis für Ihr starkes Comeback? Immerhin gab es im Sommer Gerüchte um einen Wechsel zu einem anderen Verein. Das hat Sie nie abgelenkt?

Wer glücklich ist, bringt Leistung. Und die Fans bei 1860 machen mich glücklich. Und das ist nicht nur so daher gesagt. Außerdem ist mein kleines Geheimnis, dass ich seit der Englischen Woche jeden Morgen eine Stunde früher komme und ein paar Extra-Übungen mache. Das hilft mir, auch vom Kopf her topfit zu sein. Die Wechselgerüchte haben mich nie nervös gemacht. Ich war mir immer sicher, dass ich hier bleibe.

Aber Sportdirektor Miki Stevic hat sich mit dem AC Florenz bereits für die kommende Saison geeinigt. Es gibt schon einen Vorvertrag.

Damit beschäftige ich mich jetzt nicht. Ich will nur mit den Löwen Erfolg haben, alles andere werden wir sehen!

Was ist denn für Sie das Besondere am TSV 1860?

Die Atmosphäre hier ist wirklich besonders. Nicht nur der Verein ist perfekt für mich, auch diese schöne Stadt. Wenn wir gewinnen, dann ist jeder glücklich hier. Ich auch.

Mit Verlaub, aber das ist doch bei allen Klubs so.

Natürlich, aber hier bei 1860 ist es eine ganz andere Freude und ein viel intensiverer Zusammenhalt zwischen Verein und Fans. Ich spüre das immer, wenn ich zum Training komme. Ich bin so glücklich, Teil dieses Vereins zu sein. München ist eine fantastische Stadt. Ich fühle mich hier wirklich heimisch. Ich habe mir bei Pullach eine kleine Wohnung gekauft. Es ist perfekt.

Sie wohnen dort alleine. Sind Sie einsam?

Schon, aber dann rufe ich ganz schnell meine Freundin Jovana an. Außerdem male ich gern und habe mir jetzt einen Computer gekauft. Damit verbringe ich viel Zeit. Und gerade sind meine Eltern zu Besuch, aber nach dem Spiel gegen Union Berlin am Sonntag fahren sie wieder zurück nach Belgrad. Leider.

Mit ihnen waren Sie auch auf der Wiesn, oder?

Ja, aber ich bin kein großer Biertrinker. Eine Maß reicht da schon. Mir ist da auch zu viel Trubel. Meine Eltern lieben die Wiesn, also bin ich mit ihnen da hin.

Sie waren als Bub schon fußballverrückt. Gelernt haben Sie aber den Beruf des Goldschmieds.

Ja. Aber das werde ich nur noch als Hobby machen können. Ich möchte nach meiner Profi-Karriere Fußballtrainer werden. Ich mache mir schon Gedanken, was später sein wird. Ich habe Goldschmied vier Jahre gelernt, bis ich Profi wurde. Ich würde das gerne hier weitermachen neben dem Fußball, aber dafür brauche ich einen Arbeitsraum und das Equipment. Goldschmied war ein schöner Ausgleich. Das fehlt mir.

Und Ihre Freundin fehlt Ihnen vermutlich auch.

Jovana fehlt mir sehr. Wir sind seit dreieinhalb Jahren zusammen. Sie wohnt in der Nähe von Belgrad. Aber die Fernbeziehung macht uns beide nur stärker. Sie kommt mich Ende Oktober für eine Woche besuchen. Dann will ich ihr das Trainingsgelände und das Löwenstüberl zeigen. Ich kann es kaum erwarten, bis sie endlich da ist. Dann werde ich noch ein paar Prozent besser spielen.

Interview: Reinhard Franke

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