Sechzig-Pleite in Duisburg: War's das mit dem Aufstieg, Löwen?

Nach Erdmanns Roter Karte verliert der TSV 1860 bei Abstiegskandidat MSV Duisburg mit 0:1. Damit drohen die Aufstiegsträume der Löwen nun zu platzen. Coach Köllner: "Die Niederlage tut weh."
| Matthias Eicher
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Bedient: Löwen-Stürmer Sascha Mölders (l.), der gegen Duisburg keinen guten Tag erwischt hat.
Bedient: Löwen-Stürmer Sascha Mölders (l.), der gegen Duisburg keinen guten Tag erwischt hat. © firo/Augenklick

Duisburg/München - Was ging nur in Dennis Erdmanns Kopf vor, als er zum Klammer-Löwen wurde? Es lief die 51. Minute am Samstag in der Schauinsland-Reisen-Arena, da sah "Erde" seinen Kontrahenten Aziz Bouhaddouz an ihm vorbei in den Strafraum eindringen. Sechzigs Abwehrspieler packte zu - und sorgte für den Anfang vom Ende.

Die Löwen konnten nicht liefern

Schiedsrichter Patrick Kessel hatte nach dieser Notbremse gar keine andere Wahl: glatt Rot für den Löwen und Elfmeter für die Zebras. Kaum war Erdmann vom Rasen marschiert, traf Ex-Löwe Moritz Stoppelkamp im Auswärts-Duell des TSV 1860 beim MSV Duisburg per Strafstoß zum 1:0 (52.). Ein Treffer mitten ins Herz der Sechzger, der das Duell entscheiden sollte. Zuungunsten der Blauen. Im Gegensatz zur Konkurrenz (Dynamo Dresden und Hansa Rostock siegten) konnte der TSV nicht liefern: Der Rückstand des TSV auf Aufstiegsplatz zwei und Relegationsrang drei ist damit auf sechs, respektive sieben Punkte angewachsen. War's das mit dem Aufstieg, Löwen?

Es gab nichts zu beschönigen

"Das war ein Doppel-Handicap für uns.", erklärte Cheftrainer Michael Köllner hinterher: "Die Rote Karte und der Elfmeter haben die Statik des Spiels extrem verschoben." Im Normalfall nehmen Fußball-Trainer ihre Schützlinge bei mehr oder weniger unglücklichen Szenen in Schutz, erst recht Konstruktiv-Kritiker wie Köllner. In diesem Fall war jedoch selbst der Oberpfälzer klar, dass es nichts zu beschönigen gab: "Dennis hat sich taktisch nicht gut verhalten, aber das weiß er selbst. Er muss den Ball vorher löschen oder wegbleiben", meinte der 51-Jährige: "Marco Hiller kommt auch noch aus seinem Tor, da hätte Bouhaddouz erst mal den Ball vorbeibringen müssen, wenn er so knapp vor dem Torwart ist." Köllner ehrlich: "Im Nachhinein war das spielentscheidend, obwohl wir alles versucht haben." Die Löwen haben sich - mal wieder - selbst geschlagen.

Die spielentscheidende Szene: Ex-Löwe Moritz Stoppelkamp trifft per Elfmeter zum 1:0-Sieg des MSV Duisburg gegen 1860.
Die spielentscheidende Szene: Ex-Löwe Moritz Stoppelkamp trifft per Elfmeter zum 1:0-Sieg des MSV Duisburg gegen 1860. © firo/Augenklick

Auch in Unterzahl war die Mannschaft stark

Dabei hätte der TSV-Trainer kurz nach dem Erdmann-Aussetzer beinahe den Ausgleich durch Joker Semi Belkahia und sein goldenes Händchen bejubeln dürfen: "Die Mannschaft hat trotzdem in Unterzahl noch alles rausgehauen. Den Kopfball hält Weinkauf super", meinte Köllner über die beste Chance der bis dahin dominanten Sechzger, die der MSV-Keeper vereitelte (59.) und damit den Duisburger Dreier sicherte.

Keine Lust auf Aufstiegs-Fragen

Was die A-Frage anbelangt, wollte sich Köllner weder zu einer Durchhalteparole, noch einer entnervten Abfuhr hinreißen lassen. "Ich habe mich vorher nicht mit dem Thema beschäftigt, dann werde ich mich heute auch nicht äußern", meinte der Oberpfälzer nach Spielschluss bei "Magentasport" und sprach vielmehr über die vermeidbare Pleite: "Die Niederlage tut weh, besonders, weil uns Duisburg nicht vor größere Probleme gestellt hat."

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Mölders lässt keine Ausreden gelten

Top-Torjäger Mölders hatte sich seine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte und Location der Hochzeit mit seiner Frau Ivonne sicherlich anders vorgestellt "Das hat man doch gesehen, wie viele Torchancen Duisburg hatte", grantelte der 35-Jährige ironisch, denn die Hausherren tauchten kaum vor dem Kasten der Giesinger auf. Ausreden wollte Kapitän Mölders, dessen Traum von der Zweiten Liga immer unrealistischer wird, dabei nicht gelten lassen: "Jeder muss sich an seine eigene Nase fassen." Diesmal vor allem jener Löwe, der seine Hände nicht vom Gegner lassen konnte.

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