Schindler: Knut Kircher ist schuld!

Schiedsrichter Knut Kircher lieferte beim Relegations-Drama der Löwen gegen Kiel eine souveräne Leistung ab und wird im Internet für sein Auftreten gefeiert. Kapitän Schindler bescheinigt ihm einen Anteil am Sieg.
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Erlebten eine Begegnung der besonderen Art: Schiedsrichter Knut Kircher und Löwen-Kapitän Christopher Schindler.
AZ-Screenshot Erlebten eine Begegnung der besonderen Art: Schiedsrichter Knut Kircher und Löwen-Kapitän Christopher Schindler.

München - Als Löwen-Kapitän Christopher Schindler nach dem Relegations-Drama gegen Holstein Kiel in die Mixed Zone schlürfte, war der Innenverteidiger sichtlich abgekämpft. Früher verletzungsbedingter Wechsel, Rückstand, bis zur 70. Minute ohne jeglichen Zug zum Tor - alles schien gegen den TSV 1860 zu laufen. Was dann folgte, war grenzenloser Jubel: Schindler und Co. sicherten sich doch noch den nicht mehr für möglich gehaltenen Klassenerhalt.

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Nach Ansicht des Spielführers war ausgerechnet einer für die Initialzündung für das Erwachen der Löwen verantwortlich, der in der Regel am besten agiert, wenn er im Hintergrund bleibt: der Schiedsrichter. Eines vorweg: Knut Kircher lieferte an diesem denkwürdigen Abend eine souveräne Leistung ab, gab auf beiden Seiten je ein Abseitstor nicht (zurecht) und hielt dem auch für ihn großen Druck, in einem so entscheidenden Spiel keine Fehler zu begehen, stand. Und wie!

Das Internet feierte den Unparteiischen sogar für sein extraordinäres Auftreten und zählte auf Twitter zu den trending topics. Kircher gab sich mal eiskalt, mal rustikal. Cold as ice, wie er das um ihn versammelte Löwen-Rudel bestehend aus Marius Wolf, Maxi Wittek und Korbinian Vollmann mit einem "Terminator-Blick" zum Schweigen brachte und ihre Beschwerden ohne Worte wegwischte.

 

Viel entscheidender aber: Das Aufeinandertreffen von Kircher und Schindler. Der Löwen-Kapitän nach dem Spiel: "Du versuchst, irgendwie Einfluss nehmen, aber bis zur 70. Minute geht's nicht. Dann kam diese Geschichte mit dem Schiedsrichter..." Was er meinte: Stephan Hain und Korbinian Vollmann fielen im Strafraum, die Löwen wollten jeweils einen Elfmeter - Kircher gab ihn aber nicht. Kurz danach dasselbe Bild: wieder kein Strafstoß. Dann hatte Schindler genug.

 

"Ich habe ihm klargemacht, dass es drei, vier Situationen gab im Sechzehner, die brenzlig waren und dass er jetzt mal besser hinschauen soll, genauer vielleicht", erklärte der Löwe. Und diesen Standpunkt vertrat er Stirn an Stirn mit dem 46-jährigen, großgewachsenen Unparteiischen, der ihn zweimal mit den Finger abwehrte und als das nicht ausreichte, den LÖwen-Verteidiger schließlich prompt mit der Faust auf Abstand hielt. Ein Bild, das inklusive Kirchers bedrohlicher Mimik wirkt, als würde Kircher den 25-Jährigen in den Brustkorb boxen - getan hatte das der Schiri selbstverständlich nicht.

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Schindler dazu: "Er meinte: Ich soll nicht so mit ihm reden. Das war aber nicht respektlos, wir haben uns danach auch die Hand gegeben – alles gut. Es ist ja ein erfahrener Schiri. Er meinte, ich soll ein bisschen Abstand halten, ich wollte aber keinen Abstand halten..."

 

Für den Abwehrspieler war es eine Szene, die ihn und seine Kollegen aus der viel zu lange andauernden Schockstarre befreite: "Ich hatte das Gefühl, dass ab da was gegangen ist. Da hat er etwas mehr für uns gepfiffen sage ich. Das sind Kleinigkeiten, die vielleicht am Ende den Unterschied ausmachen. Letzten Endes zählt nur das Ergebnis, wie das zustandekommt, ist scheißegal."

Und so hat Kircher - zumindest in Schindlers Wahrnehmung - durch sein Wirken irgendwie auch seinen Teil zum Klassenerhalt der Löwen beigetragen. Allerdings keinesfalls dadurch, dass er Partei ergriff - objektiver und souveräner hätte man dieses Spiel kaum bestreiten können als es Terminator Kircher getan hatte.

 

 

 

 

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