Schießt Lauth Kumpel Kurz aus dem Amt?

Sonntag erwartet Stürmer Benny Lauth  mit seinen Löwen Ingolstadt und Ex-Trainer Kurz. Für den ist die Lage ernst: Die ersten drei Spiele hat er verloren. Möglich, dass er bei einer weiteren Pleite fliegt. „Ich kann auf Marco keine Rücksicht nehmen!“
| Filippo Cataldo, Stefan Forster
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Oberschenkel-Probleme überwunden: Löwen-Stürmer Benny Lauth (l.).
sampics/augenklick Oberschenkel-Probleme überwunden: Löwen-Stürmer Benny Lauth (l.).

München - Als Marco Kurz das letzte Mal als Gegner der Löwen in der Allianz Arena war, kam es zum Eklat. Kurz, rund ein halbes Jahr vorher entlassen bei 1860, baute sich nach dem 1:0-Sieg seiner Lauterer demonstrativ vor der Löwen-Bank auf, ballte die Hände zu Fäusten. Der damalige 1860-Coach Ewald Lienen verweigerte ihm daraufhin bei der Pressekonferenz den Handschlag, nannte das Verhalten des früheren 1860-Kapitäns und -Trainers „lächerlich“.

Am Sonntag dürfte der Empfang der Löwen-Fans für Kurz beim Derby gegen Ingolstadt (13.30 Uhr, Sky live) wohl eher frostig ausfallen. Doch Benny Lauth und Alexander Schmidt werden ein paar freundliche Worte finden, wenn sie auf den früheren Weg-Gefährten stoßen. Stürmer Lauth ist seit gemeinsamen Spielertagen befreundet mit dem 44-Jährigen, Schmidt schätzt ihn zudem sehr, Kurz förderte an der Grünwalder Straße einst die Karriere des damaligen Jugendcoaches.

Und doch kann Lauth seinen Kumpel am Sonntag aus dem Amt ballern. Ingolstadt kommt mit der schweren Hypothek von drei Niederlagen in den ersten drei Spielen nach München, bei einer weiteren Pleite in München könnte Kurz’ Gastspiel in Ingolstadt, erst im Sommer verpflichtet, schon bald wieder vorbei sein. Es wäre schon seine vierte Entlassung: Er flog bei 1860, er flog in Lautern, er flog in Hoffenheim.

„Ich kenne Marco sehr gut, wir sind befreundet“, gibt Lauth zu. Auch telefoniert hat er unter der Woche bereits mit seinem einstigen Mitspieler und Trainer. Natürlich weiß Lauth um die prekäre Situation seines Kumpels, dennoch sagt er – natürlich: „Ich kann auf Marco keine Rücksicht nehmen, während der 90 Minuten ist die Freundschaft kein Thema, da versucht jeder für seinen Klub erfolgreich zu sein.“

Lauth will die Löwen-Erfolgsserie „vergolden“, wie er sagt. Mit einem Sieg gegen Ingolstadt, die übrigens in der 2. Liga noch nie gewinnen konnten gegen 1860, könnten die Löwen, derzeit Tabellenvierter, zum ersten Mal in dieser Saison die Aufstiegsplätze erobern – und sich oben erstmal festsetzen. „Wir wollen natürlich die drei Punkte holen, denn nur dann ist der Sieg in Düsseldorf wirklich etwas wert“, sagt Lauth.

Auch Schmidt, der zu Kurz’ Zeiten bei 1860 Trainer der U17 und Co-Trainer bei den Amateuren war, will und kann auf die prekäre Situation von Kurz keine Rücksicht nehmen. „Ich mag und schätze Marco als Trainer und Mensch. Er ist ein sehr guter Trainer, fachlich top. Aber ich kann mir nicht einen Prozent Gedanken machen über die Situation in Ingolstadt“, sagt er. Verständlich, schließlich hat Schmidt noch nie in seiner Karriere als Trainer der Profis drei Spiele hintereinander gewonnen, am Sonntag hat er die Chance. „Wir sind hungrig, willig, heiß aufs Spiel“, sagt er, „ich spüre das einfach. Wir haben eine sehr gute Trainingswoche hinter uns, wir wollen Ingolstadt gescheit einheizen“.

Ist der Sieg gegen Ingolstadt also mehr oder weniger schon a gmahde Wiesn für 1860? Das dann doch nicht. „Ich erwarte wirklich ein sehr schweres Spiel. Ingolstadt steht mit dem Rücken zur Wand, die haben eine gute Mannschaft, das mein’ ich ernst“, sagt Schmidt, der damit – ausnahmsweise (?) – einer Meinung ist mit dem von ihm abgesägten Ex-Kapitän Lauth. „Ich sehe Ingolstadt nicht als Außenseiter in dem Spiel, auch wenn sie da unten stehen“, sagt der Stürmer.

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