DFB will Regionalligen reformieren: Das bedeutet der Plan für den TSV 1860 München
Es ist eine nicht aufgehende Rechnung, die ein großes Ärgernis darstellt - und mit der sich der TSV 1860 seit dem Zwangsabstieg in diesem Sommer wieder beschäftigen muss. Die Dritte Liga stellt pro Saison vier Absteiger – dem stehen allerdings fünf potenzielle Aufsteiger aus den fünf Regionalligen gegenüber.
Heißt: Einem Klub bleibt die Beförderung in den Profifußball verwehrt, obwohl er die Spielzeit als Meister abschließt. Ein Fehler im System, der für einen unfairen Wettbewerb sorgt.
In dieser Saison könnte es der Erstplatzierte der Regionalliga Bayern sein, der am Ende leer ausgeht – und damit theoretisch auch der TSV 1860. Während die Meister aus den Regionalligen West, Südwest und Nordost direkt aufsteigen, wird sich die beste viertklassige Mannschaft aus dem Süden mit ihrem Pendant aus dem Norden in der Relegation messen müssen, um den vierten Aufsteiger zu ermitteln. Eine unfaire Regelung, die geändert werden muss, da sind sich alle einig – auch an der Grünwalder Straße.
Mang mit aktueller Aufstiegs-Regelung unzufrieden: "Das geht einfach nicht"
"Es kann nicht sein, dass der Meister nicht aufsteigt. Ich finde das unmöglich, das geht einfach nicht!", meinte 1860-Präsident Gernot Mang zuletzt bei "Blickpunkt Sport" im BR: "Du spielst eine Saison durch mit 36 oder 38 Spielen, dann hast du noch zwei Play-Off-Spiele. Wenn du dann einen schlechten Tag hast, dann kannst du nicht aufsteigen."
Um den jeweiligen Meistern aus ihren Ligen ihren verdienten Aufstieg zu gewähren, sieht der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ab der Saison 2028/29 eine Reform der Regionalligen vor, über die auf einem außerordentlichen DFB-Bundestag am 18. Dezember abgestimmt wird. Nur wie genau die Reform aussehen soll, ist bislang noch unklar.
So will der DFB die Regionalligen reformieren
Laut einem Bericht der "Bild" konkretisieren sich die Pläne nun aber immerhin, zumindest von Verbandsseite. Demnach hat DFB-Präsident Bernd Neuendorf die Präsidenten der fünf Regionalligen sowie die 21 Landesverbände in einer Mail über die Details seiner bevorzugten Reform, die das sogenannte "Kompass-Modell" vorsieht, informiert.

Bei diesem sollen statt der bisherigen fünf Regionalligen nur noch vier Staffeln mit je 20 Mannschaften an den Start gehen. Die Staffeln sollen jedes Jahr mithilfe künstlicher Intelligenz unter Berücksichtigung der geografischen Gegebenheiten neu eingeteilt werden. Dies hätte unter anderem zur Folge, dass ein Verein – je nachdem, aus welchem Gebiet Deutschlands ein Klub aus der Dritten Liga absteigt – von Jahr zu Jahr in einer anderen Staffel spielt. Träger dieser "neuen Regionalligen" wäre dann der DFB, der an die Regionalverbände eine jährliche Kompensationszahlung in Höhe von 500.000 Euro zahlt (Zweite Mannschaften von Profiklubs ausgenommen).
Um dieses "Kompass-Modell" einzuführen, braucht der DFB auf dem Bundestag im Dezember eine Satzungsänderung, wofür eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig ist.
BFV und 1860 bevorzugen anderes Modell als der DFB
Aus dem Süden ist allerdings mit Widerstand gegen die Pläne von Neuendorf zu rechnen. Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) um Präsident Christoph Kern bevorzugt genauso wie der TSV 1860 das sogenannte "22/5-Modell". Dieses sieht eine Aufstockung der Dritten Liga von bisher 20 auf 22 Mannschaften (was vier Liga-Spiele mehr bedeuten würde) sowie fünf Absteiger pro Saison vor. In diesem Fall könnten die Regionalligen in ihrer bisherigen Form erhalten bleiben und dennoch alle Meister aufsteigen.

Insbesondere BFV-Präsident Kern gilt als großer Befürworter dieses Modells, da er seine Regionalliga Bayern – häufig als "Champions League der Amateure" beworben – unbedingt erhalten will.
