Radi und Co trauern mit Grosser

Mit Trauer und Entsetzen reagieren die alten Löwen-Freunde auf den tragischen Tod von Peter Grossers Sohn. Die Helden von 1966 versprechen: »Wir werden Peter nicht im Stich lassen«.
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"Es ist alles so schrecklich" - Petar Radenkovic
Stefan Matzke / sampics "Es ist alles so schrecklich" - Petar Radenkovic

Mit Trauer und Entsetzen reagieren die alten Löwen-Freunde auf den tragischen Tod von Peter Grossers Sohn. Die Helden von 1966 versprechen: »Wir werden Peter nicht im Stich lassen«.

MÜNCHEN Bislang hat Petar Radenkovic (73) noch nicht die Kraft und den Mut gehabt, seinen alten Löwen-Spezl Peter Grosser (69) anzurufen. „Ich weiß ja gar nicht, wie der Peter jetzt reagiert“, so Radi zur AZ, „es ist alles so schrecklich. Bei solchen Schicksalen verlassen einen schnell die Worte. Am besten man lässt den Peter jetzt in Ruhe, damit er sich von diesem unglaublichen Schock ein bisschen erholen kann.“

Am Dienstagabend war Grossers Sohn Thomas (42) beim Fußball-Training mit den Senioren B in der Hachinger Sporthalle am Utzweg tot im Mittelkreis zusammengebrochen. Nach einem Tor. Angeblich wegen einer Lungenembolie – möglicherweise ausgelöst durch einen Bluterguss in der Wade. „Das ist eine menschliche Tragödie, vor allem, wenn man weiß, dass Peter schon seinen zweiten Sohn verliert“, sagt Radenkovic.

"Wir stehen ihm zur Seite"

Peter Grosser jr. ist in den 80er Jahren im Alter von 19 Jahren bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückt. „Ich weiß es noch wie heute“, erzählt Radi der AZ, „ich hatte damals eine Diskothek, und Grossers Sohn Peter sollte bei mir als DJ anfangen. Dazu ist es nicht mehr gekommen, wenige Tage nach unserem Gespräch ist er gestorben. Peter hat das unwahrscheinlich getroffen.“

Radenkovic glaubt, dass jetzt, nach dem zweiten Schicksalsschlag, er und seine alten Mannschaftskameraden aus der legendären Meister-Elf des TSV 1860 gefragt sind. „Wir werden Peter nicht im Stich lassen, wir stehen ihm zur Seite“, sagt Radenkovic.

Die Löwen-Helden von 1966 helfen ihrem Kapitän. „Die Bestürzung bei uns ist riesengroß, das ist alles unerklärlich“, sagt Manni Wagner. Und Ex-Nationalspieler Fredi Heiß verspricht dem einstigen Weggefährten bei 1860 und in der Nationalmannschaft: „Unser großer Teamgeist hat uns schon in den 60er Jahren ausgezeichnet – der lebt auch heute noch: Peter bekommt von uns jede Hilfe, die er braucht.“

"Nichts Schlimmeres, als nach den Kindern zu gehen"

Ex-Aufsichtsrat Heiß (67) kannte Grossers Filius Thomas von gemeinsamen Urlaubsreisen: „Wir waren mit den Familien früher oft in Italien, unsere Söhne sind ja fast gleich alt. Es ist schrecklich, wenn man nun auch seinen zweiten Sohn zu Grabe tragen muss. Für einen Vater gibt es nichts Schlimmeres, als nach den Kindern zu gehen.“ Auch Wilfried Kohlars, der in Südafrika lebt, ist völlig fassungslos: „Das ist eine Tragödie. Das tut mir unglaublich leid für den Peter.“

Auch Timo Konietzka (69), der mittlerweile in der Schweiz lebt, hat die furchtbare Nachricht aus München erreicht. Der AZ sagte er: „Ich hab’s gerade in der Zeitung gelesen. Ich fühle mit Peter.“ Konietzka selbst fühlt sich an ein eigenes Schockerlebnis erinnert, eines, das jedoch gut ausging: „Mein Sohn Oliver ist, als er um die 30 war, nach dem Fußball beim Duschen zusammengebrochen. Wenn er damals alleine in der Dusche gewesen wäre, hätte er wohl keine Chance gehabt. Seine Freunde haben ihn gerettet.“

Oliver Griss, Jochen Schlosser

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