Positiver Corona-Test beim Chemnitzer FC: Drei Spieler in Quarantäne

Nun hat auch die 3. Liga ihren ersten Corona-Fall: Ein Spieler des Chemnitzer FC wurde in der zweiten Testreihe positiv getestet, er wurde zusammen mit zwei weiteren Spielern in Quarantäne geschickt.
| dpa/AZ
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Die Zahl der gemeldeten Infektionen in München steigt. (Symbolbild)
Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB Die Zahl der gemeldeten Infektionen in München steigt. (Symbolbild)

Chemnitz - Noch vor der geplanten Wiederaufnahme des Spielbetriebs wirft ein positiver Corona-Test beim Chemnitzer FC die Pläne in der 3. Fußball-Liga weiter zurück. Damit kommt der Deutsche Fußball-Bund bei seiner Terminplanung immer weiter in die Bredouille. Bereits in der vergangenen Woche hatte der DFB mitgeteilt, dass sich der geplante Neustart am 26. Mai nicht halten lässt. Wann die Spielzeit fortgesetzt werden kann, ist weiter unklar. Immer mehr spricht nun für eine Verlängerung der Saison bis in den Juli herein.

"Wir sehen, wie schnell sich die Sachlage ändern kann", sagte CFC-Sportdirektor Armin Causevic in einer Vereinsmitteilung. "Die engmaschigen Proben erfüllen somit ihren angedachten Sinn. Wir sind dank der regelmäßigen Testungen sehr schnell in der Lage, die Betroffenen von der Mannschaft zu isolieren, die anderen Spieler, Trainer und Betreuer bestmöglich zu schützen und uns somit weiter konzentriert auf die mögliche Fortsetzung der laufenden Saison vorzubereiten", erklärte Causevic. Nach Überprüfung und Einschätzung des Gesundheitsamtes kann der CFC wie geplant an diesem Dienstag ins Mannschaftstraining einsteigen.

Chemnitz plädierte für Saison-Fortsetzung

Der neue Hygienebeauftragte des CFC, Jörg-Uwe Fischer, führte zuletzt 40 Tests durch. Bei der am Samstag vorgenommenen zweiten Testreihe wurde das Virus bei dem Profi nachgewiesen. Das bestätigte der Club am Montag. Bei der ersten Testung am Donnerstag waren noch alle Spieler negativ gewesen. Der betreffende Spieler sei umgehend in eine 14-tägige häusliche Quarantäne gegangen, sagte ein Vereinssprecher. Zudem müssen zwei weitere Akteure in Quarantäne, die zwar negativ getestet worden waren, aber in Kontakt zu dem positiven Spieler standen. Alle drei sind symptomfrei.

Der positive Test bei den abstiegsbedrohten Sachsen, die zu jenen zehn Teams gehören, die sich für eine Fortsetzung der Saison ausgesprochen hatten, wird die Debatte um den Saison-Abbruch noch verschärfen. Die Kritik an den DFB-Plänen reißt nicht ab. "Wenn es nach dem DFB geht, hätten wir bis zum 30. Juni elf Liga- und möglicherweise noch zwei Landespokalspiele. Der Spielplan ist Wahnsinn", sagte Kapitän Christian Beck vom 1. FC Magdeburg der "Magdeburger Volksstimme" (Montag).

Abbruch-Streit: Ingolstadt springt 1860 zur Seite

Da in Sachsen-Anhalt das Mannschaftstraining und der Wettkampfbetrieb bis zum 27. Mai untersagt sind, befürchtet Beck aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit eine erhöhte Verletzungsgefahr. "Wir haben schließlich so gut wie keine Vorbereitung, keine Testspiele", meinte der 32-Jährige und betonte: "Das ist doch alles nicht vertretbar."

Ganz anders sind die Vorstellungen in Bayern. "Die Spiele in der 1. und 2. Bundesliga an diesem Wochenende haben gezeigt, dass das deckungsgleiche Konzept der DFL und des DFB sehr gut funktioniert", teilte Sportchef Günther Gorenzel vom TSV 1860 München mit. Der Traditionsclub erwartet "zeitnah eine klare Aussage des DFB, wann die Frauenbundesliga und die 3. Liga fortgesetzt werden."

Auch Sportdirektor Michael Henke vom FC Ingolstadt sieht "überhaupt keinen Grund, dass die 3. Liga - die die gleichen Bedingungen hat, auch eine Profiliga ist, das gleiche Konzept umsetzt, wie die DFL und der DFB vorgeben - nicht spielen kann." Im Bayerischen Rundfunk kritisierte er das Verhalten einiger Clubs. "Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, was teilweise betrieben wird von einigen Vereinen. Teilweise ist durchschaubar, was dahintersteckt. Das ist einem Sport nicht würdig." Laut Henke beschäftigen sich einige Clubs nur "mit dem Abbruchszenario". Er dagegen halte das Konzept für "umsetzbar, das wird tagtäglich bewiesen".

Abbruch hätte für 3. Liga massive Konsequenzen

DFB-Vizepräsident Peter Frymuth sieht die Existenz der Spielklasse aufgrund der offen ausgetragenen Debatte und der Spaltung der Liga bedroht. "Eine Profiliga, die ein Jahr mit dem Spielbetrieb aussetzt - ich glaube, da kann sich jeder ausmalen, was das bedeutet. Die gesamte Zukunft der 3. Liga als Profispielklasse wäre hochgradig gefährdet, inklusive ihrer Teilnehmer", sagte Frymuth in einem "kicker"-Interview.

"Ich halte den Ansatz, dass die 3. Liga im zweiten Halbjahr 2020 nicht spielt, für fast nicht vorstellbar. Dann würden alle Verzahnungen im Profibereich, Stichwort Aufstieg in die 2. Liga, und eine saubere Spielplangestaltung nicht mehr passen." Es liege weiter "keine politische und übergeordnete behördliche Freigabe für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs" vor. Es sind noch nicht alle Mannschaften ins volle Training eingestiegen. Wann und ob es weitergeht, ist noch unklar.

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