Poschners verflixte 13 im AZ-Check

So viele Neuzugänge hat der TSV 1860 seit Beginn der Saison verpflichtet – doch nur drei von ihnen standen zuletzt in der Startelf. Die AZ analysiert die Lage von Rodri, Kagelmacher und Co.
| Matthias Eicher
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
Mit 600 000 Euro teuerster Neuer: Rodri, der aus Barcelona kam und nach seiner Verletzung wieder mit dem Team trainiert.
Rauchensteiner/Augenklick Mit 600 000 Euro teuerster Neuer: Rodri, der aus Barcelona kam und nach seiner Verletzung wieder mit dem Team trainiert.

München - Im Sommer sollte der große Umbruch stattfinden beim TSV 1860. Neuer Trainer, neuer Sportdirektor, etliche Neuzugänge und ein Ziel – Aufstieg. Zwei Trainer und drei Winter-Neuzugänge später kämpfen die Löwen gegen den Abstieg. Beim 1:1 gegen den FC Ingolstadt fiel auf: Nur drei der 13 Neuzugänge standen in der Startelf. Sportchef Gerhard Poschner verpflichtete hauptsächlich Spieler, die bei den Löwen aus den verschiedensten Gründen (noch) nicht zum Zug kommen. Von Ortega bis Okotie – die AZ macht den Check mit Poschners verflixten 13.

Stefan Ortega: Nach Gabor Kiralys Abgang ist der Ex-Bielefelder schnell zum Stammkeeper aufgestiegen, unter dem neuen Trainer Torsten Fröhling ins zweite Glied gerückt. Seitdem schweigt er.

Gary Kagelmacher: Konnte zu Beginn nicht überzeugen. Jetzt scheint der Neuzugang vom AS Monaco seine Rolle als Rechtsverteidiger gefunden zu haben: Gegen Ingolstadt bester Zweikämpfer (67 Prozent) mit den meisten Ballkontakten (72).

Martin Angha: Musste Kagelmacher auf rechts weichen. Zeigte vorher gute Ansätze, aber noch nicht robust genug.

Jannik Bandowski: Die BVB-Leihgabe (bis 2016) ballert mögliche Anpassungsprobleme einfach weg. Zwei Tore, ein Assist – mehr geht nicht als gelernter Linksverteidiger, der sich auch auf Linksaußen sofort wohlzufühlen scheint.

Ilie Sanchez: Eines der größten Poschner-Sorgenkinder. Als Hoffnungsträger und Quasi-Erstligaspieler vom FC Barcelona II gekommen, sollte er die Löwen anführen. Zuletzt nicht einmal im Kader.

Anthony Annan: Der 64-malige ghanaische Nationalspieler, der im Wintertrainingslager zum Team stieß, konnte noch nicht überzeugen. Gegen Pauli zu wenig Gegenwehr beim Sturmlauf der Gäste, in Ingolstadt wurde er von Innenverteidiger Kai Bülow verdrängt. Bald kommt Dominik Stahl zurück – ein weiterer der „Löwen durch und durch“, auf die Fröhling baut.

Lesen Sie auch: Rodri:

Krisztian Simon: Im Winter vom ungarischen Erstligisten Ujpest Budapest geholt, stand erst zweimal auf dem Platz. Gegen Pauli als Starter mit einer schwachen Leistung, danach von Fröhling aus dem Kader gestrichen. Ihm fehlt die Physis, fehlt auch noch der Anschluss? Wirkt sehr verschlossen.

Daylon Claasen: Es scheint nicht zu reichen beim Südafrikaner. Er ist schnell, aber lässt Durchschlagskraft und Zweikampfhärte vermissen.

Edu Bedia: Gemeinsam mit Sanchez aus Barcelona gekommen. Der Techniker war lange verletzt, kehrte vorige Woche wieder ins Teamtraining zurück. „Kaputt“ war er nach der intensiven Donnerstags-Einheit, scheint seine Schambeinentzündung aber überwunden zu haben. Nächste Herausforderung: Zweitliga-Härte.

Rodri: Kam als teuerster Stürmer (600000 Euro), verletzte sich am Sprunggelenk. Nach kurzem Rückschlag durch eine Leistenzerrung wieder im Teamtraining. „Ich bin sehr glücklich, zurück zu sein. Ich war viel zu lange weg. Wenn du wieder anfängst, fühlst du dich von der Muskulatur her schwächer, das ist ganz normal“, sagte Rodri der AZ: „Es wird alles gut. Ich brauche Fußball und das Team braucht mich.“ Und das Comeback? „Ich komme zurück, wenn der Trainer es sagt.“

Valdet Rama: Der Albaner kam mit einer Fußverletzung, musste sich rankämpfen. Danach durch Rückenprobleme zurückgeworfen. Gegen Ingolstadt bereitete er das 1:1 vor. Ist er über einen längeren Zeitraum vollkommen fit, könnte er eine Verstärkung sein.

Leonardo: Moniz-Missverständnis. Antrittsgeschenk für den Ex-Trainer, nach dessen Demission dauerte es nicht lange, bis der Brasilianer um Auflösung seines Vertrages bat.

Rubin Okotie: Einziger Sommer-Transfer, der voll eingeschlagen hatte. Seine Entwicklung ist bekannt: Von Poschner aus der Versenkung Dänemarks (Sönderjysk) geholt, bei Sechzig mit 13 Saisontoren den Weg zurück in die Nationalmannschaft genommen. Jetzt der Schock: Muss mit Entzündung des Innenbands mehrere Wochen pausieren. Hinterlässt eine kaum auszufüllende Lücke – und die Chance für andere, sich zu beweisen. Auch für Neuzugänge.

Lesen Sie auch: Hain: Okotie-Ausfall

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren