Nach Buchbach-Pleite: 1860 kämpft mit Personalsorgen

Nach dem ernüchternden Toto-Pokal-Aus gegen Buchbach übt sich der TSV 1860 in Selbstkritik, ringt mit personellen Sorgen und fehlender Abgezocktheit – und richtet den Blick nun voll auf die Liga.
von  Ruben Stark
Chefcoach Alper Kayabunar und 1860-Kapitän Dennis Dressel (li.).
Chefcoach Alper Kayabunar und 1860-Kapitän Dennis Dressel (li.). © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON

Auch wenn der Ärger über die Spielansetzung beträchtlich war, am Ende nahm sich der TSV 1860 für das Ausscheiden im Toto-Pokal selbst in die Verantwortung.

"Wir werden die Jungs pushen und motivieren, denn das war schon Eigenverschulden, vielleicht fehlt ein bisschen der Mut, das Selbstvertrauen", sagte Dennis Dressel, als er darüber sprach, wie gerade der Kapitän nun auf die Löwen-Talente einwirke nach diesem deftigen 1:3 gegen den TSV Buchbach. "Jeder hat sich schon reingehauen. Buchbach hatte einen Tag mehr frei, was, glaube ich, ausschlaggebend ist, aber das soll keine Ausrede sein, wir haben zu viele Geschenke verteilt."

"Hier haben Spieler eine Chance bekommen, sich zu beweisen"

Sechzig-Trainer Alper Kayabunar war durch die Ansetzung gut 48 Stunden nach dem 1:1 im Ligaspiel gegen Landsberg zu einigen personellen Umstellungen gezwungen – und auch wenn ihm ein gewisser Missmut ins Gesicht geschrieben stand, wollte der 41-Jährige die vielen Fehler nicht damit entschuldigen.

Der Coach, der noch immer auf seinen ersten Heimsieg im Grünwalder wartet, betonte nach der Pleite pragmatisch: "Ich wusste nur, dass das Spiel heute ist, und fokussiere mich darauf. Aber hier haben Spieler eine Chance bekommen, sich zu beweisen." Und sie haben diese Chance offenkundig nicht genutzt, was sich in den nächsten Personalentscheidungen widerspiegeln dürfte.

1860 muss schon am Freitag nach Vilzing

Schon am Freitag wartet bei der DJK Vilzing (ab 19 Uhr im AZ-Liveticker) die nächste Aufgabe, bei der der Gegner nicht minder aggressiv und unangenehm auftreten dürfte, zumal die Giesinger sich gerade anfällig zeigen. "Die Reife, die Abgezocktheit fehlt uns noch, wir haben noch zu viel Jugendlichkeit drin", sagte Julian Bell, der dies nicht aufs Alter, sondern auf die Spielweise bezog.

Dressel ergänzte: "Ich sehe uns allgemein auf einem guten Weg, Euphorie ist auch bei uns in der Mannschaft da. Es muss schon noch alles wachsen."

Acht Pflichtspiele seit dem 1. August

Also leidet Sechzig unter Wachstumsschmerzen, für die eine nachvollziehbare Erklärung in den zurückliegenden Wochen und Monaten liegt und auch der Tatsache, dass einfach Trainingseinheiten fehlen. "Die Abläufe sind auch in der ersten Elf noch nicht ausgereift", erklärte Dressel, weil eben eine Menge Pflichtspiele anstanden, genau acht seit dem 1. August – ein straffes Programm.

Im September, Oktober und November ist der Plan nun nicht mehr ganz so gedrängt, die Löwen haben mit ihrem doppelten Pokal-Aus dafür gesorgt. Wer weiß, wofür das am Ende noch gut ist? "Ein Weg bleibt ja noch", sagte Dressel zur Hoffnung auf eine erneute DFB-Pokalteilnahme in der nächsten Saison, "dafür müssen wir alles tun und uns voll auf die Liga fokussieren." Und am Ende ganz vorne landen.

Neuzugang Seiffert fällt länger aus

Dafür wird für die Löwen auch ein fitter Tunay Deniz nötig sein, auf den Kayabunar am Dienstag bewusst verzichtete. "Tunay war ein bisschen kränklich und er brauchte auch eine Pause. Wir können da kein Risiko eingehen, er ist für die ganze Saison einfach sehr, sehr wichtig", begründete der Coach und bestätigte zudem den längerfristigen Ausfall von Außenverteidiger Moritz Seiffert, der das Spiel mit einer schwarzen Schlinge am rechten Arm verfolgte.

Eine genaue Diagnose und Prognose liege noch nicht vor, so Kayabunar, der das Team am Mittwoch und Donnerstag für das Gastspiel in der Oberpfalz aufrichten und neu einstellen wird.

Vielleicht nimmt er dann auch erstmals Neu-Löwe Eric Uhlmannin den Kader.

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