Mitglieder-Versammlung bei den Löwen: Der Schicksals-Sonntag

Am Wochenende treffen sich die Löwen im Zenith zur Mitgliederversammlung - und stimmen über den künftigen Kurs des TSV 1860 ab. Die AZ hat die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema.
| Matthias Eicher
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(v.l.) Markus Drees (Vorsitzender des Verwaltungsrats), Löwen-Mitglieder bei der letztjährigen Abstimmung und Bernhard Winkler, der mit dem Team "Profifußball" punkten will.
sampics, Augenklick, AZ (v.l.) Markus Drees (Vorsitzender des Verwaltungsrats), Löwen-Mitglieder bei der letztjährigen Abstimmung und Bernhard Winkler, der mit dem Team "Profifußball" punkten will.

München - 844 Löwen sagten ja, 365 nein. Vor fast genau einem Jahr wählten die Mitglieder des TSV 1860 den vorherigen Not-Präsidenten Robert Reisinger zum Oberlöwen. Unter seiner Führung schlugen die Sechzger einen (Konfrontations-)Kurs ohne weitere Darlehen von Investor Hasan Ismaik ein. Eine Tingeltour in der Regionalliga Bayern, einen Aufstieg in die Dritte Liga und unzählige Diskussionen über die Abhängigkeit vom Jordanier später trifft man sich am selben Ort - und erneut steht eine folgenschwere Wahl an.

Am Sonntag findet ab zehn Uhr morgens die alljährliche Mitgliederversammlung statt. Veranschlagte Dauer? Acht Stunden! In der Kulturhalle Zenith im Münchner Norden wird diesmal unter anderem der Verwaltungsrat neu gewählt.

Eine Abstimmung, die in den vergangenen Wochen einen spektakulären Wahlkampf entfachte und einmal mehr zeigt, wie tief die Spaltung des Giesinger Arbeitervereins mit seinem hochumstrittenen Investorenmodell ist.

Die AZ liefert die wichtigsten Fragen und Antworten zur Hauptversammlung.

  • Welche Wahlen stehen auf der Agenda? Wahlausschuss, Ehrenräte, Kassenprüfer und Seniorenvertreter - gleich mehrere Abstimmungen stehen an. Die Wahl des neunköpfigen Verwaltungsrats überstrahlt alles: Das Gremium kann schließlich durch seine Kontrollfunktion gemeinsam mit dem Präsidium die Richtung der Vereinspolitik vorgeben. Insgesamt stehen 31 (!) Kandidaten zur Wahl.
     
  • Wo liegt das Konfliktpotenzial? Das Duell lautet: kleine gegen große Brötchen, aktueller Verwaltungsrat um den Vorsitzenden Markus Drees gegen den Neuner-Block vom um Vereinsidol Bernhard Winkler, Gastronom Thomas Hirschberger (Gründer der Burger-Kette "Hans im Glück") und Organisator Klaus Ruhdorfer. "Wir wollen auf Augenhöhe mit dem Gesellschafter eine Basis finden, ohne - wie in der Abstiegssaison - die Löwen-Identität zu verschenken", erklärt Ruhdorfer der AZ. Man wolle dabei nicht (nur) auf Ismaik-Darlehen setzen, sondern 1860 für Sponsoren attraktiver machen. Für das Team aus zahlreichen Unternehmern sprechen Vernetzung in Wirtschaft und Politik. Das Bündnis "Pro1860" befürwortet den aktuellen Kurs des Präsidiums. Daher empfiehlt der Zusammenschluss ebenfalls neun Kandidaten, nebst den aktuellen sechs Verwaltungsräten um Drees: Architekt Christan Gross, SPD-Stadtrat Gerhard Mayer und Unternehmer Norbert Steppe
     
  • Wie stehen die Chancen? Nachdem sich Ismaik im vergangenen Jahr durch die Bestätigung Reisingers und die Nicht-Wahl seines Bruders Yahya in den Verwaltungsrat sowie den Antrag von Ulla Hoppen gleich mehrere Ohrfeigen abholte und Sechzigs Aufstieg den aktuellen Kurs stärkt, hat das Team Profifußball nicht allzu gute Karten. Winkler, Hirschberger und Ruhdorfer werden noch die besten Chancen eingeräumt. Eine bisher nicht durchsetzbare Briefwahl würde es den Mitgliedern außerhalb Münchens vereinfachen, an den Wahlen teilzunehmen. Im Zenith dürften einmal mehr die (ismaik-feindliche) aktive Fanszene und Unterstützer des aktuellen Kurses die Mehrheit haben.
     
  • Welche Anträge gibt es? Ulla Hoppen hatte vor rund einem Jahr einen Antrag auf Beendigung des Kooperationsvertrags mit Ismaik gestellt. Dieser wurde zwar angenommen, brachte den Sechzgern nach rechtlicher Prüfung jedoch nur Kosten im fünfstelligen Bereich. Nun gibt es den nächsten Hoppen-Antrag. Er lautet: "Unterstützung des Kurses des derzeitigen Präsidiums".
     
  • Was bedeuten die Wahlen für die Zukunft? Ändern sich die Kraftverhältnisse nicht, heißt es bei den Löwen weiter: sparen! Angesichts der jüngst veröffentlichten Horrorzahlen (ein Jahresfehlbetrag von 22 Mio. Euro 2016/17, 1,6 Mio. Miese in der vergangenen Saison und für 2018/2019 voraussichtlich 2,2 Mio.) ist jedoch fraglich, wie dieser Weg im Grünwalder Stadion zum Erfolg führt. Das Team Profifußball müsste sich dagegen an den Aussagen messen lassen, ein intaktes Verhältnis zu Ismaik und eine Lösung der Stadionfrage herbeiführen zu können - wenn es denn eine Mehrheit erlangt.

    Winkler und Co.: Die neun Kandidaten des
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