Milliardär Gerhard Mey möchte beim TSV 1860 München als Investor einsteigen

Einem Medienbericht zufolge könnte ein Münchner Milliardär möglicherweise beim TSV 1860 einsteigen und dem krisengebeutelten Verein finanziell unter die Arme greifen.
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Führt er die Löwen möglicherweise wieder an die Spitze? Der Münchner Milliardär Gerhard Mey.
Andreas Gebert/dpa/Screenshot: www.meycapital.com/AZ Führt er die Löwen möglicherweise wieder an die Spitze? Der Münchner Milliardär Gerhard Mey.

München - Geht es bei den Löwen jetzt wieder bergauf? Möglicherweise gibt es einen neuen Geldgeber, der dem Regionalligisten eine gehörige Finanzspritze verpassen möchte. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, ist der Münchner Milliardär Gerhard Mey stark daran interessiert, als Investor beim TSV 1860 einzusteigen.

Nach AZ-Informationen möchte Hasan Ismaik beim Verein aktuell kein neues Geld zuschießen. Stattdessen wäre er erfreut darüber, wenn weitere Geldgeber in das Projekt TSV 1860 investieren würden. Oder anders gesagt: Wenn Ismaiks Anteile am Klub von neuen Finanziers gekauft werden. Dass es bisher noch nichts Konkretes gibt, liegt auch daran, dass über den Einstieg neuer Investoren erst die Mitgliederversammlung abstimmen müsste. In der Versammlung wäre ebenfalls die Frage Thema, ob Ismaik weitere Anteile erhalten solle. Neuigkeiten soll es nun auf alle Fälle am 23. Juli geben, wenn die zunächst verschobene Mitgliederversammlung stattfindet.

Dem SZ-Bericht zufolge gibt es nun also erste konkrete Anhaltspunkte: Gerhard Mey, Milliardär aus München, will bei den Löwen einsteigen. Die finanziellen Mittel hätte der 61-Jährige auf jeden Fall. Mey hält 50 Prozent an der Firma "Webasto", dem Weltmarktführer für Autodächer und Cabriodach-Systeme sowie Heiz- und Klimaanlagen – 3,2 Milliarden Euro Umsatz jährlich erwirtschaftet das Familienunternehmen. Das Unternehmenselbst äußerte sich bisher nicht zu Details. Es verwies jedoch darauf, dass Mey bei den möglichen Plänen als Privatperson handele.

Wie die SZ berichtet, soll Mey über Mittelsmänner bereits Kontakt zu Ismaik aufgenommen und ihm ein Angebot unterbreitet haben. Der Milliardär ist seit Jahrzehnten Sechzig-Fan – wegen des Geldes würde er nicht bei den Löwen einsteigen. "Es wäre sicher nicht das lukrativste Geschäft meines Lebens, aber deshalb mache ich das ja nicht. Ich würde bei 1860 aus Leidenschaft einsteigen."

Mey will 1860 in die Bundesliga führen

Große Ziele hat er trotzdem: "Es ist ein unglaubliches Unglück, dass dieser Traditionsklub so unter die Räder geraten ist. Ich will ihn gerne dorthin führen, wo er hingehört, in die Bundesliga. Die Zeit rast. Wir dürfen nicht bummeln und müssen sofort wieder raus aus der Regionalliga." Doch wenn Geld in den Verein gepumpt werden soll, müsse dieser laut Mey auch wieder professionell geführt werden. "Das Fundament von 1860 ist fantastisch. Nur das, was darauf errichtet wurde, ist es nicht. Wir brauchen ein hochprofessionelles Management mit weiß-blauem Herz." Ein weiß-blaues Herz – ein Ansatz, der sich deutlich von Hasan Ismaiks Vorgehensweise unterscheidet. Vitor Pereira aus Portugal auf der Trainerbank, Ian Ayre vom FC Liverpool oder Anthony Power in der Führungsriege, um nur eine wenige Namen zu nennen. Die Wunschkandidaten des Jordaniers waren alles andere als traditionell bayerisch.

Auch bei der Thematik 50+1-Regel unterscheidet sich Mey klar von Ismaik, der am Freitag Beschwerde vor dem Bundeskartellamt gegen die Regelung eingelegt hat. "Ich denke, dass 50+1 ziemlich egal ist, wenn man im Klub auf anständige Weise miteinander umgeht", so Mey. Ein Beispiel, wie es bei den Sechzgern möglicherweise wieder bergauf gehen könnte, nennt der 61-Jährige auch: Ralf Rangnick, der RB Leipzig innerhalb weniger Jahre in die 1. Bundesliga geführt hat. Mey würde sich bei einem Einstieg im Hintergrund halten, die Profis im Management arbeiten lassen. Anders als Ismaik, der sich immer wieder in vereinsinterne Entscheidungen einmischte und Druck ausübte.

Es bleibt abzuwarten, wie es beim TSV weitergeht. Spätestens nach der Mitgliederversammlung dürfte man mehr wissen.

Lesen Sie auch: Nach Ismaik-Attacke - Rätselraten um 1860-Versammlung

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