Löwen-Investor Ismaik schreibt nur "Sad Day“ – der Absturz droht

Update, 18 Uhr: Nun ist es offiziell, der TSV 1860 steht vor dem Absturz in die Regionalliga, die notwendigen 2,7 Millionen Euro konnten bis zur Frist am Mittwochabend nicht vorgewiesen werden. Die 1860-Bosse haben eine Pressemitteilung verschickt – weitere Informationen finden Sie in folgendem Artikel.
Ursprungsartikel: Die Uhr tickt erbarmungslos gegen den TSV 1860. Am heutigen Mittwoch müssen die Löwen mit einer Summe von 2,7 Millionen Euro ihre Liquidität beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) nachweisen. Noch ist nicht offiziell geklärt, ob der umstrittene Investor Hasan Ismaik im Dauerzwist mit dem Mutterverein um Präsident Gernot Mang die finanzielle Lücke schließt.
Auf AZ-Anfrage, ob der TSV 1860 München künftig in der 3. oder 4. Liga spielen wird, antwortete Investor Hasan Ismaik lediglich mit den Worten: "Sad Day.“ Die Nachricht deutet darauf hin, dass den Löwen der Absturz in die Regionalliga drohen könnte. Nach AZ-Informationen soll die Entscheidung zwischen 17.30 und 18 Uhr verkündet werden. Erst dann wissen die Verantwortlichen des TSV 1860 München, wie es weitergeht.
1860 bangt um Drittliga-Lizenz – Ismaik sendet Hoffnungssignal
Sollte sich Ismaik weigern, müsste der angeschlagene Traditionsverein zum zweiten Mal nach 2017 den bitteren Gang in die Viertklassigkeit antreten – und das ausgerechnet 60 Jahre nach ihrem Meistertitel, den sie zuletzt mit einigen Helden von damals feierten. Dabei bemühte auch Mang die große Tradition. "Wir gehören nicht dauerhaft in die dritte Liga", sagte er – und: "Wir gehören schon gar nicht in die vierte Liga."
Nachdem Ismaik gegenüber der "SZ" bereits erklärt hatte: "Ich denke, wir bleiben in der dritten Liga, und jeder arbeitet besonders hart, um in der dritten Liga zu bleiben", folgte am Mittwochvormittag ein weiteres positives Signal.
Ismaik schreibt "3"
Auf Nachfrage von BR24 Sport, ob der TSV 1860 in der kommenden Saison in der 3. Liga oder in der Regionalliga spielen werde, antwortete Ismaik per WhatsApp lediglich mit einer "3". Laut Aussagen des BR-Reporters löschte Ismaik aber wenig später die Nachricht. Bereits 2017 hatte der Investor den damaligen Zwangsabstieg der Löwen mit einer "4" per WhatsApp-Nachricht verkündet.
Ein weiterer Punkt, der den Löwen-Kosmos doch ein wenig positiver stimmen könnte, ist, dass Hasan Ismaik nach AZ-Infos auf einen weiteren Punkt seines anfangs sieben Punkte umfassenden Forderungskatalogs verzichtet hat: "Verzicht auf Herabwürdigung". Dem Mehrheitsgesellschafter soll klar geworden sein, dass sich eine Fankurve schwerlich kontrollieren lasse (Stichwort Anti-Ismaik-Fahne). Damit blieben nach dem zusätzlichen Wegfall der Forderung, dass der e.V. auf sein Vorkaufsrecht der Ismaik-Anteile verzichtet, demnach noch folgende fünf Bedingungen des Jordaniers übrig:
- ordnungsgemäße Finanzberichterstattung und Aufbau eines Compliance- und Finanzsystems
- Beauftragung eines neutralen externen Finanzexperten
- Ausgabenbeschränkungen zur Gewährleistung einer strikten Zweckbindung neuer Mittel
- strikte Einhaltung des genehmigten Budgets
- Umstrukturierung (...) auf der Grundlage eines vereinbarten Umstrukturierungsplans
Um 13.11 Uhr antworte Ismaik auch der AZ via WhatsApp. Auf die Frage, ob die Anstrengungen der Beteiligten von Erfolg gekrönt seien und der TSV 1860 in der 3. Liga bleiben werde, schickte der Investor lediglich ein schulterzuckendes Smiley. Heißt wohl, es muss gebangt werden. Die neuerlichen Aussagen verheißen weiterhin nichts Gutes.
Würzburg löst letztes Drittliga-Ticket – und was ist mit 1860?
Seit Montagabend ist die Zusammensetzung der Drittliga-Saison 2026/27 jedenfalls komplett, die Würzburger Kickers sicherten sich mit einem 2:1-Sieg im Rückspiel gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig den Aufstieg. Bereits das Hinspiel hatten die Franken 1:0 gewonnen und freuen sich somit auf Gegner wie Fortuna Düsseldorf, Hansa Rostock, Alemannia Aachen – und auch wieder den TSV 1860? Das entscheidet sich wie erwähnt am Mittwoch.
Wie es für die Löwen bei einem Lizenzentzug weitergeht, weiß aktuell keiner. Angeblich besitzen nur acht Spieler aus dem Drittligakader auch Verträge für die Regionalliga, in der stattdessen Gegner wie der TSV Buchbach, die DJK Vilzing oder der VfB Eichstätt warten würden.
3. Liga 2026/27
- Preußen Münster (Absteiger)
- Fortuna Düsseldorf (Absteiger)
- Rot-Weiss Essen (Verlierer der Relegation)
- MSV Duisburg
- Hansa Rostock
- SC Verl
- Alemannia Aachen
- TSV 1860 (Lizenzierung offen)
- SV Wehen Wiesbaden
- SV Waldhof Mannheim
- Viktoria Köln
- FC Ingolstadt 04
- SSV Jahn Regensburg
- VfB Stuttgart II
- 1. FC Saarbrücken
- TSG 1899 Hoffenheim II
- SG Sonnenhof Großaspach (Aufsteiger)
- SV Meppen (Aufsteiger)
- Fortuna Köln (Aufsteiger)
- Würzburger Kickers (Aufsteiger)
Regionalliga Bayern 2026/27
- 1. FC Schweinfurt 05 (Absteiger)
- 1. FC Nürnberg II
- SpVgg Unterhaching
- FV Illertissen
- DJK Vilzing
- TSV Aubstadt
- VfB Eichstätt
- FC Bayern II
- Wacker Burghausen
- SpVgg Ansbach 09
- TSV Buchbach
- FC Memmingen
- SpVgg Bayreuth
- FC Augsburg II
- TSV Schwaben Augsburg
- Greuther Fürth II (Sieger der Relegation)
- SC Eltersdorf (Aufsteiger)
- TSV Landsberg (Aufsteiger)