Löwen-Gespür für Schnee

Der Wintereinbruch macht beim TSV 1860 zwei Tage vor dem wichtigen Spiel im Abstiegskampf gegen Fortuna Düsseldorf normales Training unmöglich. „Vielleicht tut den Jungs eine Auszeit gut“
| Matthias Eicher
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Für die Schneelöwen (v.l.): Valdet Rama, Rubin Okotie, Maximilian Wittek und Maximilian Beister fiel das Mannschaftstraining aus.
Uli Wagner Für die Schneelöwen (v.l.): Valdet Rama, Rubin Okotie, Maximilian Wittek und Maximilian Beister fiel das Mannschaftstraining aus.

München -Milos Degenek hatte sich im dicken Trainingsanzug eingemummelt, als er aus der Kabine kam und scherzte: „Ich habe schon ein bisschen freigeräumt, aber mehr als das kleine Eck hab‘ ich nicht geschafft.“ Der Platz? Schneeweiß. Matschig. Unbespielbar. Deswegen ging’s in die schneebedeckten Isarauen zu einer Laufeinheit, bei der auch Trainer Benno Möhlmann mitmachte und dabei ordentlich aus der Puste kam. Das Mannschaftstraining fiel flach.

 

Weiße Pracht vom Wettergott

 

Der Wettergott machte dem TSV 1860 zwei Tage vor dem richtungsweisenden Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf (Samstag, 13 Uhr) einen Strich durch die Vorbereitungs-Rechnung. Neuschnee auf dem Hauptplatz, auch die anderen Felder schimmerten nicht grün, sondern weiß. Für den wiedergenesenen Flügelflitzer Valdet Rama war es „frustrierend, dass das Wetter so verrückt spielt. Schnee ist schön, passt mit Fußball aber nicht zusammen.“ Möhlmann nahm es gewohnt pragmatisch: „Wir trainieren nur mit Sinn und Verstand. Ein Trainingsbetrieb auf dem Platz ist nicht möglich.“ Auch der Kunstrasen nebenan, mit einem Schneepflug (der zu allem Überfluss am Morgen auch noch streikte) erst im Laufe des Tages geräumt, sei keine Alternative. Den Löwen fehlen eben die Mittel, um für solche Witterungsbedingungen gewappnet zu sein. Eine funktionierende Rasenheizung würde ihnen jedenfalls auch im Abstiegskampf durchaus helfen.

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So stand neben dem Lauf noch ein kurzes Krafttraining auf dem Programm, laut Torwart-Trainer Kurt Kowarz ein guter Kontrast zur jüngsten Übungsplanung: „Wir hatten zuletzt so viel Torschusstraining, vielleicht tut den Jungs eine Auszeit gut, vielleicht können sie dabei auch ein bisschen regenerieren.“ Klingt nach Zweck-Optimismus. Denn zwei Tage vor dem Spiel nicht ordentlich trainieren zu können, das für Sechzig immens wichtig ist und für Düsseldorf (neun Punkte Vorsprung auf 1860) schon das (positive) Ende des Abstiegskampfs bedeuten könnte, ist alles andere als optimal.

 

Doppelsechs oder Doppelspitze?

 

Möhlmanns Erkenntnisgewinn in Sachen Startformation hält sich nach dem Lauftraining jedenfalls in Grenzen: Doppelsechs oder Doppelspitze? Wie gegen Bochum (1:1) könnte der Coach Kai Bülow und Dominik Stahl im Mittelfeld vertrauen. „Wir haben es schon geschafft, das Zentrum kompakter zu halten“, sagte Möhlmann. Im Sturm durfte Neuzugang Sascha Mölders zuletzt seinem Kollegen Rubin Okotie nur zusehen. Der sei „sowohl von der konditionellen Seite, als auch von der Durchsetzungsfähigkeit her ein Stück weiter“ und könne „Bälle besser halten und verteilen“, so der Chefcoach.

Okotie, der über eine Zehenverletzung klagte, gibt in der AZ Entwarnung: „Es ist alles okay, ich kann spielen.“ Nur trainieren eben nicht. Obs am Freitag wieder geht? „Das Wetter soll ja wieder besser werden“, hofft Co-Trainer Sven Kmetsch.

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