Investor gesucht: Dieses Millionen-Loch muss der TSV 1860 stopfen

Den Löwen fehlt Geld, ein Finanzier ist nicht in Sicht – und es droht die Insolvenz. Ismaik lässt den Klub weiter zappeln, Meys Engagement liegt in weiter Ferne, der Hauptsponsor ist noch nicht an Bord.
| Matthias Eicher
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Will Gerhard Mey investieren? Viel, viel Geld benötigen die Löwen – es sind zwei bis drei Millionen Euro.
Rauchensteiner/Augenklick Will Gerhard Mey investieren? Viel, viel Geld benötigen die Löwen – es sind zwei bis drei Millionen Euro.

München - Zielgerade. Der TSV 1860 biegt, aus sportlicher wie wirtschaftlicher Sicht, in die entscheidende Vorbereitungsphase ein. Mittwoch und Donnerstag, jeweils um 19 Uhr bei der SpVgg Landshut und Eintracht Freising. Samstag, um 17 Uhr in Bodenmais gegen den SV Heimstetten. Drei Tests in vier Tagen.

Womöglich folgt ein weiterer Showdown, weitaus entscheidender: einer über den Fortbestand der Löwen. Die planen, im beschaulichen Örtchen im Bayerischen Wald, gegen Heimstetten ihr neues Leibchen vorzustellen. "Alte Liebe, neues Trikot. Bereit für die neue Saison": So lautet der Slogan, mit dem es der alte und neue Hauptsponsor "Die Bayerische" präsentieren will.

Millionen fehlen für Fortbestand

Doch sind die abgestürzten Giesinger dazu überhaupt bereit? Nach AZ-Informationen fehlen, trotz der Ablösesummen für Marin Pongracic und Felix Uduokhai (jeweils gut eine Million Euro) immer noch zwischen zwei und drei Millionen für einen gesicherten Fortbestand in den nächsten beiden Jahren. Mit anderen Worten: Es droht weiter die Insolvenz. Und: Bisher scheint kein Geldgeber für die millionenschwere Finanzlücke gefunden worden zu sein. Muss 1860 trotz aller positiven Signale wie der bevorstehenden Klärung der Stadionfrage um die Existenz bangen?

Zunächst wäre da Investor Hasan Ismaik, der die Finanzlücke schließen könnte. Wird er kaum tun, schließlich hatte der Jordanier schon die Zahlungen zur Lizenzsicherung für die 3. Liga nicht geleistet. Wie die AZ erfuhr, hat er die Stundung seiner Darlehen über acht Millionen Euro zwar mündlich zugesagt – schriftlich allerdings noch nichts fixiert. Leitet Ismaik die von Neu-Geschäftsführer Markus Fauser geforderte Zurückstellung der Gelder nicht in die Wege, kann sich dieser unmittelbar auf den Weg zum Amtsgericht machen, um einen Insolvenzantrag zu stellen. Warum Ismaik einmal mehr so lange wartet, ist unklar: Der launische Finanzier, der, wie die AZ erfuhr, demnächst in München erwartet wird, könnte die an seine Zahlungen geknüpfte Zukunft der Sechzger als Druckmittel für sein Bestreben nach Machterweiterung verwenden.

Münchner Unternehmer signalisiert Interesse

Da wären auch andere Investoren wie Gerhard Mey. Der Münchner Unternehmer und Milliardär verdient sein Geld mit Autodächern, ist Zulieferer vieler Großkonzerne. Und hat sich in der Süddeutschen Zeitung als Interessent zu erkennen gegeben, beim TSV einzusteigen. Auf AZ-Anfrage war der 61-Jährige bisher nicht zu erreichen. Von den Löwen, die sich nicht offiziell äußern wollen, war zu hören, dass man sich freue, sollte Mey tatsächlich Anteile erwerben wollen.

Gewundert habe man sich, dass sich der selbsterklärte Löwen-Fan in der Öffentlichkeit äußerte. Während Ismaik derzeit mehrere Kanäle nutzt, um seine Version der Geschichte darzustellen, halten sich die Klubbosse an das Schweigegelübde.

Sechzigs Zerrissenheit zeigt sich an folgendem Satz Meys, den er der SZ diktierte: "Das Fundament von 1860 ist fantastisch. Nur das, was darauf errichtet wurde, ist es nicht. Wir brauchen ein hochprofessionelles Management mit weiß-blauem Herz." Ismaik, in dessen Vokabular das Wort "Schuldeingeständnis" nicht vorzukommen scheint, dürfte sich ebenso wenig angesprochen fühlen wie die Vereinsvertreter – die Wahrheit liegt bekanntlich oft dazwischen. Klar scheint: Mit Mey, der auf Veränderungen pocht, kann es ob der Komplexität der Verhandlungen keinen Schnellschuss geben.

Bleibt der bestehende Sponsorenpool. Ismaik hatte Hauptsponsor "Die Bayerische" im "Merkur" zuletzt wüst kritisiert, "peinliche Vereinspolitik" zu betreiben, weil man – so Ismaik – ein Darlehen von zwei Millionen gegen zwei Sitze im Aufsichtsrat tauschen wolle. Der Versicherer schweigt auf AZ-Anfrage. Klar ist: Der Vertrag über ein fortlaufendes (Haupt-)Sponsoring ist noch nicht unterschrieben. Einfach so Geld geben will keiner, ohne Sicherheiten. Sicherheiten, die 1860 nicht hat.

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