"I bin no lang ned fertig!": Niederlechner hält sein Versprechen und bleibt bei den Löwen
"Als kleiner Bub an Vaters Hand, sah ich deine Spiele, ich sah deine Siege – und ich weiß, ganz genau, ich werd nie von dir gehen, immer treu zu dir stehen, denn ich trage dich fest in meinem Herzen!"
In einem heiß ersehnten Video stehen diese Textzeilen des Löwen-Fansongs "Löwenmut" der Kult-Band "Lustfinger" auf einem Zettelchen, das sich eine Hand greift, auf einen Tisch legt und mit zwei aneinanderhängenden Buchstaben unterschreibt: Ein "F", ein "N" – Florian Niederlechner ist und bleibt ein Löwe.
"Ich hab’ doch gsagt: I bin no lang ned fertig", spricht der 197-malige Bundesligaspieler, der im Sommer 2025 zum TSV 1860 zurückgekehrt war, in breitem Bairisch über sein bisher ausbaufähiges Wirken (drei Tore und vier Assists in 27 Drittligaspielen) und besiegelte damit symbolisch: Der Kurvenliebling hat sich gegen den Abschied, gegen größeres Geld entschieden - und für seine große Liebe.
Niederlechners Verlängerung im Winter wurde durch den Abstieg ungültig
"Schon bei meiner letzten Verlängerung habe ich gesagt, dass meine Zeit noch nicht vorbei ist, und dass ich noch ein paar Tore für die Löwen schießen muss. Daran hat sich nichts geändert", sagt Niederlechner jetzt über seine (automatische) Vertragsverlängerung im Winter, die mit Sechzigs Zwangsabstieg erst einmal ungültig geworden war. Kein Problem für den 35-jährigen Routinier, der sich wohl letztlich dachte: Dann unterschreib’ ich halt nochmal!
"Ich bin in der vergangenen Saison mit ganz anderen Ambitionen gestartet. Dass es am Ende so gekommen ist und der Verein nun in der Regionalliga startet, war natürlich zuerst schwer zu verdauen", gibt der Oldie zu: "Aber ich habe mein Wort gegeben und werde es halten. Ich gehe den Weg mit und werde alles daransetzen, die Fans wieder glücklich zu machen."
Macht's Niederlechner jetzt wie Kult-Löwe Mölders?
Nach AZ-Informationen hat Niederlechner, der einst in Löwen-Bettwäsche geschlafen hatte, als 1860-Jugendspieler den Durchbruch verpasst und erst nach einer langen wie erfolgreichen Karriere den Weg zurück nach Giesing gefunden hatte, nach dem Zwangsabstieg als einer der ersten Spieler ein Treuebekenntnis abgegeben. Kurz nach dem Zwangsabstieg berichtete die AZ: "Wandelt Niederlechner auf den Spuren von Kult-Löwe Sascha Mölders?"

Dennoch drohte aufgrund der langen Handlungsunfähigkeit der Blauen zuletzt ein Abgang, ein ähnliches Szenario wie bei Torhüter Thomas Dähne: Wie Dähne wollte Sport-Boss Manfred Paula Niederlechner halten, wie Dähne (1. FC Heidenheim) hatte Niederlechner mit Austria Salzburg schon einen neuen Verein – im Gegensatz zu Dähne nahm der gebürtige Ebersberger den Spruch "Einmal Löwe, immer Löwe" derart wörtlich, dass er im letzten Moment umschwenkte und nun tatsächlich Kult-Löwe Mölders beerben kann.
Folgen noch weitere Ex-Profis in die Regionalliga?
Es ist der zweite Profispieler-Deal nach Tunay Deniz, den nicht nur die Anhänger feiern, sondern auch die Bosse. "Ein Spieler mit diesem Können, diesem Torriecher und dieser Erfahrung ist für uns Gold wert", sagt Thomas Probst, Geschäftsführer der TSV München von 1860 Spielbetriebs-GmbH und jubiliert. "Dass Flo sein Versprechen wahr macht und im Löwen-Trikot in der Regionalliga aufläuft, zeigt, wie sehr ihm dieser Verein am Herzen liegt. Wir sind sehr dankbar, dass es uns gelungen ist, diesen Vertrag zu schließen, und freuen uns, den Weg mit ihm, aber auch mit allen anderen Spielern zu gehen. Die Löwen leben!"
Nach AZ-Infos stehen noch einige weitere Spieler beim TSV in der Pipeline: Max Reinthaler und Philipp Maier haben nach AZ-Infos bei der Klärung ihrer Zukunft bislang auf 1860 gewartet, das Torhüter-Duo Rene Vollath (36) und Paul Bachmann (20) wäre als spielender Torwarttrainer und dessen talentierter Lehrling eine sinnvolle Besetzung – falls nicht auch noch Marco Hiller nach Hause kommt. . .
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