Harry G: "Über Sechzig zu lachen, wäre gemein"

Der Comedian Harry G über Sechzig und Bayern. Den Löwen wünscht er, dass es "mal besser geht".
| Matthias Eicher
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„Wenn man hierher kommt, kennt man das Oktoberfest, die Bayern – und Sechzig“, sagt Comedian Harry G.
„Wenn man hierher kommt, kennt man das Oktoberfest, die Bayern – und Sechzig“, sagt Comedian Harry G. © Antenne Bayern/dpa/Youtube-Screenshot/AZ

München - Die AZ hat mit dem Münchner Kult-Grantler Harry G über seine Figuren und die aktuelle Situation bei den Löwen gesprochen.

AZ: Herr Stoll, wie sollen wir Sie ansprechen? Mit Ihrem bürgerlichen Namen Markus Stoll, Künstlername Harry G oder Boazn Kini – dem Protagonisten Ihres Videos?
MARKUS STOLL/HARRY G: Je nachdem, wie sich das Gespräch entwickelt: Wenn wir zwei ein Problem miteinander kriegen, bin ich der Boazn Kini. Wenn es lustig werden soll, der Harry G und wenn Sie einfach reden wollen, der Markus.

Probleme wollen wir nicht, aber über den Löwen-Fan sprechen, den Sie in dem Lied in eine Giesinger Kneipe stellen und als versoffenen Chaoten darstellen.
Ich wollte immer mal ein Gangsterrap-Video drehen. Da musste ein authentischer Typ her, der Konflikte nicht scheut, der sein Territorium, sein einzig wahres München vor den "Isarpreißn" verteidigt – ein echter Giesinger Sechzger, ein "Boazn Kini" eben.

Und die Message dahinter?
Das authentische München funktioniert ganz einfach: Du wirst toleriert, aber das musst du wissen als "Zuagroaster". Du wirst geduldet, aber wehe du machst einen Fehler, bestellt in der Boazn was Falsches, oder gibst den großen Macker. Ich bin weder Hip-Hopper, noch Boazn-Kini. Da passt nix zam. Wenn sich keiner einig ist, was es genau ist, dann ist es Kunst!

Einigen Löwen dürfte der Vergleich nicht gefallen. Keine Angst, dass plötzlich ein echter Boazn-Kini vor der Tür steht?
Manchmal. (lacht) Ich muss aber klarstellen: Ich will damit keine Löwen-Fans veräppeln, im Gegenteil: Das soll eine blaue "Mir-san-Mir"-Version sein, wenn man so will. Ich habe ja auch den erfolgsverwöhnten Bayern-Fan schonmal aufs Korn genommen. Ist doch klar, dass man das Ganze nicht ernst nehmen darf. Ich habe es auch zwei Löwen-Spielern geschickt – die fanden es gut.

"Bei 1860 kracht's in einer Tour"

Wie unterscheiden sich die beiden Fan-Lager?
Der Bayern-Fan ist der vollgefressene Hund. Was der schon alles gewonnen hat! Er ist satt. Und der Löwen-Anhänger ist durch die vielen Rückschläge der Geprügelte, Leidgeprüfte. Dem es zu wünschen wäre, dass es ihm mal besser geht.

Und welchem fühlen Sie sich selber zugehörig?
Dazu äußere ich mich nie. Für mich haben beide Vereine ihre Berechtigung, beide gehören zu München. Wenn man hierher kommt, kennt man das Oktoberfest, die Bayern – und 1860. Momentan ist die Rivalität ein bisschen eingeschlafen, weil die Bayern in einer ganz anderen Liga spielen.

Während man bei Sechzig seit dem Abstieg 2004 von besseren Zeiten träumt.
Das ist ein gebeutelter Verein. Bei 1860 kracht’s in einer Tour.

Für Harry G viele Steilvorlagen für die nächsten Einlagen.
Es gäbe viel Angriffsfläche, aber es wäre gemein, über jemanden, der am Boden liegt zu lachen. Da wäre mir viel lieber, 1860 würde sich zamrappeln und aufsteigen. Es ist doch ein Trauerspiel mit Sechzig. München im Aufstiegsfieber, das wär‘ wie eine kleine WM. Und für die Löwen dreimal Weihnachten, wenn’s klappt. Das würde vielleicht sogar ein Video von Harry G über die wiedergefundene Rivalität rechtfertigen.

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