Günther Gorenzel: Der Bald-Geschäftsführer des TSV 1860

Der Aufsichtsrat schlägt Günther Gorenzel als neuen Geschäftsführer Sport beim TSV 1860 vor, die Initiative ging von Hasan Ismaik aus. Die AZ erklärt, was diese Personalentscheidung bedeutet.
| Matthias Eicher
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München - Co-Trainer. Jugendtrainer. Sportchef. Günther Gorenzel, seit Januar 2018 für eine dritte Amtszeit in jeweils unterschiedlicher Funktion auf Giesings Höhen, kraxelt die Karriereleiter beim TSV 1860 weiter empor.

Festgezurrt ist seine neue Berufsbezeichnung noch nicht, dürfte aber bald offiziell verkündet werden: Geschäftsführer Sport. Die einstimmige Empfehlung des Aufsichtsrates, Gorenzel neben Michael Scharold zum zweiten Geschäftsführer zu befördern, kam am Sonntagabend per Pressemitteilung. Für den Österreicher kein Grund, über seine baldige neue Rolle zu sprechen. "Das ist noch nicht fix", erklärte Gorenzel, "ich werde mich erst dazu äußern, wenn es entschieden ist." (Lesen Sie hier den AZ-Kommentar zur bevorstehenden Beförderung von Günther Gorenzel)

Personalie Gorenzel: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Was spricht für Gorenzel als Geschäftsführer? Der gebürtige Grazer besitzt ebenjene Fußballlehrerlizenz, die Trainer Daniel Bierofka dieser Tage erwirbt. Leistungsnachweis? Bestnote 1,0.

Gorenzel gilt als Fachmann des Sports, zudem als akribischer und analytischer Arbeiter. Als Sportchef und Aushilfscoach hat er sich in den letzten zehn Monaten sowohl auf Seiten der Löwen-Bosse als auch bei Investor Hasan Ismaik – der Gorenzel erst ablehnte und Franz Gerber installieren wollte – Vertrauen erworben. Er brachte die sportlichen Planungen an der Seite von Bierofka deutlich früher auf den Weg als von den Last-Minute-Löwen zuvor gewohnt.

Auch die Rhetorik Gorenzels, der im Gegensatz zu Scharold stets Rede und Antwort steht, spricht für den baldigen neuen Mann in der Führungsetage. Eine logische Beförderung also bei oft krisen- und skandalumwobenen Sechzgern und ein Schritt in Richtung Kontinuität.

Zustimmung wohl in den nächsten Tagen

Wann ist eine Entscheidung zu erwarten? Zwei Gremien müssen noch zustimmen: Der Beirat der ausgegliederten Fußballabteilung und der Verwaltungsrat des Gesamtvereins. Beiratsmitglied und Präsident Robert Reisinger erklärte der AZ, dass die Zustimmung innerhalb der nächsten Tage erfolgen solle. Sebastian Seeböck, seit August neuer Vorsitzender des Verwaltungsrates, gab zu Protokoll, dass man die Empfehlung als Kontrollgremium gewissenhaft prüfen werde. Nach ein, zwei Wochen sollte Sechzig Fakten geschaffen haben – danach gibt‘s voraussichtlich eine Antritts-PK.

Kämpfer, Meister, Retter - das ist Daniel Bierofka

Wie werden die Aufgabengebiete verteilt? Gorenzel, der nach AZ-Informationen ähnlich wie Partner Scharold einen Vertrag bis 2020 inklusive Option auf ein weiteres Jahr erhalten soll, verantwortet künftig den Bereich Sport. Mit mehr Verantwortung und zu verbesserten Bezügen. Dadurch steigt er auch zum offiziellen Ansprechpartner des Aufsichtsrates auf. Die nächste Sitzung soll noch 2018 stattfinden. Gorenzels Pläne mit Sechzig, wie schon öfter kundgetan: schnellstmögliche Rückkehr in die Zweite Liga, dafür eine umfassende Datenbank an Spielerprofilen potenzieller Neulöwen. Scharold kümmert sich um den Bereich Finanzen, auch Marketing oder etwa die Stadionfrage.

Der TSV 1860 braucht frisches Geld

Was kann Gorenzel bei Investor Ismaik bewirken? Unter anderem hat er an der Seite von Bierofka die Finanzspritze der zwei Millionen Euro möglich gemacht. Nach AZ-Informationen war es der Jordanier, der Gorenzel zum Erstaunen der 1860-Bosse schon vor einigen Wochen als Geschäftsführer vorgeschlagen hatte. Gorenzels Herausforderung wird sein, diese Eintracht weiter zu fördern und Ismaik auch künftig im vorgegebenen Rahmen der 1860-Bosse (keine Verschuldungspolitik) von einer Unterstützung zu überzeugen.

Die zwei Millionen sind – bei einem ausgegebenen siebenstelligen Fehlbetrag für das alte wie neue Geschäftsjahr – schon verschlungen. Will 1860 nächste Saison den schwer planbaren Aufstieg aus der drittklassigen "Draufzahl-Liga" anstreben, braucht es schnellstmögliche Planungen. Und frisches Geld.

Im Video: Rundgang durch das Grünwalder Stadion

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