Für eine bessere 1860-Zukunft: "Die Bayerische"-Boss Gräfer bringt Fünf-Punkte-Plan ins Spiel

Auch wenn er in Folge des Zwangsabstiegs mit seinem Unternehmen "die Bayerische" als Hauptsponsor des TSV 1860 den Rückzug angetreten hat, verfolgt Martin Gräfer die Geschehnisse an der Grünwalder Straße 114 noch genau. Nun teilte der Vorstand des Münchner Versicherungsunternehmens auf Social Media seine Gedanken zur aktuellen Situation bei den Löwen und appellierte dabei an alle Fans, dem Verein in dieser schwierigen Phase nicht den Rücken zuzukehren und ihn stattdessen nach Kräften zu unterstützen.
Stellt sich die Frage: Wie kann es gelingen, den notorischen Chaos-Klub aus Giesing langfristig in ein ruhiges Fahrwasser zu bringen und ihn nachhaltig zu stabilisieren? Hier plädiert Gräfer für ein stärkeres Mitbestimmungsrecht der Mitglieder.
"Nicht einmal 500 Mitglieder haben im vergangenen Jahr über die Zukunft eines Vereins mit inzwischen mehr als 27.000 Mitgliedern entschieden", schreibt Gräfer in seinem Beitrag, in dem er konkret fünf Punkte nennt, die seiner Meinung nach für eine bessere Löwen-Zukunft verändert werden müssen.
Martin Gräfer plädiert für hybride Mitgliederversammlungen
Dabei greift der Chef des ehemaligen Löwen-Hauptsponsors ein Narrativ auf, das Investor Hasan Ismaik in den vergangenen Jahren immer wieder bedient hat. Da die Mitgliederversammlung in Präsenz stattfindet, kann immer nur ein kleiner Teil aller Mitglieder von seinem Stimmrecht Gebrauch machen und die viel zitierte "schweigende Mehrheit" muss sich deren Wünschen fügen. Wie Ismaik spricht sich daher auch Gräfer für eine hybride Mitgliederversammlung aus, bei der auch die Möglichkeit besteht, sich digital zuzuschalten.
"Wer in ganz Deutschland und weit darüber hinaus Mitglieder hat, sollte ihnen auch die Möglichkeit geben, an wichtigen Entscheidungen digital teilzunehmen", schreibt Gräfer dazu: "Für hybride Mitgliederversammlungen braucht es nach meinem Verständnis nicht einmal eine Satzungsänderung. Es braucht eine Entscheidung des Präsidiums."
TSV 1860: Satzung schreibt Mitgliederversammlung in Präsenz vor
Ganz so einfach ist das allerdings nicht. Wie die Mitgliederversammlung abläuft, ist in der Vereinssatzung unter Ziffer 10.1 klar geregelt. "Die Mitgliederversammlung ist nicht öffentlich und findet als Präsenzveranstaltung statt", heißt es dort. Darüber kann sich auch das Präsidium nicht hinwegsetzen. Für eine hybride Mitgliederversammlung bräuchte es also sehr wohl eine Satzungsänderung.
Auch sonst plädiert Gräfer in seinem Beitrag für eine stärkere Einbindung der Mitglieder. "Mitgliedschaft darf nicht bedeuten, einmal im Jahr abstimmen zu dürfen. Ein Verein mit über 27.000 Mitgliedern braucht Möglichkeiten, wichtige Themen, Vorschläge und Zukunftsfragen auch zwischen den Mitgliederversammlungen mit seinen Mitgliedern zu diskutieren", schreibt Gräfer, der diesbezüglich unter anderem die Einführung regelmäßiger digitaler Mitgliederdialoge anregt.