Ex-Löwe Lesniak: "1860 muss aufsteigen!"

Vor dem Pokalspiel der Löwen in Hennef erklärt Marek Lesniak, einst bei 1860, das Image des Klubs – und erinnert sich.
| Marco Plein
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Marek Lesniak im Trikot des TSV 1860.
imago Marek Lesniak im Trikot des TSV 1860.

Vor dem Pokalspiel der Löwen in Hennef erklärt Marek Lesniak, einst bei 1860, das Image des Klubs – und erinnert sich.

Marek Lesniak spielte 1995 ein halbes Jahr bei den Löwen. Heute trainiert der 48 Jahre alte Pole den Landesligisten TuSPO Richrath im Rheinland.

AZ: Herr Lesniak, Ihr früherer Verein 1860 spielt am Sonntag im DFB-Pokal in Hennef. Als Amateur-Trainer in Richrath kennen Sie sich im Westen bestens aus. Müssen sich die Löwen sorgen?

Die Mittelrheinliga ist zwar nicht schlecht, und Hennef war letztes Jahr Erster. Aber wegen der Kosten haben sie keinen Antrag auf den Aufstieg gestellt. Ich denke, selbst wenn sie einen Superglückstag haben, können sie 1860 nicht schlagen, dafür ist der Unterschied zu groß. Ich glaube, die Löwen gewinnen 4:0 oder 5:0. Aber im Fußball ist alles möglich. Ich habe einige Jahre als Amateur-Trainer hinter mir, da gibt’s verrückte Ergebnisse.


Die Löwen freuen sich ja immer drüber, Fans im ganzen Land zu haben. Wie viele sind es denn im Westen?


Ich würde sagen, es sind immer noch eine Menge, aber die sind etwas eingeschlafen. Wenn die Löwen in Bochum oder Oberhausen gespielt haben, kamen zwar immer viele hier aus der Region, aber auch müssen die Leute erst langsam wieder aufwachen. Und 1860 darf dabei keine Zeit verlieren und muss die Fans hier aufwecken. Nur wenn die Mannschaft aufsteigt, können sie ihre Fans im Westen halten. Ansonsten ist die Konkurrenz zu stark. Bei den großen Erfolgen werden viele Kinder Dortmund-Fans.


Sie waren einst ein halbes Jahr bei den Löwen, wieso eigentlich nicht länger?

Wenn ich ehrlich bin: Ich habe mich nie so richtig eingelebt, da meine Familie nicht mit mir in München war. Und auch die Mentalität war nicht so meine. Im Rheinland ist vieles lockerer, die Menschen sind offener, manchmal auch chaotischer. München ist dagegen perfekt organisiert. Aber auch wenn ich nur kurz da war, es war eine tolle Zeit.


Auch wenn Ihre Löwen-Zeit schon 17 Jahre her ist: Woran erinnern Sie sich?


Ich habe erst vor ein paar Tagen wieder an die Zeit gedacht, als ich vom Tod von Bernd Meier erfahren habe. Ich konnte den Artikel nicht zu Ende lesen, mir blieb die Luft weg, ich war geschockt, er war ein toller Kerl. Aber wenn ich an die Zeit von früher denke, dann vor allem an ein bestimmtes Spiel und seine Folgen. Wir spielten daheim gegen Rostock, ich wurde eingewechselt und wir führten 1:0. Auf einmal laufe ich allein auf das Tor zu, eigentlich mache ich alles richtig, laufe um den Torwart rum. Doch dann treffe ich nur den Pfosten. Am liebsten wäre ich im Erdboden versunken. Und das Schlimmste war, dass Rostock in der letzten Minute noch das 1:1 machte. Ich fühlte mich schuldig und konnte in der folgenden Nacht nicht schlafen. Ich habe da schon mit dem Gedanken gespielt, sofort wieder in den Westen zu ziehen. Dann habe ich unseren Präsidenten Karl-Heinz Wildmoser angerufen.


Mitten in der Nacht?


Ja, es war halb drei etwa. Er ging ran und wir haben gesprochen. Er hat mich aufgebaut und mich ermutigt, weiter zu machen. Und was ist passiert? Nur ein paar Wochen später haben wir zu Hause 4:0 gegen Gladbach gewonnen und ich habe ein Tor gemacht. Ich war Herrn Wildmoser sehr dankbar. So was hätte nicht jeder Präsident gemacht, vielleicht noch so Typen wie Uli Hoeneß oder Reiner Calmund. Seitdem ich damals weg bin, hatte ich immer eine hohe Meinung von 1860. Wenn die Löwen wieder die Erfolge feiern, was ich ehrlich hoffe, dann kommen so viele Fans wie bei den Bayern.


Eins noch: Als Pole haben Sie sich sicher gefreut, dass die Löwen in Grzegorz Wojtkowiak einen Landsmann von Ihnen verpflichtet haben.


Sicherlich, ich freue mich für jeden Polen, der nach Deutschland kommt und hier Fußball spielt. Dass die Löwen ihn von Lech Posen geholt haben, zeigt, dass sie unserem Fußball vertrauen. In der Nationalmannschaft wird er es sehr schwer haben, da sind fast nur Spieler aus der ersten Liga dabei.

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