Erstes Löwen-Opfer: Der Kapitän!

Löwen-Trainer Markus von Ahlen zieht Konsequenzen aus der Talfahrt und setzt den harten Kurs seiner Bosse fort: Kapitän Guillermo Vallori steht an Ostern beim Spiel gegen Bielefeld nicht im Kader. Auch etablierten Stars geht’s bei den Löwen an die Verträge.
| Maximilian Wessing
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Guillermo Vallori.
sampics/AK Guillermo Vallori.

Löwen-Trainer Markus von Ahlen zieht Konsequenzen aus der Talfahrt und setzt den harten Kurs seiner Bosse fort: Kapitän Guillermo Vallori steht an Ostern beim Spiel gegen Bielefeld nicht im Kader. Auch etablierten Stars geht’s bei den Löwen an die Verträge.

München - Die Ankündigung war unmissverständlich. Die Schonzeit bei den Löwen sei nun endgültig vorbei, jeder Spieler stehe auf dem Prüfstand, betonte 1860-Präsident Gerhard Mayrhofer Mitte der Woche in der AZ.
Nun hat die Mannschaft bereits das erste Opfer – und zwar gleich den Kapitän! Vor dem Spiel gegen Arminia Bielefeld am Samstag (13 Uhr, Sky live) hat Interimscoach Markus von Ahlen Guillermo Vallori aus dem Kader gestrichen. Ausgerechnet Vallori, der in dieser Saison bisher noch nicht eine Minute verpasst hat, muss gegen Bielefeld von der Tribüne aus zuschauen. Nach der peinlichen 2:4-Pleite in Dresden setzt von Ahlen sein erstes dickes Ausrufezeichen.

„Gui unterliegt zur Zeit einer Formschwankung, das haben wir bei ihm ausgemacht. Er ist für die Misere nicht alleine verantwortlich, das habe ich ihm auch so gesagt. Aber er ist ein hundertprozentiger Profi, der ab Sonntag wieder Gas geben wird“, sagte von Ahlen. Und es stimmt schon: Der Mallorquiner, der im Januar 2011 aus Zürich zu den Löwen kam, läuft in dieser Saison schon länger seiner Leistung hinterher, in Dresden unterlief ihm dann vor dem 0:3 ein ganz dicker Bock. Nun spürt Vallori als erster den harten Kurs der Löwen-Bosse.
Ausgerechnet Vallori, den Ex-Ex-Trainer Alexander Schmidt vor der Saison zum Kapitän machte – und sich selbst auch angreifbar. Schmidt bootete damals Benny Lauth aus, was weder beim Spieler noch bei Präsident Gerhard Mayrhofer gut ankam. Auch Vallori, ein zwar sehr umgänglicher Typ, der aber auch einen gewissen Hang zum Einzelgänger hat, fremdelte ein wenig mit der neuen Rolle. Die Binde wirkte eher als Last denn Motivation.

Nun ist er erstmal raus. Die Binde wird gegen Bielefeld wohl Gabor Kiraly tragen. „Das ist eine naheliegende Lösung“, sagte von Ahlen.

Am Freitavormittag, rund zwei Stunden bevor von Ahlen Vallori seine Entscheidung mitteilte, hatte der Mallorquiner die neue harte Welle gegen die Spieler noch so bewertet: „Für uns ist es alle nun eine Prüfung. Es gibt vielleicht Spieler, die glauben, dass sie bislang eine gute Saison gespielt haben, aber bei denen es Gerhard Poschner anders sieht.“

Anfang der Woche hatte ja auch der neue Sport-Geschäftsführer Gerhard Poschner durchblicken lassen, dass er den Kader gerne radikal umbauen würde – laufende Verträge hin oder her. Die Mannschaft hat diese Gedankenspiele längst registriert, schon vor der zeitweisen Suspendierung des Kapitäns. Kai Bülow, der Vallori am Samstag wohl in der Innenverteidigung ersetzen wird, sagte zur AZ: „Ein stetiger Wechsel im Kader ist doch normal. Es ist nicht nur hier gang und gäbe, dass Verträge nicht bis zum Ende erfüllt werden.“ Bei den Löwen sowieso: „Grigoris Makos wurde trotz seines Vertrages ein Wechsel nahegelegt – und er ist gegangen. Auch Marin Tomasov sollte gehen, blieb – und wurde erstmal aus dem Mannschaftstraining genommen. Oder Mathieu Beda damals, der seinen Vertrag ausgesessen hat. Jeder muss für sich individuell entscheiden, wie er mit einer solchen Situation umgeht“, so Bülow.

Fest steht spätestens jetzt: Es kann alle treffen! Auch von Ahlen sagte: „Es ist bekannt, dass sich jeder Spieler jetzt zeigen sollte.“ Doch von Ahlen kann auch anders: Tomasov etwa, Friedhelm Funkel noch verbannt, als ein Wechsel im Winter scheiterte, wurde begnadigt. Er wird am Samstag wohl sogar von Anfang an spielen.

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