Eine Demo in der Fankurve: Warum die Löwenfans am Samstag protestierten

Am Samstag war der Stadionprotest in Giesing allgegenwärtig. Die AZ erklärt, warum die Fans sich jetzt positionieren - und warum sich der Sound geändert hat.
Felix Müller
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Protest in der Westkurve im Heimspiel gegen Aachen.
Protest in der Westkurve im Heimspiel gegen Aachen. © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Heike Feiner

Dass eine Kommunalwahl ansteht, spielt in Fußballstadien in der Regel keine Rolle. Aber was ist bei Sechzig schon normal? Und so nahmen die organisierten Fans der Löwen am Samstag beim Heimspiel gegen Aachen den Start der Briefwahl zum Anlass, um sehr deutlich zu machen, was sie sich nun von der Stadtpolitik erwarten.
Nachdem mal wieder eine ganze Legislaturperiode wenig bis nichts voranging in Sachen Grünwalder-Ausbau, hat das Thema zuletzt wieder Fahrt aufgenommen. Die Sechzgergremien präsentieren sich mit einheitlicher Meinung – pro Giesing, pro Sanierung. Und OB Dieter Reiter (SPD) hat sehr klar signalisiert, dass er eine Erbpachtlösung, wie von Löwen-Präsident Gernot Mang favorisiert, unterstützt.


Und so ist auch der Ton auf den Fan-Plakaten weniger aggressiv als teils in der Vergangenheit. Nichtsdestotrotz nehmen die Fans die Politik (und implizit die eigenen Löwen-Verantwortlichen) beim Wort. "Baut das Sechzger aus", stand auf einem Riesen-Banner vor der Westkurve, "Mit Erbpacht und Mut wirds Sechzger gut" vor der Stehhalle, unzählige Plakate im Stadion fordern etwa "Endlich Taten statt leere Versprechungen", oder "Machen statt reden".

"Mit Erbpacht und Mut" fordert die Stehhalle.
"Mit Erbpacht und Mut" fordert die Stehhalle. © IMAGO/Mladen Lackovic

Man erinnert die Politik an all die Absichtserklärungen – und fordert, sie endlich einzulösen und alles dafür zu tun, dass die Sechzger in Giesing bleiben können, geht aber nicht auf volle Konzentration. Offenbar erkennen die Fans inzwischen ein paar Bemühungen an. Gleichzeitig sind die großflächigen Plakate in Westkurve und Stehhalle aus Fansicht auch symbolisch wichtig. In Richtung jener, die immer wieder behaupten, eine Mehrheit unter den Fans halte gar nicht so viel von einer Zukunft in Giesing.

"Baut das Sechzger aus" steht vor der Westkurve.
"Baut das Sechzger aus" steht vor der Westkurve. © sampics


In diesen Wochen auf jeden Fall werden bei dem Projekt die nächsten Schritte spannend. Von den Löwen und aus der Stadt-Politik ist derzeit zumindest auch hinter vorgehaltener Hand nichts Schlechtes übereinander zu hören – gab es auch noch nicht so oft. Als sehr unwahrscheinlich gilt auf jeden Fall mittlerweile, dass die Stadt – wie im Grundsatz einst bereits beschlossen – das Stadion für viele Millionen Euro Steuergeld selbst ausbaut. Die Löwen hingegen haben somit die Chance, ihr altes Stadion wieder von der Stadt zu übernehmen. Bald könnte bekannt gegeben werden, wie es mit der Machbarkeitsstudie vorangeht.
Und dann, irgendwann, kommt die große Frage, wo all das Geld herkommen soll. Wenn die Löwen selbst dann an dieser Frage scheitern sollten, dürften sich die Plakate im Stadion gar nicht mehr an die Stadtpolitik richten – sondern gegen die eigene Vereinsführung.

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  • Kaiser Jannick vor 45 Minuten / Bewertung:

    "Man erinnert die Politik an all die Absichtserklärungen"

    Und "die Politik", namentlich OB Reiter, erinnert sich immer nur vor Wahlen daran, dass es Wähler gibt, die er mit vollmundigen Versprechen auf allen Ebenen zur Wahl seiner Sozen bringen will. Ist der Wahltag vorbei, fällt er wie immer in seinen berüchtigten Tiefschlaf, erinnert sich an nichts mehr, wiederum bis zur nächsten anstehenden OB-Wahl. Hoffentlich strafen ihn die Wähler mal richtig ab.

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  • Himbeer-Toni gerade eben / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Kaiser Jannick

    Sechzig ist am Zug. Wenn man beabsichtigt dauerhaft dort zu spielen, müssen die Vereinsverantwortlichen mit der Politik reden, und nicht umgekehrt.
    Nicht immer alles auf die Politik schieben. Der Mieter ist gefordert.

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  • Der Münchner vor einer Stunde / Bewertung:

    Tja, immer wieder das liebe Geld!

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