"Ein super Spiel von uns": Die Giesinger Geduld zahlt sich endlich aus
Gut Giesinger Ding will Weile haben: Fünf Mal in neun Saisonspielen hatte Sechzig bei ganz ordentlichen Partien eine Siegchance, fünf Mal hat es doch nicht zum dreifachen Punktgewinn gereicht.
Da musste also erst die Wiesn kommen, um im Grünwalder Stadion festzustellen: Sechzig kann bei engen Spielen auch anders, Sechzig lernt dazu.
"Ich bin extrem stolz auf die Mannschaft und sehr glücklich", sagte Neu-Löwe Eric Uhlmann, der beim verdienten 2:0-Heimsieg des TSV 1860 gegen den 1. FC Nürnberg II sein Startelfdebüt gegeben und mitgeholfen hatte, dass die Sechzger endlich ihre weiß-blauen Fehler abstellten. "Wir waren in der Halbzeitpause ein bisschen unzufrieden", sagte Uhlmann zum ersten, torlosen Abschnitt: "Wir haben uns dann aber gesagt, dass das eigentlich völlig unnötig ist: Wir haben in der ersten Halbzeit nichts zugelassen, wir hatten selber viele Torchancen und waren sicher: Wenn wir so weiterspielen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis wir das Tor machen."
Deniz und Weber treffen für 1860
So war es dann auch kurz nach der Pause. Da verwandelte Spielmacher Tunay Deniz den von Flügelflitzer Emre Erdogan herausgeholten Strafstoß. Und: Es sollte sogar noch besser kommen. Im Gegensatz zu zahlreichen Duellen, in denen 1860 länger zittern oder noch den Ausgleich hinnehmen musste, waren die Giesinger diesmal effektiver.
"Wir machen dann sogar das zweite Tor. Deswegen: ein super Spiel von uns", sagte Uhlmann. Auch Innenverteidiger Felix Weber, der eben dieses 2:0 erzielte, sprach über das diesmal endlich erfolgte "Killen" des Spiels: "Ja, vor allem haben wir mal ein Standard-Tor gemacht. Ich glaube, in Fürth (1:1, d. Red.) hatten wir zwölf Ecken, da kam keine gut oder wir haben keine gut verwertet. Das haben wir jetzt trainiert diese Woche und es war natürlich super, dass es gleich geklappt hat."
Klare Leistungssteigerung nach der Pause
"Ich glaube, wir haben genau das gezeigt, was der Trainer von uns gefordert hat", bekräftigte Torschütze und Vorlagengeber Deniz: "Eine klare Nummer auf jeden Fall. 2:0 gewonnen, souverän!"
Fazit: ordentliche, aber noch etwas maue erste Hälfte, klare Leistungssteigerung nach der Pause, verdienten Heimsieg eingefahren – die Giesinger Geduld zahlt sich endlich aus.
Chefcoach Alper Kayabunar zeigte sich deshalb "sehr zufrieden mit dem Ergebnis", sprach aber auch über eine durchaus sichtbare Weiterentwicklung der Sechzger: "Es war sehr wichtig, daheim wieder zu null zu gewinnen – und das gegen eine gute Mannschaft."
Zweiter Heimsieg in Serie für 1860
Spannend: Kayabunar gab Einblick in seine Gedanken über das Tabellenbild. 1860 habe nämlich "auch gewusst, dass, wenn wir nicht gewinnen, wir nach vorne etwas abreißen lassen." Dabei gehe es selbstverständlich nicht nur um die Tabelle, sondern auch darum, "dass wir uns weiterentwickeln – das ist heute passiert."
Zweiter Heimsieg in Serie, zweimal ohne Gegentor, mit dem vermeidbaren Remis in Fürth satte sieben Punkte in der Englischen Woche eingefahren: Das sind die Zahlen des weiß-blauen Aufschwungs, nach denen sich "die Jungs" auch einen Wiesnbesuch "verdient" hätten.
"Es freut mich sehr für die Fans, dass wir sie belohnt haben"
In dem Zusammenhang galt es für Coach Kayabunar, auch die Anhängerschaft zu bedenken: "Es freut mich sehr für die Fans, dass wir sie belohnt haben, dass sie zufrieden nach Hause gehen – oder zufrieden auf die Wiesn."
Sehr gut möglich, aber bisher nicht überliefert, dass der eine oder andere Spieler und der eine oder andere Fan dabei die eine oder andere Sieger-Maß hatten.

